Der erste echte Werder-Tag für Cedric Itten (29) ist Geschichte. Nach dem Leistungscheck am Wochenende stand Bremens ablösefrei verpflichteter WM-Stürmer um 14 Uhr erstmals mit seinen neuen Kollegen auf dem Trainingsplatz. Der 1,90 Meter große Angreifer, der im Mai mit Fortuna Düsseldorf trotz 15 Saisontoren in die 3. Liga abgestiegen war, sammelte bei der Weltmeisterschaft Einsatzminuten und erreichte mit der Schweiz das Viertelfinale. Ein turbulenter Sommer für den Stürmer, der nun in Bremen einen neuen Anlauf in der Bundesliga nimmt.
Niemeyer: „Er wird menschlich sehr schnell ankommen“
Profifußball-Chef Peter Niemeyer äußerte sich gegenüber BILD optimistisch über die Integration des Neuzugangs: „Es ist ein emotionaler Sommer für ihn mit Abstieg, WM und Wechsel zu uns. Er wird menschlich sehr schnell ankommen, weil er ein offener Typ ist. Ich hoffe, dass es sportlich ähnlich schnell funktioniert.“ Itten, der kopfballstarke Wandspieler, soll dem Bremer Angriff mehr Robustheit und Präsenz verleihen. Für ihn ist es der zweite Anlauf in der höchsten deutschen Spielklasse: Vor fünf Jahren scheiterte er in einer kurzen Episode bei Greuther Fürth, das später abstieg.
Sturm-Konkurrenz: Musah macht Druck
Doch Itten muss sich seinen Platz im Werder-Sturm hart erarbeiten. Die geplante Verpflichtung eines absoluten Nr.-1-Stürmers ist an fehlenden finanziellen Mitteln gescheitert, wodurch Itten vorerst gesetzt scheint – ob im Ein- oder Zweistürmer-System. Allerdings meldet der 20-jährige Salim Musah Ansprüche an. Der 1,98 Meter große Angreifer erzielte zum Ende der Vorsaison sein erstes Bundesliga-Tor und hat in der Vorbereitung starke Leistungen gezeigt. Niemeyer betont: „Wir erhoffen uns viel von Cedrics Erfahrung und von seiner Präsenz. Aber auch Salim macht es sehr gut. Er hat im Urlaub Extra-Schichten eingelegt, und das sieht man jetzt. Es ist ein Konkurrenzkampf.“
Profile ergänzen sich im Doppelsturm
Trotz ähnlicher Körpergröße unterscheiden sich die Spielertypen deutlich: Itten ist der robuste Zielspieler, Musah deutlich schneller und athletischer. Denkbar, dass sich beide in einem Zweistürmer-System ideal ergänzen. Die Bremer Fans dürfen gespannt sein, wie Trainer Ole Werner die Offensive aufstellt. Fest steht: Der Konkurrenzkampf im Sturm ist eröffnet, und Itten muss zeigen, dass er mehr als nur eine Interimslösung ist.
Verletzungsschock: Stalmach fällt aus
Schlechte Nachrichten gibt es derweil von Dariusz Stalmach (20). Der polnische Sechser, der von Magdeburg kam, hat sich beim Testspiel in Cottbus (4:2) an der Schulter verletzt und fällt mindestens zehn Tage aus. Damit steht Werder vorerst ohne den defensiven Mittelfeldspieler da, der in der Vorbereitung überzeugen konnte. Die Verletzung kommt zur Unzeit, denn der Saisonstart rückt näher.



