Aumovio legt Bremsen-Streit mit BMW bei und zahlt 350 Millionen Euro
Aumovio einigt sich mit BMW: 350 Mio. Euro

Der Autozulieferer Aumovio hat den Rechtsstreit mit BMW um ein integriertes Bremssystem durch die Zahlung einer dreistelligen Millionensumme beigelegt. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, überweist es einen Vergleichsbetrag von 350 Millionen Euro an den Münchner Autobauer. Im Vorfeld waren dafür in den Büchern 56 Millionen Euro zurückgestellt worden.

Hintergrund des Rechtsstreits

Der Streit betraf einen Gewährleistungsfall im Zusammenhang mit einem integrierten Bremssystem, das Aumovio an BMW geliefert hatte. An dem Verfahren war auch die frühere Aumovio-Obergesellschaft Continental beteiligt, die sich inzwischen von dem Zulieferer getrennt hat. Die genauen Vorwürfe wurden nicht öffentlich genannt, jedoch ging es um angebliche Mängel an den Bremsenkomponenten.

Finanzielle Auswirkungen auf Aumovio

Der Vergleich belastet das Ergebnis des zweiten Quartals 2026 erheblich. Aumovio beziffert den Quartalsumsatz nun auf 4,244 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) auf 50 Millionen Euro. Ohne die Vergleichszahlung hätte der Umsatz bei 4,307 Milliarden Euro und das bereinigte Ebit bei 152 Millionen Euro gelegen.

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Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen nun nur noch eine bereinigte Ebit-Marge von 3,0 bis 4,0 Prozent – zuvor waren 3,5 bis 5,0 Prozent prognostiziert. Auch die Umsatzprognose wurde gesenkt: Statt 17,0 bis 18,5 Milliarden Euro rechnet Aumovio jetzt mit 17,0 bis 17,5 Milliarden Euro.

Zukunftsaussichten: Partnerschaft wird ausgebaut

Trotz des Streits betonten beide Seiten die Absicht, künftig enger zusammenzuarbeiten. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, man habe sich darauf verständigt, die Technologiepartnerschaft auszuweiten und langfristig zu gestalten. Details zu konkreten Projekten wurden nicht genannt, jedoch dürfte dies die gemeinsame Entwicklung von Bremssystemen für Elektroautos und autonomes Fahren umfassen.

BMW hatte zuletzt mit sinkenden Margen im Autogeschäft zu kämpfen und setzt verstärkt auf Kooperationen mit Zulieferern, um Kosten zu senken. Die Einigung mit Aumovio signalisiert, dass beide Unternehmen weiterhin auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit setzen.

Reaktionen vom Markt

An der Börse wurden die Nachrichten zunächst negativ aufgenommen. Die Aktie von Aumovio verlor nach Bekanntgabe des Vergleichs zeitweise mehr als drei Prozent. Analysten zeigten sich jedoch verhalten optimistisch, da der Rechtsstreit nun endgültig vom Tisch sei und die Umsatzprognose nur moderat gesenkt wurde. „Die Einigung schafft Klarheit für beide Seiten und erlaubt Aumovio, sich wieder auf das operative Geschäft zu konzentrieren“, kommentierte ein Branchenexperte.

Das Unternehmen selbst betonte, man sei erleichtert, den Rechtsstreit beigelegt zu haben. „Wir haben nun die Möglichkeit, uns voll und ganz auf die Weiterentwicklung unserer Kernprodukte zu konzentrieren und die Partnerschaft mit BMW weiter zu vertiefen“, so ein Sprecher.

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