WM 2026: US-Investor fordert 200 Mio. von Spaniens Team
US-Investor fordert 200 Mio. von Spaniens Team

US-Investor will Ansprüche gegen Madrid bei der Nationalmannschaft geltend machen

Die Financial Times berichtet über einen kuriosen Fall, der noch vor dem WM-Start die spanische Nationalmannschaft beschäftigt. Der US-Investor Blasket, spezialisiert auf erneuerbare Energien, versucht Ansprüche über mehr als 200 Millionen Euro gegen den spanischen Staat nun rund um die WM beim nationalen Fußballverband geltend zu machen. Die Anwälte der Firma verschickten Schreiben an den spanischen Verband, die Fifa, den Ausrüster Adidas und das Teamhotel in Chattanooga und verlangen darin Auskunft darüber, ob der spanische Staat Geld bei ihnen hinterlegt hat.

Die FT zitiert einen Blasket-Anwalt dazu: „Wenn Spanien etwa eine Kaution in Hotels hinterlegt hat, würden wir versuchen, das Geld einziehen zu lassen.“ Ein spanischer Regierungssprecher wies die Forderungen zurück und betonte, dass der Fußballverband eine private Organisation ist. Madrid werde sich außerdem gegen jegliche Beschlagnahmung von Werten in den USA wehren. Die Blasket-Forderungen gehen auf eine Reform von Subventionen für Erneuerbaren-Projekte im Jahr 2013 zurück. Zahlreichen Investoren ging dabei Geld verloren, das sie nun basierend auf Entscheidungen von Schiedsgerichten zurückverlangen. Der spanische Staat sieht sich allerdings nicht zahlungspflichtig.

Internationale Presse kritisiert Infantino scharf

Kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA hat Fifa-Präsident Gianni Infantino bei einer seiner seltenen Pressekonferenzen gesprochen. Dabei verteidigt der Weltverbandschef die hohen Ticketpreise und nimmt Stellung zum Fall des von den USA abgewiesenen Schiedsrichters Omar Artan aus Somalia. Die internationale Presse reagiert überwiegend kritisch.

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Der britische Independent schreibt: „Gianni Infantinos Trumpsches Geschwafel ist ein chaotischer Start in die Weltmeisterschaft. (...) All dies verdeutlichte nur, wie sehr Infantino im Umfeld von Trump verankert ist, bis hin zu dem Punkt, an dem er tatsächlich wie dieser klingt. Er kann alles sagen. Ernsthafte Einwände werden nicht zugelassen. Infantino hatte seit drei Jahren keine richtige Pressekonferenz mehr abgehalten, und man hat leicht den Eindruck, dass dies immer noch nicht der Fall ist.“

Die Sun merkt an: „Im krassen Gegensatz zu seiner viel verspotteten Rede ‚Heute fühle ich mich homosexuell‘ vor der Weltmeisterschaft 2022 in Katar versuchte der Chef des Weltfußballs, die Fifa als die Guten darzustellen.“

Das US-Portal The Athletic kommentiert: „Der Gedanke kam auf, dass es vielleicht tatsächlich unmöglich sei; dass die Zugeständnisse, die Reibungen und die menschlichen Kosten bereits eine unsichtbare Schwelle überschritten hätten; dass es, wenn es soweit ist, kein Zurück mehr von dieser brisanten Weltmeisterschaft geben wird, die einem Todesstern gleicht, keine Rückkehr in die Zeit vor dem Weltuntergang. Für Infantino sind das jedoch alles nur Diskussionspunkte, kleine Hürden, die es auf dem Weg zu unserer glorreichen Fifa-Zukunft zu überwinden gilt.“

Das mexikanische Medium Mediotiempo hebt hervor: „Obwohl die WM 2026 als teuerste in der Geschichte der Weltmeisterschaften gilt, verteidigte Fifa-Präsident Gianni Infantino die Ticketpreise mit dem Hinweis, es handele sich um ‚ein einzigartiges Erlebnis‘.“

