WM-Halbfinale: Frankreich gegen Spanien – Duell der Stars mit rassistischen Nebengeräuschen
WM-Halbfinale: Frankreich gegen Spanien – Stars und Rassismus

Für viele Fußball-Freunde ist es das vorgezogene Finale der WM: Der Vize-Weltmeister und Top-Favorit Frankreich trifft am Dienstagabend in Dallas (21 Uhr/ZDF und MagentaTV) auf den amtierenden Europameister Spanien. Der Sieger dieser Partie gilt automatisch als Favorit für den Titelgewinn. Beide Mannschaften haben bei diesem Turnier die souveränsten Auftritte hingelegt und stehen sich nun im Halbfinale gegenüber.

Frankreichs Offensivpower gegen Spaniens Defensivstärke

Frankreich überzeugt mit seiner Star-Truppe um Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé. Die Équipe Tricolore erzielte in sechs Siegen 16 Tore und hat die größte offensive Durchschlagskraft des Turniers. An guten Tagen rauscht das Team wie ein TGV durch die Abwehrreihen. Spanien hingegen brilliert als defensiv starke Mannschaft und eingespielter Block. Erst im Viertelfinale gegen Belgien kassierte die Furia Roja das erste Gegentor bei dieser WM – die Torbilanz steht bei 11:1. Offensiv setzen die Spanier auf Ballbesitz und eine Art Tiki-Taka 2.0, eine gut geölte Maschine, die seit 36 Spielen ungeschlagen ist. Zur Not kommt Super-Joker Mikel Merino und entscheidet die Partien, wie gegen Portugal und Belgien.

Yamal kündigt großes Spiel an

Das spanische Top-Talent Lamine Yamal fand bisher noch nicht so recht ins Turnier, doch Trainer Luis de la Fuente sieht sein großes Spiel noch kommen – vielleicht gegen Frankreich. Kurz vor seinem 19. Geburtstag sagte Yamal: „Wenn Frankreich jemanden fürchten sollte, dann uns. Wir haben sie beim letzten Mal ausgeschaltet. Wir werden sehen, was passiert, aber wir haben keine Angst.“ Frankreichs Adrien Rabiot konterte: „Wir fürchten natürlich niemanden. Ich glaube, wir hätten kaum in einer besseren Verfassung hierherkommen können.“

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Bilanz spricht für Spanien – Deschamps schiebt Favoritenrolle zu

Die jüngsten Begegnungen sprechen für Spanien: Im EM-Halbfinale 2024 setzten sich die Iberer in München mit 2:1 durch (Tore: Yamal und Dani Olmo). Denkwürdig war auch das Halbfinal-Duell in der Nations League 2025, als Spanien in einem wilden Spiel 5:4 nach 4:0-Führung gewann – Yamal traf doppelt. Frankreichs Trainer Didier Deschamps schiebt die Favoritenrolle genüsslich zu den Spaniern: „Ich kann bestätigen, dass sie die Favoriten sind. Die Erwartungen an Spanien sind hoch.“

Rassistische Nebengeräusche überschatten das Duell

Für Aufsehen sorgten Aussagen des früheren spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy, der die Équipe Tricolore in einem Gastbeitrag als „Kader von höchstem Niveau, allerdings ohne Franzosen“ bezeichnete. Frankreichs Verbandspräsident Philippe Diallo sprach von „unerträglichen rassistischen Untertönen“. Die französische Regierung beklagte „wiederholte rassistische Entgleisungen“, eine Ministerin nannte es „systematischen und verharmlosten Hass auf Frankreich“. Spaniens amtierender Premier Pedro Sanchez versuchte zu beschwichtigen: „Frankreich, wir sehen uns im Halbfinale. Möge der Bessere gewinnen und der Rassismus verlieren.“

Historische Dimension für Frankreich

Für Frankreich geht es um viel: Der dritte WM-Finaleinzug in Folge wäre historisch – das gelang bisher nur Brasilien (1994, 1998, 2002). Mbappé kämpft im Fernduell mit Lionel Messi um die aktuelle und ewige WM-Krone. In diesem Turnier trafen beide bereits acht Mal; in der ewigen Torschützenliste führt Messi mit 21 zu 20 Treffern. Zudem steigt das Halbfinale am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag. Trainer Deschamps, der nach 14 Jahren nach der WM aufhört und an Zinédine Zidane übergibt, sagte: „Der 14. Juli ist ein symbolträchtiger Tag für Frankreich. Wir werden alles geben, um zu gewinnen und ins Finale einzuziehen. Das letzte Spiel soll unbedingt in East Rutherford und nicht in Miami steigen.“

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