Zinédine Zidane ist neuer Trainer der französischen Fußball-Nationalmannschaft. Der französische Verband FFF bestätigte die Verpflichtung des 54-Jährigen, die zuvor bereits ein offenes Geheimnis war. Zidane unterschrieb einen Vertrag bis ins Jahr 2030 und soll die Équipe Tricolore bei der Europameisterschaft 2028 und der Weltmeisterschaft zwei Jahre später zu Erfolgen führen.
Zidane: „Es gibt nichts Größeres als die Nationalmannschaft“
„Ich habe es oft gesagt: Es gibt nichts Größeres als die französische Nationalmannschaft. Daher ist es eine Freude und natürlich eine große Ehre, Trainer dieser französischen Nationalmannschaft zu werden. Es ist aber auch eine Verantwortung“, wurde Zidane in einer Mitteilung des Verbands zitiert. Der einstige Ausnahmespieler folgt auf Didier Deschamps, der nach der Weltmeisterschaft 2022 seine 14-jährige Ära als Auswahlcoach beendete. Deschamps hatte die Mannschaft in 185 Partien betreut und 2018 den WM-Titel gewonnen, scheiterte aber im Finale der Heim-EM 2016 gegen Portugal und im WM-Endspiel 2022 gegen Argentinien. Bei der WM 2022 in Katar verloren die Franzosen ihr Halbfinale gegen den späteren Champion Spanien und unterlagen dann im Spiel um Platz drei den Engländern mit 4:6 – ein wildes Spiel, das so gar nicht dem ruhigen Naturell des Basken entsprach.
Erfolge als Real-Coach
Für Spektakel und Show steht eher Zidane, der als einer der größten Fußballkünstler der Geschichte gilt. Der Glatzkopf hat eine kurze, aber außergewöhnlich erfolgreiche Karriere als Coach vorzuweisen: Von 2016 bis 2018 und dann nochmal von 2019 bis 2021 trainierte er Real Madrid und gewann in dieser Zeit dreimal die Champions League sowie zweimal die spanische Meisterschaft. Als Spieler feierte Zidane an der Seite von Deschamps die Titel bei der WM 1998 und EM 2000. 2002 gewann er mit Real die Champions League, dazu kommen unter anderem drei Meistertitel mit Juventus Turin (1997, 1998) und den Madrilenen (2003).
Kopfstoß im WM-Finale 2006
Seine letzte Partie als Spieler bestritt Zidane im WM-Finale 2006 in Berlin. Dort sorgte er für einen der ikonischsten Momente der Fußballgeschichte, als er seinen italienischen Gegenspieler Marco Materazzi nach einer Provokation in der Verlängerung per Kopfstoß niederstreckte. Zidane flog mit Rot vom Platz – ohne ihn verlor Frankreich im Elfmeterschießen. 20 Jahre später übernimmt er nun die Auswahl der Franzosen um die Offensivstars Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise. Eine erste Kostprobe der künftigen Zidane-Équipe gibt es im Frühherbst, wenn Ende September und Anfang Oktober vier Nations-League-Partien gegen die Türkei, Italien und zweimal Belgien auf dem Programm stehen. (dpa)



