Alexander Zverev (29) steht zum ersten Mal im Halbfinale von Wimbledon und trifft dort auf den britischen Außenseiter Arthur Fery (23). Das Spiel findet heute um 14:30 Uhr auf dem Centre Court statt, der 15.000 Zuschauer fasst. Zverev, der kürzlich die French Open gewann, ist der klare Favorit, rechnet aber mit einer feindlichen Stimmung.
Zverevs Wortspiel und Ferys Märchen
Nach seinem Halbfinaleinzug spielte Zverev mit den Worten: „Was er erlebt, ist ein Fery-tale“ – eine Anspielung auf „Fairytale“ (Märchen). Fery, aktuell die Nummer 114 der Weltrangliste, hat tatsächlich eine märchenhafte Reise hinter sich. Er wurde in Sèvres bei Paris geboren, wuchs aber nur fünf Minuten vom Wimbledon-Gelände entfernt auf. Seine ehemalige Schule liegt lediglich 1500 Meter vom Centre Court entfernt. „Es ist unwirklich, hier zu spielen“, sagte Fery.
Zverev gegen die Kulisse: 99 Prozent gegen ihn
Zverev ist sich bewusst, dass die Zuschauer fast geschlossen hinter Fery stehen werden. „99 Prozent werden nicht für mich sein, damit habe ich kein Problem. Die Briten sind immer sehr fair gewesen“, erklärte der Deutsche. Anders sei es in New York gegen Amerikaner, in Melbourne gegen Australier oder in Paris gegen Franzosen. Die Atmosphäre wird trotzdem eine Herausforderung: 15.000 Fans, die ihren Lokalmatador anfeuern.
Ferys Hintergrund und Unterstützung durch das Königshaus
Arthur Ferys Mutter Olivia war selbst Tennisprofi, sein Vater Loic ist Präsident des französischen Erstligisten FC Lorient. Fery spielte drei Jahre College-Tennis in Stanford und zeigt kein mangelndes Selbstbewusstsein: „Ich habe immer geglaubt, dass ich ein Top-Spieler in der Welt sein könnte.“ Sogar das Königshaus hat sich vom Fery-Fieber anstecken lassen: In der zweiten Runde schaute Prinzessin Kate (44) auf Court 18 zu, im Viertelfinale war Königin Camilla (78) anwesend. „Mach weiter so“, habe sie zu ihm gesagt, verriet Fery.
Wildcard und historische Parallelen
Fery erhielt eine Wildcard für Wimbledon. Zuletzt schaffte es der Kroate Goran Ivanisevic (54) 2001 als Wildcard-Teilnehmer ins Halbfinale – und gewann sogar das Turnier. Sollte Fery auch Zverev schlagen, hätte er am Sonntag, seinem 24. Geburtstag, den schönsten Tag seines Lebens: unabhängig vom Finalausgang wäre er um mehrere Millionen Euro reicher (der Sieger erhält 4,2 Millionen Euro) und mindestens die Nummer 26 der Welt.



