Am Mittwochmittag startete Union Berlin unter dem neuen Cheftrainer Mauro Lustrinelli in die Vorbereitung auf die Saison 2026/27. Trotz leichten Regens in Köpenick ließ der Schweizer seine Profis 65 Minuten lang intensiv trainieren. Nach einer kurzen Aufwärmrunde unter Athletikcoach Martin Krüger folgten schnelle Spiele auf zwei Kleinfeldern mit vier Toren sowie ein Trainingsspiel auf größerem Feld. Die Übungen gaben erste Hinweise auf die spielerische Ausrichtung der Berliner in ihrem achten Erstliga-Jahr.
Lustrinelli setzt auf offensive Spielweise und Teamgeist
„Wir wollen ein Winning-Team aufbauen“, erklärte Lustrinelli nach dem Auftakt. „Das bedeutet, dass wir als Team auftreten, zusammen, mit der richtigen Mentalität. Die Attitüde ist mir wichtig. Und natürlich unsere neue Spielweise, weil wir einen anderen Fußball spielen, mit Intensität, Energie und auf Offensive ausgerichtet. Auch mit Freude und Begeisterung.“ Der 50-Jährige verfolgte das Training meist mit einem Lächeln – mal mit verschränkten Armen, mal an ein Kleintor gelehnt. Die Atmosphäre an der Alten Försterei war von sommerlicher Leichtigkeit geprägt.
Kapitän Christopher Trimmel, der in seine 13. Saison bei Union geht, zeigte sich angetan: „Der erste Eindruck vom neuen Trainer ist sehr gut. Er ist menschlich top und sehr ehrlich. Ich glaube, es kommt eine neue Struktur auf uns zu. Wir merken es schon im Training. Es ist auch klar, dass neue Inhalte trainiert werden müssen. Wichtig ist, dass wir von Beginn an die Zeit nutzen, auch wenn die Vorbereitung lang ist. Aber je schneller wir das in die Mannschaft bringen, desto besser ist es.“
Umstellung auf Viererkette und personelle Veränderungen
Ein entscheidender Faktor ist die Umstellung von der Dreier- auf die Viererkette. Durch die Abgänge von Danilho Doekhi und Diogo Leite ist diese Systemanpassung nun problemlos möglich. Bereits im Trainingsspiel ließ Lustrinelli beide Teams mit zwei Innenverteidigern agieren: Marvin Friedrich spielte neben Leopold Querfeld, während Neuzugang Zeno Van Den Bosch mit Stanley Nsoki verteidigte. Nsoki wurde am Mittwoch fest von der TSG Hoffenheim verpflichtet – zuvor war er nur ausgeliehen.
Zudem standen die bis zum 30. Juni ausgeliehenen Chris Bedia (Young Boys Bern), Marin Ljubicic (Fortuna Düsseldorf) und Oluwaseun Ogbemudia (Waldhof Mannheim) auf dem Platz. Nicht dabei waren Rani Khedira (Urlaub nach WM mit Tunesien), Dmytro Bogdanov (U19-EM mit der Ukraine) und Frederik Rönnow (Adduktorenverletzung seit April). Mittelfeldspieler Laszlo Benes wird nicht zurückkehren: Nach seinem Leihjahr bei Kayserispor wechselt er fest zur KAA Gent.
Kommunikation und erste Testspiele
Lustrinelli legt großen Wert auf Kommunikation. Immer wieder suchte er kurze Gespräche mit Spielern und klatschte nach dem Training jeden einzelnen ab. „Wir sind Menschen, die Beziehungen kreieren. Das ist sehr wichtig. Und das macht man auch mit Kommunikation, mit Zusammensein. Wenn wir ein Winning-Team aufbauen wollen, ist klar, dass wir eine gute Beziehung und gute Kommunikation haben sollten“, sagte der Coach.
Bereits am Sonnabend (bei Optik Rathenow, 15.30 Uhr) und Sonntag (bei Grün-Weiß Lübben, 15.30 Uhr) stehen die ersten von insgesamt elf Testspielen an. Das Erstrundenspiel im DFB-Pokal am 23. August bei Zweitligist Eintracht Braunschweig ist der erste Pflichttermin.