Die Récord berichtet: „Es ist nur noch ein Tag bis zum Beginn der Weltmeisterschaft, doch an keinem der Austragungsorte ist eine allgemeine Euphorie zu spüren. Proteste in Mexiko, Razzien gegen Migranten in den Vereinigten Staaten und Schießereien in Kanada prägen die Zeit vor dem Start des Fifa-Turniers. (...) In diesem Zusammenhang sind vor allem die hohen Ticketpreise auf heftige Kritik gestoßen, doch Fifa-Präsident Gianni Infantino blieb bei seiner Haltung, die Preise zu rechtfertigen.“

Die Schweizer Blick resümiert: „So spektakulär und kontrovers wie vor dreieinhalb Jahren in Katar ist die Pressekonferenz vor der WM-Eröffnung dieses Mal nicht. Dennoch hält sich Gianni Infantino mit Lob für die eigene Arbeit nicht zurück. (...) Doch im Gegensatz zu 2022, als er in Katar versuchte, eine epische Rede zu halten, verzichtete der Walliser auf allzu viel Pathos.“

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Der Tagesanzeiger titelt: „Iran, Tickets und Visa – alles kein Problem für Gianni Infantino.“

Trump plant keinen Besuch des WM-Auftakts der USA

US-Präsident Donald Trump plant übereinstimmenden Medienberichten zufolge keinen persönlichen Besuch des WM-Eröffnungsspiels der USA gegen Paraguay an diesem Freitag. Das berichteten zuerst unter anderem das Nachrichtenportal Politico und das Sportmagazin The Athletic unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Weiße Haus und das Außenministerium reagierten zunächst nicht auf eine entsprechende Anfrage.

Zuvor hatte ein Sprecher des US-Außenministeriums bekannt gegeben, dass Außenminister Marco Rubio zum Spiel südlich von Los Angeles reisen werde. Dieser solle eine Delegation anführen, zu der auch Verkehrsminister Sean Duffy und Heimatschutzminister Markwayne Mullin zählten. Am Rande des WM-Spiels wolle Rubio mit dem Präsidenten von Paraguay, Santiago Peña, über Themen wie „regionale Sicherheit, Handel, Investitionen sowie neue Technologien“ sprechen.

Sicherheits-Sorgen in Mexiko vor WM-Start

Angesichts möglicher Lehrerproteste am internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt sind am Vortag der WM-Eröffnung Hunderte Polizisten zur Sicherung des Terminals eingesetzt worden. Beamte mit Helmen, Schutzschilden und Schlagstöcken wurden am Mittwoch (Ortszeit) innerhalb und außerhalb des Flughafens stationiert, wie in Videos von örtlichen Medien zu sehen war.

„Zutritt haben nur Passagiere mit Bordkarte sowie Begleitpersonen, sofern deren Anwesenheit unbedingt erforderlich ist“, teilte der Flughafen Benito Juárez auf der Plattform X mit. Reisenden wurde empfohlen, mit ausreichend Vorlaufzeit einzutreffen, da es in der Umgebung des Flughafens zu Demonstrationen kommen könne. Auch das Aztekenstadion, in dem die WM am Donnerstag mit einer Show und dem Auftaktspiel zwischen Mexiko und Südafrika eröffnet wird, ist weiträumig von der Polizei abgesperrt.

Seit Wochen fordert eine radikale Lehrergewerkschaft mit Straßenblockaden und anderen Protestaktionen die Abschaffung eines Rentengesetzes aus dem Jahr 2007. Nach Angaben der Regierung ist diese Forderung jedoch nicht umsetzbar. Mehrere Hauptverkehrsstraßen der Hauptstadt sind von Demonstranten blockiert. Die Lehrer haben zudem ein Protestcamp im historischen Zentrum der Hauptstadt errichtet. Dort, auf dem Zócalo im Herzen der Altstadt, soll ein Fan-Festival mit bis zu 80.000 Besuchern stattfinden. Auch Präsidentin Claudia Sheinbaum wollte die Eröffnungsfeier dort verfolgen – und nicht im Stadion. Derzeit ist sogar noch ungewiss, ob der Platz zum WM-Auftakt überhaupt für Fans geöffnet wird.

WM-Austragungsorte und Obdachlosigkeit

Vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika rückt an vielen Austragungsorten wieder einmal das Problem der Obdachlosigkeit in den Fokus. In der Vergangenheit betrachteten viele Städte sichtbare Obdachlosigkeit als Makel, der vor großen Sportveranstaltungen und politischen Ereignissen beseitigt werden sollte. Inwieweit versuchen die WM-Spielorte diesmal, Wohnungslose von der Straße zu holen?

