Von Müller bis Beckham: Die neue Liga der Klub-Besitzer
Von Müller bis Beckham: Liga der Klub-Besitzer

Thomas Müller (36) und Mats Hummels (37) steigen nun ebenfalls in das Geschäft der Klub-Investitionen ein. Wie BILD exklusiv berichtete, wollen die beiden ehemaligen Nationalspieler gemeinsam mit dem früheren Bayern-Keeper Yann Sommer (37) und einer Investorengruppe den portugiesischen Verein Estrela Amadora übernehmen.

Der Trend zum Klubkauf

Immer mehr ehemalige Fußballprofis entscheiden sich dafür, Vereine zu erwerben. Die dahinterstehende Strategie ist klar: Viele Klubs gleichen Aktien und besitzen ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Mehrere Geschäftsfelder locken: Der Aufbau neuer Klubstrukturen verspricht sportlichen Erfolg, viele Vereine lassen sich zu starken Marken entwickeln, und die Förderung von Talenten kann hohe Verkaufserlöse generieren. Ex-Profis wie Müller und Hummels können dabei ihre Fachkenntnis und ihren eigenen Markenwert einbringen, eigene Visionen umsetzen und gleichzeitig ihre Leidenschaft für den Fußball weiterleben.

Prominente Investoren im Überblick

Lukas Podolski (40)

Der Weltmeister von 2014 beendete im Mai seine aktive Karriere. Bei seinem polnischen Heimatklub Gornik Zabrze besaß er bereits Anteile und kündigte an: „Jetzt kaufe ich auch den Rest.“ Für 940.000 Euro soll „Poldi“ 86 Prozent der Anteile des polnischen Erstligisten erhalten. Er verpflichtet sich, in den kommenden Jahren mindestens drei Millionen Euro beizusteuern. Podolski betont: „Fußball gehört immer wieder den Fans. Ich will den Verein weiter nach vorn bringen.“

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David Beckham (51)

Der ehemalige England-Star brachte das Thema Klub-Übernahmen ins Rollen. Er ist Mitbegründer des US-Klubs Inter Miami, bei dem derzeit Lionel Messi unter Vertrag steht. Beckham sicherte sich bereits bei seinem MLS-Wechsel 2007 zu Los Angeles Galaxy das Recht, für 25 Millionen US-Dollar ein „Expansion Franchise“ zu erwerben. 2014 zog er die Option, 2018 wurde der Klub gegründet, 2020 stieg er in den Liga-Betrieb ein. Die Anteile hält er gemeinsam mit den Investoren Jorge und José Mas.

Lionel Messi (38)

Der argentinische Weltmeister sicherte sich im vergangenen April den spanischen Fünftligisten UE Cornallà aus dem Großraum Barcelona. Im Fokus soll vor allem die Talententwicklung stehen, denn Cornellà brachte bereits Profis wie David Raya, Gerard Martin, Keita Baldé oder Jordi Alba hervor.

Cristiano Ronaldo (41)

Der Weltstar erwarb im vergangenen Februar über seine Investmentgesellschaft „CR7 Sports Investments“ 25 Prozent der Anteile des spanischen Zweitligisten UD Almería. Der verbleibende Teil des Klubs befindet sich in saudi-arabischem Besitz.

Gerard Piqué (39)

Der Spanier kaufte 2018 über seine Investmentfirma „Kosmos“ den verschuldeten Fünftligisten FC Andorra, übernahm die Verbindlichkeiten und die Kontrolle über den Verein. In kürzester Zeit führte er ihn bis in die zweite Liga.

Cesc Fàbregas (39)

Der Trainer von Como 1907 ist gleichzeitig Minderheitsgesellschafter des Serie-A-Klubs. Auch Ex-Arsenal-Teamkollege Thierry Henry stieg bei Como mit ein. Obwohl die Mehrheit der Anteile anderen Investoren gehört, ist Fàbregas der Strippenzieher des Projekts.

Luka Modrić (40)

Der Kroate erwarb 2025 eine Minderheitsbeteiligung beim englischen Zweitligisten Swansea City. Der Milan-Profi erklärte damals: „Mein Ziel ist es, das Wachstum des Vereins positiv zu unterstützen und dabei zu helfen, eine spannende Zukunft aufzubauen.“

Zlatan Ibrahimović (44)

2019 stieg er über einen Deal mit der „Anschutz Entertainment Group“ beim schwedischen Klub Hammarby ein. Sein Anteil soll sich auf 23,5 Prozent belaufen. Weil der Ex-Stürmer aber lieber den Stockholmer Klub statt seinem Jugendverein Malmö FF unterstützt, wurde seine Statue in Malmö mehrfach vandalisiert.

Didier Drogba (48)

Der Ivorer ist Miteigentümer des US-Zweitligisten Phoenix Rising FC und spielte selbst noch für den Verein.

Gary Neville (51)

Übernahm 2014 mit Geschäftsmann Peter Lim und den ehemaligen Manchester-United-Stars Phil Neville, Nicky Butt, Paul Scholes und Ryan Giggs den Achtligisten Salford City. Inzwischen besitzt Neville 50 Prozent der Anteile, 2019 stieg auch David Beckham mit 10 Prozent ein. Salford spielt mittlerweile in der viertklassigen Football League Two.

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Nicht nur Fußballer investieren

In der Liga der Klub-Besitzer sind auch Prominente aus anderen Bereichen vertreten. Schauspieler Ryan Reynolds (49) kaufte 2021 zusammen mit Rob McElhenney den walisischen Fünftligisten AFC Wrexham für rund 2,3 Millionen Euro – der Klubwert wird inzwischen auf über 420 Millionen Euro geschätzt. Football-Legende Tom Brady (48) ist Miteigentümer von Birmingham City. Hollywoodstar Michael B. Jordan (39) besitzt Anteile des AFC Bournemouth. Kanada-Rapper Drake (39) ist Investor des FC Venedig.

Warum keine deutschen Klubs?

Die Übernahme deutscher Vereine wird durch die 50+1-Regel verhindert, wonach 51 Prozent der Anteile beim Klub selbst liegen müssen.