Der schwedische Autobauer Volvo Cars hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch erlitten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank von April bis Juni auf 800 Millionen schwedische Kronen (rund 72,5 Millionen Euro), nach 1,6 Milliarden Kronen im ersten Quartal. Das teilte das Unternehmen, das mehrheitlich zum chinesischen Konzern Geely Holding gehört, am Freitag mit.
Hoffnung auf das Elektro-Flaggschiff EX60
Volvo Cars setzt nun große Erwartungen in die Auslieferung des neuen Elektromodells EX60, dem Flaggschiff-SUV der Marke. Vorstandschef Hakan Samuelsson zeigte sich zuversichtlich: „Volvo Cars rechnet für die zweite Jahreshälfte mit deutlich stärkeren Verkaufszahlen als in der ersten Jahreshälfte.“ Er begründete dies mit Wachstum in Europa und einer anhaltenden Erholung in den USA.
Weitere Unternehmensmeldungen im Überblick
Der Elektrotechnikkonzern ABB verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen Rekord-Auftragseingang von 12,04 Milliarden Dollar, ein Plus von 30 Prozent. Besonders der Bereich Elektrifizierung legte um 60 Prozent zu. Der Nettogewinn stieg um sieben Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar, blieb aber hinter den Analystenerwartungen von 1,32 Milliarden Dollar zurück.
Johnson & Johnson hob nach einem starken zweiten Quartal seine Jahresziele an. Der Umsatz soll nun bis zu 101,4 Milliarden Dollar erreichen, der bereinigte Gewinn je Aktie 11,60 bis 11,75 Dollar. Treiber waren neue Krebsmedikamente und Arzneien gegen Entzündungskrankheiten.
BlackRock, der weltgrößte Vermögensverwalter, meldete ein Rekordvermögen von 15,34 Billionen Dollar. Dank einer Börsenrallye und starken Mittelzuflüssen von 192 Milliarden Dollar übertraf der bereinigte Gewinn je Aktie mit 13,91 Dollar die Erwartungen von 12,59 Dollar deutlich.
BASF und Boehringer Ingelheim mit positiven Quartalszahlen
BASF hob nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal seine Jahresprognose an. Das bereinigte Ebitda soll nun zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro liegen, nach zuvor 6,2 bis 7,0 Milliarden. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro.
Boehringer Ingelheim verzeichnete im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von 16 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Das Diabetesmittel Jardiance trug allein 5,7 Milliarden Euro bei. Auch die neuen Medikamente Jascayd und Hernexeos trieben das Wachstum an.
Der Luxusgüterkonzern Richemont, Mutter von Cartier und Van Cleef & Arpels, steigerte den Umsatz im ersten Quartal um 20 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar, übertraf damit die Analystenschätzungen von 5,9 Milliarden Euro.
Chipindustrie und Technologie weiter im Boom
ASML, der Chipausrüster aus den Niederlanden, hob seine Jahresprognose an: Der Umsatz soll nun 43 bis 45 Milliarden Euro erreichen, die Bruttomarge 54 bis 56 Prozent. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf 9,3 Milliarden Euro, der Gewinn auf 2,9 Milliarden Euro.
DocMorris wuchs im zweiten Quartal um 15,2 Prozent auf knapp 309,7 Millionen Franken, getrieben durch das E-Rezept-Geschäft mit einem Plus von 45,8 Prozent. Finanzchef Daniel Wüest erklärte, das Unternehmen sei auf Kurs, die Gewinnschwelle auf Ebitda-Ebene zu erreichen.
JPMorgan Chase verdiente im zweiten Quartal 21,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 41 Prozent. Die Erträge im Investmentbanking stiegen um 30 Prozent, begünstigt durch große Börsengänge wie den von SpaceX.
Herausforderungen in der Industrie
Ericsson verzeichnete im zweiten Quartal einen Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns um sieben Prozent auf 6,52 Milliarden Kronen, blieb aber über den Erwartungen. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 52,7 Milliarden Kronen. Konzernchef Börje Ekholm kündigte Maßnahmen gegen die Kosteninflation an.
