Staatspräsidentin Claudia Sheinbaum hat ein positives Fazit nach dem Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko-Stadt gezogen. In einer Mitteilung der Stadt ging sie jedoch auch auf die Demonstrationen am Rande des 2:0-Erfolgs der mexikanischen Nationalmannschaft gegen Südafrika ein. Es war der erste Sieg der Mexikaner bei einem WM-Eröffnungsspiel im sechsten Anlauf.
Sheinbaum lobt historischen Sieg
„Mit großem Stolz gratuliere ich unserer mexikanischen Nationalmannschaft dafür, dass sie uns diese historische Freude beschert und der Welt die Größe Mexikos auf und neben dem Spielfeld gezeigt hat“, sagte Sheinbaum. Vom Zócalo bis in jedes Stadtviertel hätten die Fans ein unvergessliches Spiel erlebt, voller Emotionen, Hoffnung und Nationalstolz. „Es lebe unsere Fangemeinde, es lebe unsere Stadt und es lebe Mexiko“, fügte sie hinzu. Die Präsidentin selbst verfolgte die Partie nicht im Stadion, sondern bei einem Fan-Festival.
Proteste trotz Sperrzone
Trotz einer eingerichteten Sperrzone kam es zu Ausschreitungen vor einem der Stadioneingänge. Angehörige machten auf das Schicksal der über 130.000 Menschen aufmerksam, die in Mexiko als verschwunden gelten. Auch die radikale Lehrergewerkschaft nutzte die Bühne für ihren Protest. Sheinbaum betonte: „Mexiko-Stadt ist eine Stadt der Rechte und Freiheiten, denn nicht nur die Gruppen, die demonstrieren wollten, konnten dies tun, sondern auch die Bevölkerung hatte das Recht, an den Fußballfesten teilzunehmen oder ins Stadion zu gehen.“
Sicherheitsmaßnahmen im Aztekenstadion
Um einen reibungslosen Ablauf im legendären Aztekenstadion zu gewährleisten, war eine Sperrzone eingerichtet worden. Die letzten 1,6 Kilometer zum Stadion im Süden der Stadt durften Zuschauer nur zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen. Fahrzeuge benötigten eine Autorisierung. Etwa dreieinhalb Stunden nach dem Schlusspfiff wurde die Vollsperrung aufgehoben. Das Aufgebot an Polizei und Nationalgarde war enorm.
Fan-Festival auf dem Zócalo
Auch das Fan-Festival auf dem Zócalo, dem riesigen Platz im historischen Viertel, wurde abgesichert. Da dort im Kern der Metropole protestierende Lehrer ein Zeltcamp aufgestellt haben, mussten sich Fans und Touristen durchdrängeln. Der Zugang zum letzten Bereich erfolgt seit einiger Zeit durch eine schmale Öffnung in einer Mauer aus Eisenplatten. Die Zeitung „ESTO“ schrieb: „Die Atmosphäre war ungewöhnlich. Anstatt einer Stimmung wie bei einer Weltmeisterschaftsfeier löste der Gang ins Stadtzentrum ein Gefühl von Anspannung und Verzweiflung aus.“