Die US-Metropole Atlanta etwa kündigte im vergangenen Sommer einen ehrgeizigen Plan an, Zeltstädte und das Schlafen auf der Straße in der Innenstadt zu beenden. Das Programm namens „Downtown Rising“ gab nach eigenen Angaben fast 500 Menschen ein Dach über dem Kopf. Doch weiterhin warten Menschen vor Notunterkünften in der Innenstadt und zeigen damit eindrücklich, dass die Bemühungen nicht alle erreicht haben. Auch die US-Großstädte Dallas und Seattle haben gezielte Initiativen gestartet. Eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP ergab jedoch, dass die meisten der 16 Austragungsorte, darunter New York, Boston, Philadelphia, Miami, Houston, sowie die kanadischen Städte Toronto und Vancouver, auf bestehende Programme zurückgreifen - meist ohne neue, an die WM geknüpfte Finanzmittel.

Infantino zur Visa-Affäre: „Nicht die Könige der Welt“

Fifa-Präsident Gianni Infantino hat im Fall des von den USA abgewiesenen Schiedsrichters um Verständnis für die Position des Fußball-Weltverbands geworben. „Wir versuchen immer, Lösungen zu finden“, sagte der 56-Jährige in Mexiko-Stadt. „Aber wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind, die über Regierungen und die Polizei bestimmen. Wir sind eine Sportorganisation.“ Es sei „natürlich unglücklich“, dass Omar Artan aus Somalia die Einreise verweigert worden sei. „Wir kontrollieren nicht alles. Wir versuchen, wir werden diskutieren, wir werden sprechen, wir werden sehen. Manchmal ist es gut, einfach zu chillen, relaxen. Wir versuchen, alles zu lösen“, sagte Infantino. Später sagte er zu dem Thema Einreisen: „Wir hoffen, dass wir gute Nachrichten haben“, wurde dabei aber nicht konkreter, was er meinte.

WM-Eröffnungsfeier im Aztekenstadion

Im legendären Aztekenstadion von Mexiko-Stadt wird am Donnerstag (21.00 Uhr) die bislang größte Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte eröffnet. Die Partie von Mitgastgeber Mexiko gegen Südafrika ist das erste von 104 Spielen des XXL-Turniers. 48 statt wie zuletzt 32 Mannschaften sind bei dem sportlichen Mega-Event dabei, die USA und Kanada sind die weiteren Gastgeber. Vor dem Auftaktspiel gibt es in Mexiko-Stadt wegen heftiger Lehrerproteste Sorgen um die Sicherheit. Zudem drohen Unwetter.

90 Minuten vor dem Anpfiff der Partie in Mexiko soll die große Eröffnungsshow starten. Popstar Shakira wird gemeinsam mit Co-Sänger Burna Boy den offiziellen WM-Song „Dai Dai“ erstmals live aufführen. Künstler wie Danny Ocean, J Balvin, Lila Downs und Alejandro Fernández werden ebenfalls auftreten. Die Fifa kündigte eine „Feier von Fußball, Musik und Kultur“ an.

Iran droht mit Spielabbruch bei Protesten

Kurz vor dem WM-Start hat der Iran mit einem Spielabbruch gedroht, wenn es bei Auftritten des Teams in den Stadien zu Protesten der persischen Diaspora gegen die islamische Führung kommen sollte. „Wir haben der Fifa bereits mitgeteilt, dass die Verantwortlichen des Teams das Spiel abbrechen würden, sobald wir in den Stadien politische Parolen hören“, warnte Sportminister Ahmed Donjamali. Der iranische Fußballverband habe den Weltverband zudem mehrfach aufgefordert sicherzustellen, dass iranische Zuschauer ausschließlich die offizielle Flagge der Islamischen Republik ins Stadion bringen dürfen – und nicht die von monarchistischen Oppositionsgruppen bevorzugte alte Flagge mit Löwen- und Sonnenemblem, die als Symbol der Ablehnung des islamischen Systems im Iran gilt. Auch in diesem Fall würde das Team das Spielfeld verlassen, so der Minister laut Sportportal Varzesh3. Beobachter bezweifeln, dass ein solches Verbot durchsetzbar wäre.

