ATP Halle: Zverev müht sich zum Auftaktsieg – deutsches Duell gegen Hanfmann
Zverev startet holprig in Rasensaison – deutsches Duell in Halle

ATP-Turnier in Halle: Zverev startet holprig in Rasensaison – jetzt deutsches Duell

Nach einem Zittersieg im westfälischen Halle trifft Alexander Zverev im Achtelfinale auf Yannick Hanfmann. Vor Wimbledon offenbart der Hamburger noch alte Probleme auf dem grünen Belag.

Zverev hadert mit sich selbst

Immer wieder haderte Alexander Zverev auf dem Rasen des Centre Courts von Halle mit sich selbst. Der frischgebackene French-Open-Sieger gestikulierte bei seinem ersten Einzelauftritt nach dem Grand-Slam-Triumph auf Sand in Paris mehrfach nach Punktverlusten. Ein ums andere Mal blickte Zverev ratlos in Richtung seiner Box.

„Der Wechsel von Sand auf Rasen ist der extremste, den wir im Tennis haben“, erklärte Zverev im Interview mit Sports Illustrated. Auf Sand würden die Bälle langsam und hoch abspringen, auf Rasen nicht über Kniehöhe. Bei der ersten Chance müsse man auf den Punkt gehen. Spiel und Bewegung änderten sich, die Technik sei komplett anders. „Das fiel mir immer am schwersten. Ich finde aber, dass ich über die Jahre auch darin besser geworden bin“, sagte Zverev.

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Respekt vor nächstem Gegner Hanfmann

Nach dem Zittersieg über drei Sätze in mehr als zwei Stunden Spielzeit gegen den Tschechen Vit Kopriva sollte es auf dem Grün der Terra Wortmann Open gegen Yannick Hanfmann besser klappen. Denn Hanfmann hat sich schon an Rasen gewöhnt. „Yannick hat ein super Match gespielt gegen João und zeigt hervorragendes Tennis auf dem Rasenplatz“, sagte Zverev lobend vor dem deutschen Achtelfinal-Duell an diesem Donnerstag.

Hanfmann hatte den Brasilianer João Fonseca in der ersten Runde deutlich in zwei Sätzen geschlagen und seinen 100. ATP-Sieg gefeiert. Der Karlsruher war bereits in der vergangenen Woche beim Rasenturnier am Stuttgarter Weissenhof an den Start gegangen und hatte im Doppel mit Jan-Lennard Struff überraschend den Titel gewonnen.

Zverev früh nach Halle angereist

Und Zverev? Die Bilanz des Hamburgers auf dem grünen Belag ist definitiv ausbaufähig: Beim Klassiker in Wimbledon, der diesmal am 29. Juni beginnt, kam der Hamburger in seiner Karriere bisher nicht über das Achtelfinale hinaus. Im vergangenen Jahr schied Zverev im All England Lawn Tennis and Croquet Club gegen den Franzosen Arthur Rinderknech bereits in der ersten Runde aus.

„Rasen ist der Belag, wo ich wahrscheinlich am wenigsten Erfolg gehabt habe in meiner Karriere“, sagte Zverev nach dem Auftaktspiel gegen Kopriva. „Aber ich weiß auch, dass ich hier gutes Tennis zeigen kann.“ Beim Vorbereitungsturnier in Halle konnte Zverev noch nie den Titel gewinnen. 2016 unterlag er als damals 19-Jähriger im deutschen Finale Florian Mayer, im Jahr darauf dann dem Schweizer Rekordsieger Roger Federer.

Vielleicht klappt es damit ja in diesem Jahr in Ostwestfalen. An den Turnierbedingungen und der Unterstützung des heimischen Publikums sollte es auf jeden Fall nicht scheitern. „Alexander Zverev gehört seit vielen Jahren zur Identität unseres Turniers“, sagte Turnierdirektor Ralf Weber. „Er ist nicht nur Deutschlands erfolgreichster Spieler seiner Generation, sondern auch ein Publikumsliebling in Halle.“ Bereits vor seinem ersten Aufschlag war der Hamburger am Sonntag auf dem Centre Court von Weber für seinen Titel bei den French Open geehrt worden. Das Turnier braucht seinen größten Star.

Auch wenn die Vorzeichen in diesem Jahr besser als in den vergangenen Jahren stehen, will sich der Hamburger davon nicht trügen lassen. „Ich darf jetzt nicht sagen: Okay, jetzt bin ich Grand-Slam-Champion und kann mich entspannen“, sagte Zverev vor dem Turnierbeginn in Halle. „So funktioniert das einfach nicht.“ Der Olympiasieger von Tokio war bereits vier Tage vor dem Beginn der Hauptfeld-Matches nach Halle gereist. Im Doppel sammelt Zverev gemeinsam mit seinem brasilianischen Kumpel Marcelo Melo Spielpraxis.

Prominent besetztes Teilnehmerfeld

Auch in diesem Jahr ist das ATP-Turnier der dritthöchsten Kategorie prominent besetzt. Vor Turnierbeginn hatten sich inklusive Zverev gleich sechs Top-Ten-Spieler für das 32er-Starterfeld gemeldet. Ein gutes Niveau also, um für Wimbledon zu testen.

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„Ich bin ja dafür bekannt, dass ich mich in Wimbledon etwas schwerer tue“, sagte Zverev Sports Illustrated. „Aber die ganze Zeit war ich auch dafür bekannt, noch nie einen Grand Slam gewonnen zu haben. Deshalb hoffe ich, dass ich in diesem Jahr auch auf Rasen gutes Tennis zeigen kann.“

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