Das frühe Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat weitreichende Konsequenzen. Torwart Manuel Neuer gab nach dem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay seinen endgültigen Rücktritt aus dem DFB-Team bekannt. Bundestrainer Julian Nagelsmann steht nach dem Debakel massiv in der Kritik, während die finanzielle Einbuße für den Deutschen Fußball-Bund enorm ist.
Manuel Neuer beendet Nationalmannschaftskarriere endgültig
Nur vier Spiele nach seiner Rückkehr ist für Manuel Neuer nun endgültig Schluss im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Nach dem WM-Aus bestätigte der 40-jährige Keeper im „Sportschau“-Interview knapp mit „Ja“ auf die Frage, ob das Sechzehntelfinale gegen Paraguay sein letztes Länderspiel gewesen sei. Bereits nach der EM 2024 hatte Neuer seinen Rücktritt erklärt, doch Bundestrainer Julian Nagelsmann holte ihn vor der WM 2026 als Nummer eins zurück – eine Entscheidung, die bereits im Vorfeld für Diskussionen sorgte, da Oliver Baumann kurzfristig degradiert wurde. Bei MagentaTV sagte Neuer: „Nein, das ist extrem bitter, so aufzuhören.“
Kritik-Lawine nach dem WM-Aus: „Offensichtlich ist es der Trainer“
Die dritte heftige WM-Blamage in Serie hat einen entsetzten Aufschrei der Fußball-Experten ausgelöst. „Es schreit nach Konsequenzen“, sagte Magenta-TV-Experte Mats Hummels nach dem 3:4 im Elfmeterschießen. Schon die Heim-EM 2024, bei der Deutschland im Viertelfinale an Spanien scheiterte, sei besser dargestellt worden, als sie war. Hummels forderte Konsequenzen sowohl vom Bundestrainer als auch vom Verband. Der Druck auf Nagelsmann ist immens. Die „Bild“ forderte prompt: „Jetzt muss Klopp kommen.“ Jürgen Klopp, als WM-Experte vor Ort, sagte dazu: „Ich verstehe, dass jetzt mein Name ins Spiel kommt. Aber es ist nicht der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen.“
Der frühere Nationalspieler Dietmar Hamann wurde noch deutlicher: „Offensichtlich ist es der Trainer. Es ist der Job eines Trainers, die Jungs zusammenzubekommen.“ Hamann kritisierte beim irischen Sender RTÉ Sport Nagelsmanns mangelhafte WM-Vorbereitung und warf ihm vor, nicht bei der Club-WM in den USA gewesen zu sein, im Gegensatz zu Trainern wie Roberto Martinez, Thomas Tuchel und Didier Deschamps. „Wer war nicht da? Unser Trainer. Deswegen habe ich keine Sympathien für ihn“, so Hamann.
Merz kontert Spott nach WM-Debakel
Bundeskanzler Friedrich Merz sah sich nach einem lobenden X-Post über das DFB-Team trotz der Niederlage Spott ausgesetzt. Viele User fragten, welches Spiel der Kanzler gesehen habe. Merz konterte: „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott.“ Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann schrieb: „Ich weiß gar nicht, was schlimmer war. Das Spiel oder diese Analyse.“
Frühes Aus kostet DFB viele Millionen Euro
Der DFB verpasst durch das frühe Aus Millionen. Für das Erreichen der ersten K.o.-Runde erhält der Verband elf Millionen US-Dollar (9,66 Millionen Euro) von der FIFA. Das Achtelfinale hätte vier weitere Millionen Dollar gebracht, das Viertelfinale noch einmal vier. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte bereits vor dem Turnier gesagt, dass es für eine europäische Nation ohne Halbfinaleinzug schwer werde, „wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben“. Bereits 2018 und 2022 erlitt der DFB durch Vorrundenaus erhebliche Einbußen. Insgesamt schüttet die FIFA bei dieser WM 871 Millionen US-Dollar an die 48 Teams aus.
TV-Sender ändern Pläne nach DFB-Aus
Durch das Aus der deutschen Mannschaft verlieren die TV-Sender ihren Quotengaranten. Die ARD schrieb: „Es werde leider kein Achtelfinale mit deutscher Beteiligung in der ARD geben.“ Das ZDF erklärte: „Wir zeigen alles wie geplant, nur leider ohne deutsche Mannschaft.“ Die vier Spiele der DFB-Auswahl waren die vier Partien mit den meisten TV-Zuschauern. Durchschnittlich 17,57 Millionen Menschen sahen das Aus im Elfmeterschießen im ZDF, was einem Marktanteil von 74,5 Prozent entsprach.