Zudem finden zwei der drei Vorrundenspiele des Iran in Los Angeles statt. Dort lebt der Großteil der fast zwei Millionen Menschen umfassenden persischen Diaspora in den USA. Die Stadt wird daher auch „Tehrangeles“ oder „Irangeles“ genannt. Für viele von ihnen bietet die WM die ideale Plattform, um ihren Protest gegen die iranische Führung weltweit sichtbar zu machen. Überschattet wird die WM-Teilnahme des Iran vom militärischen Konflikt mit den USA. Wegen Einreisebeschränkungen hatte der iranische Verband sein Teamquartier aus dem US-Bundesstaat Arizona ins südlich von San Diego gelegene Tijuana in Mexiko verlegt. Nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko darf die Mannschaft nur an den Spieltagen für ihre WM-Partien in die USA einreisen.

Senegal weist Berichte über Schikane bei US-Einreise zurück

Das senegalesische WM-Team hat Berichte über Probleme bei der Einreise in die USA zurückgewiesen. Die Mannschaft sei nicht bei einer Sicherheitskontrolle auf dem Rollfeld schikaniert worden. In einer Mitteilung auf der Plattform X hieß es, das in sozialen Medien zirkulierende Video sei nicht bei der Landung des Teams in San Antonio entstanden, sondern beim Abflug in Raleigh. Die Spieler seien direkt aus dem Hotel auf das Rollfeld gefahren worden, um Zeit zu sparen. Die obligatorische Sicherheitskontrolle sei daher nicht im Terminalgebäude, sondern vor dem Flugzeug vorgenommen worden. Dieses Vorgehen habe dem Team Zeit im Flughafen und im Boarding-Bereich erspart, hieß es. Das Video hatte in Senegal Schikane des westafrikanischen Teams befürchten lassen, nachdem zuvor unter anderem dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan die Einreise in die USA verweigert worden war. Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump betroffen sind.

Umfrage: WM bringt kein Konsum-Feuerwerk in Deutschland

Die Fußball-Weltmeisterschaft versetzt die Deutschen nicht in Konsumlaune. Nur knapp jeder Fünfte will Fanartikel kaufen, geht aus einer Umfrage des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) unter mehr als 1000 Männern und Frauen hervor. Zehn Prozent gaben an, wegen der an diesem Donnerstag beginnenden WM neue technische Geräte wie Fernseher oder Beamer kaufen zu wollen. Am ehesten würden die Leute noch im eigenen Haus häufiger kochen oder grillen, mehr Getränke konsumieren (jeweils 27 Prozent) oder Lieferdienste nutzen (20 Prozent). Etwa jeder Dritte plant, Spiele beim Public Viewing oder in der Gastronomie anzuschauen.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass von der Weltmeisterschaft nur begrenzte Konsumimpulse ausgehen werden“, sagte NIM-Forschungsdirektor Sebastian Goerg. Zwar zeigten insbesondere Familien mit Kindern sowie Personen mittleren Alters und höheren Einkommens eine etwas höhere Bereitschaft, Geld für Fanartikel, neue Fernseher oder Gastronomiebesuche auszugeben. „Insgesamt gibt jedoch bei allen abgefragten Konsumbereichen mindestens die Hälfte der Bevölkerung an, ihre Ausgaben nicht steigern zu wollen“, sagte der Experte. Die WM dürfte damit für einzelne Verbrauchergruppen durchaus wirtschaftliche Impulse setzen. „Ein breiter konsumbezogener Effekt für die Gesamtbevölkerung ist jedoch nicht zu erwarten“, betonte Goerg.

Die Umfrage zeigt zudem, dass das Interesse an dem Turnier in den Gastgeberländern USA, Kanada und Mexiko gedämpft ist. 30 Prozent wollen die WM auf jeden Fall live schauen, 22 Prozent wahrscheinlich. Jeder Dritte ist sich relativ sicher, die WM nicht live verfolgen zu wollen – „ein ähnlich niedriger Wert wie bei der umstrittenen Weltmeisterschaft 2022 in Katar“, sagte NIM-Experte Goerg. Neben fehlendem Interesse an Fußball als Hauptgrund spielten dabei auch politische Vorbehalte eine Rolle. „Jeder Zwanzigste gibt an, die WM bewusst boykottieren zu wollen“, so der Forscher. Hinzu kämen eine fehlende Turnierstimmung und für manche ungünstige Übertragungszeiten.

