Erstmals seit 48 Jahren findet das größte Fußballspiel der Welt ohne Beteiligung des FC Bayern München statt. Im Halbfinale der Weltmeisterschaft unterlag England trotz einer frühen 1:0-Führung noch mit 1:2 gegen Argentinien. Die von Thomas Tuchel angewandte Mauer-Taktik ging nicht auf, während Superstar Lionel Messi (39) mit zwei Vorlagen die Wende einleitete und den Finaleinzug sicherte. Mit dem Ausscheiden von Englands Kapitän Harry Kane (32) verlor der letzte Bayern-Star seine Chance auf den WM-Titel.
Eine Serie von 44 Jahren endet
Seit 1982 hatte jedes WM-Finale mindestens einen Spieler des FC Bayern München auf dem Platz. Diese Serie riss nun mit dem Halbfinal-Aus von England und dem gleichzeitigen Scheitern Frankreichs, das ebenfalls zwei Bayern-Profis im Kader hatte. Die letzte WM-Endspiel ohne Bayern-Beteiligung fand 1978 statt. Damit endet eine bemerkenswerte Ära, die über vier Jahrzehnte andauerte.
Die Geschichte der Bayern-Serie im Detail
Die Serie begann 1982, als Paul Breitner, Karl-Heinz Rummenigge und Wolfgang Dremmler mit Deutschland im Finale gegen Italien standen (1:3). 1986 waren Lothar Matthäus, Klaus Augenthaler, Dieter Hoeneß und Norbert Eder dabei (2:3 gegen Argentinien), 1990 holten Raimond Aumann, Klaus Augenthaler, Jürgen Kohler, Hans Pflügler, Stefan Reuter und Olaf Thon den Titel (1:0 gegen Argentinien).
1994 gewann Jorginho mit Brasilien das Finale gegen Italien (3:2 n.E.), 1998 siegte Bixente Lizarazu mit Frankreich (3:0 gegen Brasilien). 2002 verloren Oliver Kahn, Thomas Linke, Jens Jeremies und Carsten Jancker mit Deutschland gegen Brasilien (0:2). 2006 unterlag Willy Sagnol mit Frankreich Italien im Elfmeterschießen, 2010 verlor Arjen Robben mit den Niederlanden gegen Spanien (0:1).
Rekordbeteiligung 2014
Beim deutschen WM-Triumph 2014 (1:0 gegen Argentinien) stellte der FC Bayern einen Rekord auf: Manuel Neuer, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger, Jérôme Boateng, Philipp Lahm und Toni Kroos standen in der Startelf, Mario Götze erzielte als Joker das entscheidende Tor. 2018 gewann Corentin Tolisso mit Frankreich (4:2 gegen Kroatien), 2022 unterlag Dayot Upamecano mit Frankreich Argentinien im Elfmeterschießen.
Die aktuelle Situation
Vor dem Halbfinale hatten noch drei Bayern-Profis Chancen auf das Endspiel: Michael Olise und Dayot Upamecano mit Frankreich sowie Harry Kane mit England. Frankreich scheiterte jedoch überraschend an Spanien, England an Argentinien. Kane zeigte sich nach dem Spiel tief enttäuscht: „Es hat nicht gereicht. Wir haben so hart gearbeitet, um hier zu sein, wir haben alles gegeben, geschwitzt, Blut und Tränen. Ich bin einfach am Boden zerstört.“
Während die Bayern-Serie nun gerissen ist, besteht eine andere Serie fort: England stand seit 1966 nicht mehr im WM-Finale.



