Mainz – DFB-Sportdirektor Rudi Völler (66) hat die Spielweise der argentinischen Nationalmannschaft scharf kritisiert. Beim Internationalen Trainer-Kongress des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) in Mainz erklärte er, dass Deutschland vor allem in der Defensive besser werden müsse – aber nicht nach dem Vorbild Argentiniens.
Völler: Argentinien ist kein Vorbild
Auf die Frage, wie sich die deutsche Mannschaft verbessern könne, antwortete Völler: „Ich habe gesagt, dass wir als Deutschland besser verteidigen müssen. Da haben viele ja auch die Argentinier als Beispiel genommen. Das fand ich ein schlechtes Beispiel.“ Er ergänzte: „Ich möchte keine Mannschaft haben, die spielt wie Argentinien. Das hat mit Fußball nichts zu tun.“ Für diese Aussage erhielt er Applaus von den anwesenden Trainern und Fußballpersönlichkeiten.
Respekt für Ergebnisse, aber nicht für den Stil
Völler stellte klar, dass er die Erfolge Argentiniens anerkennt: „Ja, sie sind Weltmeister und diesmal Vize-Weltmeister geworden.“ Gleichzeitig betonte er, dass er die große Anerkennung für die aggressive und teils unsportliche Spielweise nicht nachvollziehen könne. „Aber dieses Lob habe ich bei vielen tatsächlich nicht verstanden“, so der Weltmeister von 1990.
Alternative Vorbilder: Spanien und England
Stattdessen verwies Völler auf andere Nationen. „Spanien hat das Lob verdient und auch die Engländer haben sehr gut verteidigt.“ Diese Teams hätten gezeigt, wie man erfolgreich verteidige, ohne den eigenen Fußball aufzugeben. Der DFB-Sportdirektor machte deutlich, dass Deutschland sich an solchen Mannschaften orientieren sollte.
Der Trainer-Kongress in Mainz versammelt alljährlich zahlreiche bekannte Trainer und Funktionäre aus ganz Deutschland. Völlers deutliche Worte kamen beim Publikum gut an – der Applaus bestätigte seine Position.