Schweden plant Trikot-Gag: „Alle in Blau-Gelb“

Mit Filmstars, Rappern und Sportgrößen wirbt Schweden für eine landesweite Trikot-Aktion. Der Verband setzt auf Gemeinschaftsgefühl und Stolz vor dem WM-Start. Ganz Schweden in den Nationalfarben gelb und blau und das „von der nördlichsten Spitze Schwedens bis in den Süden und bis hin nach Monterrey“. Klingt skurril? Zumindest etwas schräg wirkt es schon, was sich der schwedische Fußballverband zusammen mit einem Sponsor kurz vor dem WM-Start ausgedacht hat.

Zwölf Stunden vor dem schwedischen WM-Auftakt im mexikanischen Monterrey gegen Tunesien am kommenden Montag (4 Uhr MESZ) soll eine Trikot-Zeremonie den WM-Countdown des WM-Dritten von 1994 einläuten. Dazu soll tatsächlich jeder Schwede am Sonntag um 16 Uhr MESZ ein Nationaltrikot überstreifen. Die Schweden, die gar kein blau-gelbes Jersey haben, sollen dafür vom Sponsor mit einem Trikot versorgt werden. Wie das genau funktionieren soll, blieb unklar. „Wir hoffen auf ein Meer aus Gelb und Blau auf den Straßen und Plätzen sowie in den Sozialen Medien. Das stärkt sowohl das Gemeinschaftsgefühl als auch den Stolz auf die schwedische Männer-Nationalmannschaft“, sagt Stefan Abelsted vom schwedischen Fußballverband jedoch. Um die Nation auf das Event einzuschwören, ist ein Film produziert worden. In diesem werben Hollywood-Schauspieler Peter Stormare, Rapper Petter Alexis sowie unter anderem die Olympia-Goldmedaillengewinner Ebba Andersson und Walter Wallberg für die ungewöhnliche Aktion.

WM-Schiedsrichter aus Somalia darf nicht in USA einreisen

Die USA haben dem für die Fußball-WM vorgesehenen Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia die Einreise verweigert. Der Referee werde deshalb nicht bei der Weltmeisterschaft trainieren und im Einsatz sein können, teilte der Weltverband FIFA auf dpa-Anfrage mit. Man sei von den Behörden informiert worden, dass sich der Status von Artan derzeit nicht ändern werde. Die Grenzschutzbehörde CBP hatte entschieden, dass ein Reisender aus Somalia, „ein Schiedsrichter für die Fifa-Weltmeisterschaft, aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung nicht Einreise berechtigt war, und ihm wurde die Einreise verweigert“, hieß es in einer Stellungnahme der Behörde. Artan wurde darin nicht namentlich genannt, ist aber der einzige WM-Schiedsrichter aus Somalia. Artan wollte den Angaben zufolge von Istanbul kommend am Samstag in Miami in die USA einreisen. Dabei sei eine weitergehende Überprüfung für notwendig erachtet worden. Jede Einreiseerlaubnis sei eine Einzelfallentscheidung und Beamte der CBP seien befugt, Reisende zu befragen, zu durchsuchen und Entscheidungen im Einklang mit den Gesetzen der USA zu treffen.

Iran ohne Generalprobe vor WM-Auftakt

Irans Nationalmannschaft wird ohne die geplante Generalprobe in die Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA starten. Das offenbar für Donnerstag angesetzte Testspiel gegen Grenada in Tijuana ist abgesagt worden. Die Mannschaft des Inselstaats begründete den Rückzug laut der iranischen Nachrichtenagentur INSA mit einer unzureichenden Vorbereitung. Es ist bereits das zweite Testspiel des Irans, das abgesagt wurde. In früheren Planungen sollte die Mannschaft in den USA auf Puerto Rico treffen. Dieses Spiel wurde gestrichen, nachdem das Trainingslager von den USA nach Mexiko verlegt worden war.

