Frankreich hat als erstes Team das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erreicht. Der Titelfavorit besiegte Marokko im Viertelfinale in Inglewood mit 2:0 (0:0) und steht damit zum dritten Mal in Folge in der Vorschlussrunde einer WM. Gegner im Halbfinale ist der Sieger der Partie zwischen Spanien und Belgien, die am heutigen Abend (21.00 Uhr MESZ / Magenta TV und ZDF) ebenfalls in Inglewood ausgetragen wird.
Mbappé erst verschossen, dann per Traumtor
Kylian Mbappé war der umstrittene Held des Abends. In der ersten Halbzeit scheiterte der Stürmerstar von Real Madrid mit einem schwach geschossenen Elfmeter an Marokkos Torwart Bono, der sich als „Elfmeter-Killer“ erwies. Von neun Elfmetern bei Weltmeisterschaften (inklusive Elfmeterschießen) ließ Bono nur zwei Tore zu, viermal parierte er, dreimal wurde anderweitig vergeben. Ex-Weltmeister Mats Hummels kritisierte bei MagentaTV: „Der war einfach schlecht geschossen.“ Jürgen Klopp, möglicher nächster Bundestrainer, merkte an, dass die lange VAR-Überprüfung vor dem Elfmeter Mbappé aus dem Rhythmus gebracht habe: „Vielleicht war grad Pinkelpause oder sonst was, aber es hat ewig gedauert. Kylian musste dreimal noch justieren. Das hilft nicht, das hat man ihm auch angemerkt. Er war nicht wirklich glücklich.“
In der 60. Minute machte Mbappé es besser: Mit einem Traumtor aus rund 18 Metern traf er zur Führung. Nur sechs Minuten später legte der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé das 2:0 nach. Für Frankreich war es der sechste Sieg im sechsten Turnierspiel. Mbappé hat nun insgesamt 20 WM-Tore erzielt – nur eines weniger als Rekordhalter Lionel Messi aus Argentinien.
Mbappé mit Eisbeutel: „Es geht gut“
Nach seiner Auswechslung saß Mbappé mit einem dicken Eisbeutel am Fuß auf der Bank, was Sorgen um einen Ausfall im Halbfinale auslöste. Doch der Angreifer gab Entwarnung: „Ich habe einen Schlag auf die Ferse bekommen, aber es geht gut.“ Bei der Feier mit den Fans hüpfte er scheinbar problemlos. Trainer Didier Deschamps erklärte, Mbappé habe nicht nur Schmerzen an der Ferse, sondern auch Krämpfe gehabt. „Das ist normal, er spielt so viele Spiele. Aber wir konnten sehr gut auswechseln“, sagte der Coach.
Marokkos Bono: Elfmeter-Killer mit einer Schwäche
Marokkos Torwart Bono untermauerte seinen Ruf als Elfmeter-Killer, als er Mbappés Strafstoß parierte. Allerdings machte es ihm Mbappé mit einem platzierten, aber zu laschen Schuss leicht. Bono, der 35-Jährige, hat bei Weltmeisterschaften eine beeindruckende Bilanz: Von neun Elfmetern (inklusive Elfmeterschießen) ließ er nur zwei Tore zu. Dennoch reichte es für Marokko nicht zum Weiterkommen.
England bangt vor Norwegen-Duell um Guehi und Rice
England droht im Viertelfinale gegen Norwegen am Samstag in Miami der Ausfall von zwei Schlüsselspielern. Innenverteidiger Marc Guehi klagt seit dem Achtelfinalsieg in Mexiko über muskuläre Probleme – laut BBC könnte es eine Zerrung im Oberschenkel sein. Ob er am Freitag trainieren kann, ist offen. Auch Mittelfeldspieler Declan Rice soll wegen einer Magen-Darm-Erkrankung bereits den zweiten Tag in Folge nicht trainiert haben. Das englische Team hat Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Spanien-Coach: Kein Gedanke an Frankreich
Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente will sich nicht mit einem möglichen Halbfinale gegen Frankreich beschäftigen. „Wir denken an nichts anderes als Belgien morgen. Wenn wir da gewinnen, dann sprechen wir über Frankreich. Aber als Profis kann ich versichern, wir sind komplett auf das Spiel morgen fokussiert“, sagte er vor dem Viertelfinale gegen Belgien. Das 2:0 der Franzosen gegen Marokko habe er gesehen, sagte er: „Frankreich war das bessere Team. Wir wissen, was sie können.“