Vossloh senkte seine Umsatz- und Gewinnprognosen für 2026. Der Umsatz soll nun 1,51 bis 1,61 Milliarden Euro betragen, das Ebitda 195 bis 210 Millionen Euro. Grund sind geringere Abrufe aus Rahmenverträgen und höhere Kosten.
Evotec senkte nach einem schwachen ersten Halbjahr die Prognose: Der Umsatz wird nun bei 570 bis 610 Millionen Euro erwartet, das bereinigte Ebitda bei minus 70 bis minus 105 Millionen Euro. Ein Sparprogramm mit Stellenabbau und Standortschließungen läuft.
Schifffahrt und Logistik
Hapag-Lloyd hob die Ergebnisprognose an: Das Ebitda soll 2026 zwischen 2,7 und 3,7 Milliarden Dollar liegen, das Ebit zwischen 0,1 und 1,1 Milliarden Dollar. Die Prognose ist jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet aufgrund geopolitischer Spannungen und gestiegener Kosten durch Umwege im Nahen Osten.
Der taiwanesische Chip-Auftragsfertiger TSMC steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 36 Prozent auf 1,27 Billionen Taiwan-Dollar, angetrieben durch den KI-Boom.
Automobilindustrie unter Druck
Volkswagen verzeichnete im ersten Halbjahr einen Absatzrückgang von sechs Prozent auf 4,1 Millionen Fahrzeuge, vor allem wegen eines Rückgangs in China um mehr als ein Viertel. Die vollelektrischen Auslieferungen der Kernmarke VW gingen um 28 Prozent zurück. Der Konzern plant eine Reduzierung der Modellpalette um bis zu 50 Prozent.
BMW lieferte im ersten Halbjahr 1,15 Millionen Fahrzeuge aus, ein Rückgang von vier Prozent. In China brachen die Auslieferungen im zweiten Quartal um 30 Prozent ein. Vertriebsvorstand Jochen Goller zeigte sich jedoch zuversichtlich für den iX3.
Weitere Unternehmensmeldungen
Covestro hob die Prognose für 2026 an: Das EBITDA wird nun deutlich oberhalb des Vorjahres erwartet, nachdem der Umsatz im ersten Halbjahr 6,729 Milliarden Euro und das EBITDA 669 Millionen Euro betrugen.
Südzucker steigerte das operative Ergebnis im ersten Quartal auf 135 Millionen Euro, trotz eines Umsatzrückgangs auf 2,06 Milliarden Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde angehoben.
Levi Strauss hob nach einem starken Quartal die Jahresziele an: Das Umsatzwachstum wird nun mit 7,0 bis 7,5 Prozent erwartet, der bereinigte Gewinn je Aktie mit 1,46 bis 1,52 Dollar.
Foxconn, der weltgrößte Elektronik-Auftragsfertiger, steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um fast 40 Prozent auf rund 2,5 Billionen Taiwan-Dollar, getrieben durch KI-Nachfrage.
AB Foods, Mutter von Primark, rechnet weiterhin mit einem Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns aufgrund des schwächelnden Zuckergeschäfts. Primark selbst legte im dritten Quartal um drei Prozent zu.
Nike übertraf die Umsatzerwartungen mit 10,97 Milliarden Dollar im vierten Geschäftsquartal. Der Gewinn pro Aktie lag bei 72 Cent, inklusive eines positiven Effekts durch Zollerstattungen.
Prosus, der Delivery-Hero-Großaktionär, steigerte Umsatz und Gewinn deutlich. Der Umsatz stieg um 57 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar, der bereinigte operative Gewinn um 84 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar.
FlatexDegiro erreicht bereits 2026 seine für 2027 geplanten Ziele: Der Umsatz soll um 16 Prozent auf 650 Millionen Euro steigen, das Konzernergebnis um 25 Prozent auf rund 200 Millionen Euro.