DFB-Team in Winston-Salem empfangen

Mit schwarz-rot-goldenen Cheerleader-Pompons und großem Jubel ist die Fußball-Nationalmannschaft in ihrem WM-Quartier in Winston-Salem empfangen worden. Julian Nagelsmann und seine Spieler liefen durch ein Spalier des Hotel-Personals am „The Graylyn Estate“. Auf Schildern stand „Viel Erfolg“ und „Auf geht's Deutschland“. Rekordtorwart Manuel Neuer filmte die Willkommens-Zeremonie sichtlich erfreut per Handy. Am Eingang zu dem weitläufigen Areal des luxuriösen Hotels säumten zahlreiche Fans die Straße, als der schwarze Bus mit DFB-Kapitän Joshua Kimmich und dessen Kollegen vorbeifuhr. Zuvor war die DFB-Auswahl nach einem rund zweistündigen Flug aus Chicago kommend auf dem Smith Reynolds Airport gelandet. Auf dem Rollfeld wurde die Maschine mit Fontänen der Flughafen-Feuerwehr begrüßt.

Platini zeigt Infantino an

Der frühere Uefa-Präsident Michel Platini hat in Frankreich Strafanzeige gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino sowie fünf weitere frühere Schweizer Justiz- und Fußballfunktionäre eingereicht. Das teilte ein Sprecher Platinis wenige Tage vor dem Beginn der WM in den USA, Kanada und Mexiko mit. Nach Ansicht des 70-Jährigen habe es eine Verschwörung gegeben, um seine Wahl zum Fifa-Präsidenten vor über zehn Jahren zu verhindern. Der ehemalige französische Nationalspieler wirft den Beschuldigten demnach unter anderem falsche Anschuldigungen und unzulässige Einflussnahme vor. Neben der Strafanzeige wollen Platinis Anwälte auch eine Zivilklage gegen die Fifa auf Schadenersatz einreichen. Ähnliche Vorwürfe hatte Platini bereits 2022 gegenüber den Schweizer Behörden erhoben. Infantino war 2016 zum Präsidenten des Weltverbands gewählt worden. Zuvor hatte er als Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union Uefa unter dem damaligen Präsidenten Platini gearbeitet. Der Franzose galt lange als Favorit auf die Nachfolge des damaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter. Platini und Blatter gerieten jedoch 2015 wegen einer Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an Platini ins Visier der Schweizer Justiz. Beide wurden in einem Verfahren wegen mutmaßlichen Betrugs zulasten der Fifa angeklagt, jedoch im vergangenen Jahr in einem Berufungsverfahren rechtskräftig freigesprochen.

UN-Klimasekretariat warnt vor extremer Hitze bei WM

Das UN-Klimasekretariat warnt vor extremer Hitze bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko. „Die Fifa-Weltmeisterschaft 2026, das größte Turnier in der Geschichte des Fußballs, wird in einer Zeit stattfinden, in der extreme Hitzewellen aufgrund des sich verschärfenden Klimawandels zunehmen und Milliarden Menschen weltweit davon betroffen sind“, teilte das Klimasekretariat zu Beginn einer zehntägigen Klimakonferenz in Bonn mit. „Es ist davon auszugehen, dass diese extreme Hitze ein prägendes Element des Turniers sein wird – auf dem Spielfeld, auf den Tribünen, rund um die Stadien und in den Austragungsorten.“ Es werde erwartet, dass etwa jedes vierte Spiel bei gefährlicher Hitze ausgetragen werde. Während die Spieler immerhin intensiv medizinisch betreut würden, seien die Fans in den Stadien weitgehend auf sich selbst gestellt. „Die größte Gefahr kann außerhalb des Stadions lauern“, warnten die UN-Experten. „In Fan-Zonen, Warteschlangen, auf Verkehrswegen, auf Parkplätzen und bei Feierlichkeiten im Freien können Menschen stundenlang gefährlicher Hitze ausgesetzt sein.“ Auch wer das Turnier nur am Fernseher verfolge, werde bemerken, wie sich das veränderte Klima auf das Event auswirke. Möglicherweise werde das Tempo mancher Begegnungen geringer sein, weil die Spieler ihre Kräfte schonen müssten. Wahrscheinlich seien auch frühere Auswechslungen, Trinkpausen und der Einsatz von Kühlhandtüchern.