Spanien kann WM-Finale verlieren und trotzdem Weltrekord knacken
WM-Finale: Spanien winkt Weltrekord auch bei Niederlage

Die spanische Fußball-Nationalmannschaft kann am Sonntag im WM-Finale gegen Argentinien einen Weltrekord aufstellen – und das, ohne das Endspiel zu gewinnen. Seit mehr als drei Jahren ist die Furia Roja ohne Pflichtspielniederlage, die letzte datiert aus dem Frühjahr 2023. Damals unterlag Spanien auswärts in Schottland. Seither hat das Team von Trainer Luis de la Fuente in 38 Pflichtspielen nicht mehr verloren und damit die italienische Bestmarke von 31 Spielen bereits übertroffen.

Die Serie im Detail

Die Gesamtbilanz aller Spiele (inklusive Freundschaftsspiele) seit der letzten Niederlage gegen Kolumbien im März 2024: 28 Siege, neun Remis, 88 Tore und 22 Gegentreffer. In Pflichtspielen lautet die Bilanz: 31 Siege, sieben Unentschieden, 98 Tore und 26 Gegentreffer. Mit dem Halbfinalsieg gegen Frankreich zog Spanien mit Italien gleich, das zwischen 2018 und 2021 ebenfalls 37 Spiele in Folge ungeschlagen blieb. Die Italiener hatten damals die Serie mit dem EM-Titel in Wembley gekrönt.

Rekord auch bei Niederlage im Elfmeterschießen

Ein Kuriosum: Selbst wenn Spanien das Finale gegen Argentinien nach Verlängerung im Elfmeterschießen verlieren sollte, würde der Rekord bestehen bleiben. Denn in den offiziellen Statistiken wird ein Elfmeterschießen als Unentschieden gewertet. Einen solchen Fall gab es in der Serie bereits: Im Finale der Nations League 2025 unterlag Spanien Portugal mit 5:7 nach Elfmeterschießen, die Serie blieb jedoch unberührt. „Wir wollen den Rekord natürlich mit einem Sieg krönen, aber es ist beeindruckend, wie beständig diese Mannschaft ist“, sagte ein Sprecher des spanischen Verbandes.

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Der Weg ins Finale

Spanien startete mit einem enttäuschenden 0:0 gegen Kap Verde in die WM, doch der Inselstaat entpuppte sich als Überraschungsteam des Turniers. Es folgten Siege gegen Saudi-Arabien, Uruguay, Österreich, Portugal und Belgien, ehe im Halbfinale Frankreich mit einer Machtdemonstration besiegt wurde. Die Defensive der Spanier kassierte in sechs Spielen nur ein Gegentor – eine der besten Bilanzen der WM-Geschichte. Offensiv glänzt das Team mit seinem Tiki-Taka 2.0, das auf Ballbesitz und technische Finesse setzt.

Nachwuchsarbeit trägt Früchte

Die Zukunft des spanischen Fußballs sieht golden aus. Bei fünf der letzten acht U21-Europameisterschaften stand Spanien im Finale, drei der letzten sechs U19-EM-Titel gingen nach Spanien. Erst am vergangenen Samstag gewann die U19-Auswahl mit einem 2:0 gegen Deutschland im Finale – bei einem Turnier mit insgesamt 19:0 Toren. „Die Talente wachsen nach wie am Fließband“, kommentierte ein Experte. Ob Spanien dadurch auf Jahre unschlagbar ist, bleibt abzuwarten – der deutsche Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer musste einst lernen, dass Dominanz nicht von Dauer ist.

Finale gegen Argentinien

Im Endspiel am Sonntag (21 Uhr MESZ, MagentaTV, ZDF) trifft Spanien auf Titelverteidiger Argentinien, der sich unter anderem gegen Kap Verde schwer tat. Die Spanier sind Favorit, doch Argentinien hat mit Lionel Messi einen Spieler, der bereits als Baby mit dem heutigen spanischen Star Lamine Yamal abgelichtet wurde. „Es wird ein besonderes Spiel für beide Teams“, sagte ein Beobachter. Spanien könnte mit einem Sieg den zweiten WM-Titel nach 2010 holen, mit einer Niederlage im Elfmeterschießen zumindest den Weltrekord perfekt machen.

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