Die Boykott-Drohung der UEFA gegenüber der FIFA könnte bereits im September erste konkrete Auswirkungen zeigen. Grund ist der Plan von FIFA-Präsident Gianni Infantino, Investoren bei der Weltmeisterschaft einzubinden. Die UEFA hat angekündigt, keine Nationalmannschaften zu FIFA-Turnieren zu entsenden, solange dieser Vorschlag nicht zurückgezogen wird.
U20-Frauen-WM in Polen als erster Testfall
Vom 5. bis 27. September 2026 findet in Polen die U20-Weltmeisterschaft der Frauen statt. An dem Turnier nehmen 24 Teams teil, darunter sechs aus dem europäischen Verband UEFA. Sollte die FIFA an ihren Investorenplänen festhalten, droht das erste Turnier ohne europäische Beteiligung. Deutschland ist für das Turnier im Nachbarland nicht qualifiziert. Die europäischen Teilnehmer sind Spanien, England, Frankreich, Polen, Italien und Portugal.
UEFA-Statement: Klare Grenzen
In einer offiziellen Erklärung hieß es: „Als Ergebnis der heutigen Diskussion werden keine UEFA-Nationalmannschaften an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, solange diese Vorschläge auf dem Tisch bleiben – es sei denn, dieser Vorschlag wird vollständig verworfen und es werden verbindliche Zusicherungen gegeben, dass die FIFA ihre Führung oder Wettbewerbe niemals wieder für privates Eigentum öffnen wird.“ Die UEFA signalisiert damit eine harte Linie gegenüber der FIFA.
Nächstes großes Turnier: Frauen-WM 2027 in Brasilien
Als erstes bedeutendes A-Nationalmannschaftsturnier wäre die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien betroffen. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat sich bereits für das Turnier qualifiziert. Allerdings stehen im Herbst 2026 noch Play-off-Spiele mit europäischer Beteiligung an, die über das endgültige Teilnehmerfeld entscheiden. Diese würden ebenfalls von einem UEFA-Boykott tangiert. So trifft England im Oktober auf Griechenland.
Weitere Turniere in diesem Jahr
Im Oktober findet die U17-Weltmeisterschaft der Frauen statt, für die neben dem DFB-Team vier weitere europäische Nationen qualifiziert sind. Zum Jahresende steht zudem die U17-Weltmeisterschaft der Männer in Katar an – allerdings ohne deutsche Beteiligung.
FIFA setzt Frist bis 19. September
Der Machtkampf zwischen den Verbänden spitzt sich zu. Laut übereinstimmenden Berichten setzt die FIFA den nationalen Verbänden eine Frist für die Zustimmung zu den Investorenplänen. Im Gegenzug verspricht die FIFA eine Sonderzahlung. Der Stichtag für die Zustimmung soll der 19. September 2026 sein. Es bleibt abzuwarten, ob die europäischen Verbände dem Druck standhalten oder ob der Boykott tatsächlich umgesetzt wird.



