Argentinien provoziert mit Falkland-Banner: Fifa droht mit Strafe
Argentinien provoziert mit Falkland-Banner: Fifa droht mit Strafe

Nach dem 2:1-Sieg gegen England im WM-Halbfinale entrollten argentinische Spieler ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ („Die Malwinen sind argentinisch“). Der Fußball-Weltverband Fifa könnte nun Geldstrafen oder sogar Sperren verhängen, da politische Äußerungen während der Spiele verboten sind.

Hintergrund des Falkland-Konflikts

Der Falklandkrieg zwischen Argentinien und Großbritannien im Jahr 1982 endete mit einer Kapitulation Argentiniens. Der Streit um die Inseln, die in Argentinien Islas Malvinas genannt werden, ist bis heute ungelöst. Wolfgang Muno, Argentinien-Experte von der Universität Rostock, erklärte dem Tagesspiegel: „In der Region Patagonien ist der Anspruch auf die Malvinas im öffentlichen Raum sehr sichtbar.“

Provokation auf dem Platz

Nach dem späten 2:1-Sieg feierte die argentinische Mannschaft ausgelassen. Mittelfeldspieler Leandro Paredes sagte anschließend: „Sie werden immer argentinisch sein. Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Fifa-Regeln und mögliche Strafen

Die Fifa verbietet politische Botschaften bei WM-Spielen. Dem argentinischen Verband drohen Geldstrafen, und theoretisch sind auch Sperren für die beteiligten Spieler möglich. Es bleibt abzuwarten, wie der Weltverband auf das Banner reagiert.

Politische Aufladung vor dem Finale

Argentiniens Vizepräsidentin Victoria Villarruel hatte die Engländer zuvor als „Piraten“ bezeichnet. Ihr Vater kämpfte im Falklandkrieg für die argentinische Militärdiktatur. Trainer Lionel Scaloni hatte versucht, die politische Spannung zu nehmen: „Es ist ein Fußballspiel, ganz einfach. Das mit Politik zu vermischen, wäre Wahnsinn.“

Spekulationen um Fifa-Partialität

Im Turnierverlauf gab es Spekulationen, dass die Fifa eine Titelverteidigung Argentiniens begünstigen könnte. Messi ist seit 2023 Botschafter Saudi-Arabiens, das 2034 die WM ausrichtet. Der südamerikanische Verband Conmebol hat Infantino bereits Rückhalt für die Wiederwahl 2027 zugesichert. Zudem sorgten Schiedsrichterentscheidungen für Diskussionen: Beim ersten Spiel gegen Algerien hätte Messi nach einem Foul eine Rote Karte sehen können. Insgesamt kassierte Argentinien in sieben Spielen nur acht Gelbe Karten, was angesichts der teils harten Spielweise überrascht.

Skandal um US-Stürmer belastet Fifa

Der Skandal um US-Stürmer Folarin Balogun, der nach einer Roten Karte im Achtelfinale dank Intervention von Präsident Donald Trump spielen durfte, erschütterte das Ansehen der Fifa. Dass der amtierende Weltmeister ausgerechnet vor dem Finale bestraft wird, erscheint unwahrscheinlich.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration