WM 2026: Paraguay jubelt über Sieg gegen Deutschland – Feiertag ausgerufen
WM 2026: Paraguay jubelt – Feiertag nach Sieg gegen DFB-Elf

Paraguay hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 für eine der größten Überraschungen der Turniergeschichte gesorgt. Der südamerikanische Außenseiter besiegte den viermaligen Weltmeister Deutschland im Sechzehntelfinale mit 4:3 im Elfmeterschießen und zog erstmals seit 2010 wieder in die Runde der letzten 16 ein. In der Hauptstadt Asunción strömten daraufhin zehntausende Menschen auf die Straßen, um den historischen Erfolg zu feiern.

Paraguays Präsident ruft nationalen Feiertag aus

Paraguays Staatschef Santiago Peña reagierte umgehend auf den Triumph. Kurz nach dem Schlusspfiff schrieb er auf der Plattform X: „Paraguay gibt niemals auf! Feiertag, verdammt!!“ Wenige Stunden später bestätigte die Regierung die Ausrufung eines nationalen Feiertags. Der 30. Juni 2026 wird damit im ganzen Land als „Día de la Gloria“ (Tag des Ruhms) begangen. Schulen, Behörden und viele Geschäfte bleiben geschlossen. In Asunción tanzten Fans bis in die Morgenstunden, schwenkten Flaggen und skandierten den Namen von Torhüter Orlando Gill, der im Elfmeterschießen drei Strafstöße parierte.

Nagelsmann will trotz WM-Debakel weitermachen

Bundestrainer Julian Nagelsmann schloss nach dem vorzeitigen Aus einen Rücktritt aus. „Ich möchte es weitermachen. Ich stehe bereit, wenn man das möchte“, sagte der 38-Jährige bei MagentaTV. Sein Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund läuft noch bis nach der Europameisterschaft 2028. Die Entscheidung über seine Zukunft liegt nun beim DFB. Verbandspräsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig waren mit der Mannschaft nach der Rückkehr ins WM-Quartier nach Winston-Salem in Nordcarolina zurückgekehrt.

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Klinsmann: „Blamage“ und „Desaster“ – scharfe Kritik an DFB-Team

Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann fand deutliche Worte für das Ausscheiden. „Die Art und Weise, wie wir heute Abend ausgeschieden sind, ist verheerend, ist eine Blamage, ist etwas, womit niemand, wirklich niemand gerechnet hat“, sagte Klinsmann in einem Interview bei ESPN. Das Ergebnis stürze den deutschen Fußball in ein „riesiges Loch“. Alles müsse nun auf den Prüfstand gestellt werden: „Alles, von oben bis unten, muss hinterfragt und diskutiert werden. Natürlich wird es Konsequenzen geben.“ Die Mannschaft habe „schlampig“ gespielt und sei „nicht energisch, nicht entschlossen und nicht aggressiv genug“ gewesen.

Matthäus: Familienpräsenz als Störfaktor

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus machte die Anwesenheit von Familienangehörigen im Teamumfeld für die schwache Leistung mitverantwortlich. „Es gab viele Themen, die vielleicht wichtiger waren, als das auf dem Fußballplatz“, sagte Matthäus der „Bild“. „Frauen, Familien, alles war dabei. Ich weiß nicht, warum man jetzt schon von Anfang an die ganzen Familien dabei haben muss.“ Nach seiner Einschätzung hätten Reisemöglichkeiten und Hotelbuchungen zu Spannungen innerhalb der Mannschaft geführt: „Der eine war dann sauer auf den anderen, weil bei einem die Mama mitfliegen durfte und bei dem anderen durfte die Frau mitfliegen und die Kinder. Die anderen mussten dann mit der Linienmaschine fliegen.“

Das aberkannte Tor von Jonathan Tah: „Vollskandal“

Großen Ärger löste die Entscheidung des Schiedsrichters aus, ein Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung nicht zu geben. Nach einer Ecke köpfte Tah den Ball zum vermeintlichen 2:1 für Deutschland, doch der Video-Assistent (VAR) griff ein. Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko entschied nach Ansicht der Bilder auf Foulspiel von Waldemar Anton an Paraguays Torwart Orlando Gill. „Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Vollskandal“, sagte Nagelsmann im ZDF. „Das ist nicht mal ansatzweise ein Foulspiel.“ Bei MagentaTV hatte er die Entscheidung zuvor als „Witz“ bezeichnet.

Der Elfmeterkiller: Orlando Gill analysierte jeden Schützen

Paraguays Torhüter Orlando Gill avancierte mit drei gehaltenen Elfmetern zum Matchwinner. Der 26-Jährige entschärfte die Versuche von Kai Havertz und Nick Woltemade und brachte Jonathan Tah so aus dem Konzept, dass dieser den Ball weit über das Tor schoss. „Ich habe jeden Spieler, jeden Aspekt, jedes Detail analysiert, und Gott sei Dank konnte ich zwei Elfmeter halten, was für die Qualifikation entscheidend war“, erklärte Gill der Zeitung „ABC“.

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Kimmich: Kein Rücktritt, aber „deutliche und reflektierte Worte“

Nationalmannschaftskapitän Joshua Kimmich schloss einen Rücktritt nach dem dritten enttäuschenden WM-Turnier in Serie aus. „Ich werde immer die Power haben für einen neuen Anlauf. Was ich niemals tun werde ist: aufgeben“, sagte der 31-Jährige bei MagentaTV. Er fand deutliche Worte: „Es ist schon so, dass man hier antritt und Deutschland stolz machen will. Als Kind erinnere ich mich an Finals oder Halbfinals für das DFB-Team. Das will man auch der aktuellen Generation geben.“

Klopp zur Bundestrainer-Frage: „Nicht der Moment“

Jürgen Klopp wies Spekulationen über eine mögliche Übernahme des Bundestrainer-Postens zurück. „Ich verstehe, dass mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment. Es gibt dazu nichts zu sagen“, sagte die Trainer-Ikone bei MagentaTV. Die Entscheidung über die Zukunft von Julian Nagelsmann liegt nun beim DFB.

Weitere Ergebnisse und Rekorde der WM

Neben Deutschland scheiterte auch die Niederlande frühzeitig. Das Oranje-Team verlor im Sechzehntelfinale gegen Marokko mit 2:3 im Elfmeterschießen. Vor 51.243 Zuschauern im mexikanischen Monterrey verwandelte Ismael Saibari den entscheidenden Strafstoß. Brasilien entging dagegen knapp einer Schmach: Der Rekordweltmeister gewann gegen Japan durch ein Tor von Martinelli in der fünften Minute der Nachspielzeit mit 2:1. Die FIFA vermeldete Rekordzahlen: 4.644.549 Zuschauer besuchten die 72 Vorrundenspiele, ein neuer WM-Rekord. Die 215 erzielten Tore in der Gruppenphase bedeuten ebenfalls einen Bestwert.