Zverev erreicht erstes Wimbledon-Finale nach Dreisatzsieg gegen Fery
Zverev erstmals im Wimbledon-Finale nach Sieg gegen Fery

Alexander Zverev hat zum ersten Mal in seiner Karriere das Finale von Wimbledon erreicht. Der Deutsche besiegte am Freitag den britischen Überraschungshalbfinalisten Arthur Fery mit 7:6 (7:0), 6:2, 6:4 und steht damit im Endspiel des Rasenklassikers. Am Sonntag (17 Uhr/Prime Video) kann Zverev als erster deutscher Wimbledon-Sieger im Männer-Einzel seit Michael Stich 1991 Tennisgeschichte schreiben.

Zverev souverän nach anfänglichen Problemen

Der French-Open-Champion hatte zu Beginn des Matches Mühe mit dem 20-jährigen Briten, der als Wildcard-Teilnehmer eine märchenhafte Geschichte schrieb. Fery, unweit des All England Clubs aufgewachsen und in Wimbledon zur Schule gegangen, wurde von den rund 15.000 Zuschauern frenetisch angefeuert. Zverev gab ein frühes Break zum 3:1 wieder her und zeigte sich fehlerbehaftet. Doch im Tiebreak des ersten Satzes dominierte der 29-Jährige mit 7:0 und gewann die Satzführung. Danach kontrollierte Zverev das Spielgeschehen deutlich, setzte Fery mit seiner Aufschlagwucht und Grundlinienpower zunehmend unter Druck und ließ dem Außenseiter keine Chance mehr.

Chance auf zweiten Grand-Slam-Titel binnen fünf Wochen

Mit dem Finaleinzug hat Zverev die Möglichkeit, seinen zweiten Grand-Slam-Titel binnen fünf Wochen zu gewinnen, nachdem er am 7. Juni in Paris triumphiert hatte. Ein Sieg am Sonntag würde ihn zum erst dritten deutschen Wimbledon-Sieger im Männer-Einzel in der Profi-Ära seit 1968 machen – neben Boris Becker (1985, 1986, 1989) und Michael Stich. „Das ist die Chance seines Lebens, und das meine ich im Ernst, Wimbledon zu gewinnen“, sagte der dreimalige Wimbledon-Sieger Boris Becker vor dem Halbfinale über Zverev. Becker war zuvor der letzte deutsche Tennisspieler im Männer-Finale, als er dies 1995 noch einmal erreichte.

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Gegner im Finale wird zwischen Sinner und Djokovic ermittelt

Im Anschluss an Zverevs Auftritt ermitteln Titelverteidiger Jannik Sinner aus Italien und Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic aus Serbien in einem Halbfinal-Hit den zweiten Finalisten. Die Aufgabe im Endspiel dürfte deutlich schwieriger werden als gegen Fery. In Paris hatte die deutsche Nummer eins den ersten Grand-Slam-Triumph gegen den Italiener Flavio Cobolli gefeiert. Nun muss Zverev gegen einen der Topstars ran.

Zverev klettert in der Weltrangliste auf Platz zwei

Unabhängig vom Ausgang des Finales wird Zverev am Montag in der Tennis-Weltrangliste den verletzten Spanier Carlos Alcaraz verdrängen und vom dritten auf den zweiten Platz klettern. Mit dem Finaleinzug stockt Zverev seine herausragende Grand-Slam-Saison nach dem Halbfinale bei den Australian Open und dem French-Open-Triumph auf. Die Zweifel, ob er jemals einen Grand Slam gewinnen wird, hatte der Hamburger schon in Paris ausgeräumt. Bleibt er ein One-Hit-Wonder? Dieses Fragezeichen könnte er am Sonntag löschen.

Historischer Kontext

Zverev verewigt sich mit dem Finaleinzug neben Stich und Becker als deutsche Finalisten bei den Männern in der Profi-Ära seit 1968 sowie Gottfried Von Cramm (1935-37) und Wilhelm Bungert (1967) in der Turnier-Historie. Der Tokio-Olympiasieger von 2021 kontrollierte das Match fast nach Belieben, nachdem er den ersten Satz gewonnen hatte. Die Zuschauer verloren angesichts der Deutlichkeit im Tiebreak ihren Enthusiasmus. Zverev hatte zuvor gesagt: „Das ist natürlich eine wunderschöne Geschichte. Aber ich muss mich auf mich selber konzentrieren.“

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