Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko hat in der Nacht zum 25. Juni 2026 mehrere historische Momente erlebt. Südafrika feierte den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde, Mexiko beendete die Vorrunde mit einer perfekten Bilanz, und Haiti erzielte das erste eigene WM-Tor seit 52 Jahren. Der Newsblog fasst die wichtigsten Ereignisse zusammen.
Südafrika schreibt Fußball-Geschichte
Bei seiner vierten WM-Teilnahme hat Südafrika erstmals die K.o.-Phase erreicht. Das Team des belgischen Trainers Hugo Broos gewann das letzte Vorrundenspiel gegen Südkorea mit 1:0 (0:0) und schloss die Gruppe A als Zweiter ab. Thapelo Maseko sorgte mit seinem Treffer in der 63. Minute für grenzenlosen Jubel bei Bafana Bafana. Im Sechzehntelfinale trifft Südafrika am Sonntag in Inglewood bei Los Angeles auf Co-Gastgeber Kanada, das nach dem 1:2 gegen die Schweiz als Zweiter der Gruppe B weiterkam. Südkorea beendete die Vorrunde mit drei Punkten auf Rang drei und muss um den Einzug in die K.o.-Phase zittern.
Mexiko mit perfekter Vorrunde
Mit einer perfekten Vorrunden-Bilanz hat Mitgastgeber Mexiko die WM-Euphorie im Land weiter befeuert und sieglose Tschechen nach Hause geschickt. „El Tri“ gewann 3:0 (0:0) gegen die mit Bundesliga-Power angereisten Osteuropäer. WM-Debütant Mateo Chavez traf in der 55. Minute, nur sechs Minuten später erhöhte Julián Quiñones. Die WM-Bilanz der Tschechen 20 Jahre nach dem Vorrunden-Aus ist mit nur einem Punkt verheerend; sie belegen den letzten Platz in Gruppe A. Trainer Javier Aguirre gab dem Wunder-Teenager Gilberto Mora mit 17 Jahren seinen ersten Startelfeinsatz. Auch Keeper Guillermo Ochoa kam bei seiner sechsten WM-Teilnahme mit bald 41 Jahren zu einem Ehreneinsatz, als er in der 78. Minute für Raul Rangél eingewechselt wurde.
Erstes Tor nach 52 Jahren: Opa prophezeite Treffer für Haiti
Eine Entfernung von 26 Metern, eine Geschwindigkeit von 126 Stundenkilometern: Wilson Isidors Traumtor gegen Marokko war beeindruckend. Es war der erste selbst erzielte Treffer Haitis bei dieser WM. „Wir haben die Menschen in Haiti stolz gemacht. Wir können jetzt darauf aufbauen und kommen in vier Jahren stärker wieder“, sagte der Stürmer. Beim 2:4 gelang ihm das zwischenzeitliche 2:1, Haitis erste Führung war als Eigentor gewertet worden. 1974 war Emmanuel Sanon mit seinen beiden Toren zum Nationalhelden geworden. Isidor hat einen Zeitzeugen in der Familie: „Ich weiß, dass mein Großvater die Tore damals gesehen hat. Er war sehr stolz darauf und er hat mir gesagt, dass ich der nächste Torschütze werde. Ich denke, er ist nun sehr stolz auf mich.“
Brasilien tanzt zum Gruppensieg
Vinícius Júnior tanzte an der Eckfahne und feierte mit Brasilien den Gruppensieg. Der Rekordweltmeister gewann sein letztes WM-Vorrundenspiel mit 3:0 (2:0) gegen Schottland und zog auf Rang eins in die K.o.-Runde ein. Vor 64.478 Zuschauern in Miami schoss Vinícius Júnior seine Turniertore drei und vier (7./45.+3). Der frühere Hertha- und Leipzig-Stürmer Matheus Cunha (60.) erzielte das dritte Tor. In der Schlussphase gab Neymar sein Debüt bei dieser WM. Die Schotten müssen noch die letzten Spiele der Gruppenphase abwarten, ob Tabellenplatz drei mit drei Punkten und minus drei Toren für einen Platz im Sechzehntelfinale reicht.
Marokko entgeht Blamage gegen Haiti
Marokko besiegte Haiti mit Mühe 4:2 (2:2) und zieht als Zweiter in die K.o.-Phase ein. Der Afrikameister machte gegen den Karibikstaat zweimal einen Rückstand wett. Marokkos Torwart Bono (10. Minute) brachte den Underdog per Eigentor in Führung. Es war erst das dritte WM-Tor von Haiti. Nach dem Ausgleich durch Achraf Hakimi (39.) drosch Wilson Isidor (43.) den Ball aus 26 Metern in den Winkel. Die 68.239 Fans in Atlanta flippten aus. Ismael Saibari (45.+1) brachte den Halbfinalisten von 2022 zurück ins Spiel. Soufiane Rahimi (78.) und Gessime Yassine (89.) sorgten für den marokkanischen Sieg.
Bosnien-Herzegowina reicht erster Sieg fürs Weiterkommen
Bosnien-Herzegowina feierte den erstmaligen Einzug in eine K.o.-Phase bei der WM. Das Team von Trainer Sergej Barbarez gewann 3:1 gegen Katar. „Wir sind als komplette Underdogs gekommen. Wir wollten etwas Großartiges schaffen und das haben wir geschafft“, sagte der stolze Nationalcoach nach dem ersten Sieg seines Teams bei diesem Turnier. Die Bosnier liegen in Gruppe B auf Rang drei und haben mit vier Punkten gute Chancen, als einer der besten Gruppendritten weiterzukommen.
Schweiz entreißt Kanada Gruppensieg
Angeführt von Freiburgs Juwel Johan Manzambi hat die Schweiz Gastgeber Kanada den Gruppensieg entrissen. Die Eidgenossen setzten sich in Vancouver mit 2:1 (0:0) durch und beendeten die Vorrundengruppe B mit sieben Zählern auf Platz eins. Die Kanadier erreichten als Zweiter mit vier Punkten ebenfalls das Sechzehntelfinale. Der frühere Augsburger Ruben Vargas (46. Minute) sowie Manzambi (57.) mit seinem dritten Turniertor ließen die Schweizer jubeln. Promise David (76.) schaffte für Kanada nur noch den Anschluss.
Türkischer Nationaltrainer schließt Rücktritt aus
Der türkische Nationaltrainer Vincenzo Montella hat einen Abschied nach dem frühen Aus bei der WM ausgeschlossen. „Wenn die Frage ist: Will ich zurücktreten? Dann ist die Antwort: Nein. Ich habe noch immer Energie und Leidenschaft. Wenn jemand will, dass ich zurücktrete, dann müssen sie akzeptieren, dass ich das nicht tun werde“, sagte der Italiener einen Tag vor dem abschließenden Duell mit Co-Gastgeber USA. Die Türkei hat nach zwei Niederlagen keine Chance mehr auf den Einzug in die K.o.-Phase.
Adidas-Boss: Deutschland-Trikots begehrt wie nie
Die WM-Trikots der deutschen Nationalmannschaft bleiben ein Verkaufsschlager. Adidas-Vorstandschef Björn Gulden schätzt, dass insgesamt mehr als drei Millionen Deutschland-Jerseys verkauft werden. Man verkaufe dreimal so viele DFB-Trikots wie noch bei der WM in Katar vor vier Jahren – ein Rekordwert. Am meisten würden jedoch Mexiko-Trikots verkauft, vor denen von Argentinien und Deutschland.



