Die diesjährige Waldbrandsaison in Südeuropa verdeutlicht die Folgen des Klimawandels und der Landflucht. In Spanien und Frankreich kämpfen Einsatzkräfte weiterhin gegen die Flammen, die durch eine veränderte Landschaft begünstigt werden. Gleichzeitig erschüttert ein Kabinettsumbau in Berlin die politische Bühne: Bundeskanzler Friedrich Merz entlässt Verkehrsminister Patrick Schnieder. Und die Frage nach der Vermeidbarkeit des tödlichen Anschlags auf den Christopher Street Day in Berlin sorgt für heftige Debatten.
Waldbrände: Landflucht als Brandbeschleuniger
Die verheerenden Feuer in Spanien und Frankreich haben nicht nur klimatische Ursachen. Mein Kollege Christoph Seidler zeigt in einer Analyse, wie die Landflucht die Brandgefahr erhöht. In der spanischen Provinz Almería beispielsweise verringert sich die Zahl der Landwirte und Schäfer stetig. Dadurch breitet sich der Wald aus, der im Sommer eine enorme Brennstoffmasse liefert. Experten zufolge steigt diese Masse oft auf mehr als 30 Tonnen pro Hektar an. Ab dieser Schwelle können Brände nur noch aus der Luft bekämpft werden. „Wer zurückbleibt, wird immer älter“, beschreibt ein Ziegenhirte die Situation.
Regierungsumbildung: Der Rauswurf des Verkehrsministers
Die Entlassung von Patrick Schnieder als Verkehrsminister wirft Fragen auf. Mein Kollege Gerald Traufetter beleuchtet die Hintergründe: Der Kanzler war unzufrieden mit der langsamen Sanierung der Bahn und der fehlenden Mobilisierung privater Investitionen für Infrastrukturprojekte. „Die Entlassung ist richtig“, schreibt Traufetter, auch wenn die Begleitumstände unschön seien. Schnieders Nachfolger wird Steffen Bilger, bisher Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, der bereits im Verkehrsministerium tätig war.
Anschlag auf CSD: Hätte die Tat verhindert werden können?
Nachdem der mutmaßliche Attentäter Abdul B. bei einem Polizeieinsatz getötet wurde, beginnt die Aufarbeitung. Abdul B. hatte eine lange Radikalisierungsgeschichte und war zuvor wegen Terrorplänen verurteilt worden – zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten mit Vorbewährung. Terrorismusexperte Peter R. Neumann sagte: „Abdul B. hatte eine Gewaltgeschichte, war fest entschlossen, sich dem IS anzuschließen. Bei dieser Liste schrillt jedes Alarmsignal.“ Er könne nicht verstehen, warum das Gericht eine glaubwürdige Distanzierung sah. Die Debatte über die Milde der Justiz ist entbrannt.
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Zum Abschluss ein Tipp für den Sommerabend: Stendhals Roman „Rot und Schwarz“ ist eine wunderbare Lektüre über Klasse, Liebe und Ehrgeiz im Frankreich der Restauration. Erhältlich für unter fünf Euro in jeder guten französischen Buchhandlung.



