Goldpreis bis 2027: Neue Studie zeigt überraschende Prognosen
Der Goldpreis könnte trotz aktueller Schwankungen langfristig auf einem höheren Niveau stabil bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt der Vermögensverwalter Wisdomtree in einer aktuellen Studie. Die Analysten haben drei mögliche Szenarien für die nächsten zwölf Monate durchgerechnet und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Entscheidend für die Entwicklung des Edelmetalls sind demnach vor allem die Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die Inflation und geopolitische Krisen.
Drei Szenarien für den Goldpreis: Hauptszenario sieht 5500 US-Dollar
Im sogenannten Konsensszenario rechnet Wisdomtree mit einem Goldpreis von 5500 US-Dollar (etwa 4766 Euro) je Feinunze innerhalb eines Jahres. Dieses Niveau läge nur knapp unter dem bisherigen Rekordhoch von 5594 US-Dollar. Bemerkenswert ist diese Prognose, da sie trotz erwarteter höherer Anleiherenditen und eines vorübergehend stärkeren US-Dollars gilt – beides Faktoren, die normalerweise gegen das Edelmetall sprechen. Als Treiber für den Preis nennt die Studie anhaltenden Inflationsdruck, den Iran-Krieg, hohe Staatsausgaben in den USA und Europa sowie Lieferkettenprobleme durch Zölle.
Bullenszenario: Inflation treibt Gold auf 5872 US-Dollar
Noch optimistischer ist das Bullenszenario. Hier steigt die Inflation durch eine Energiekrise und gestörte Lieferketten auf vier Prozent, während der US-Dollar stärker abwertet. Sollte die US-Notenbank darauf nicht mit einer strafferen Geldpolitik reagieren, würde Gold als Inflationsschutz besonders attraktiv. In diesem Fall könnte der Preis auf 5872 US-Dollar (rund 5073 Euro) je Unze klettern.
Bärenszenario: Goldpreis fällt auf 4600 bis 4650 US-Dollar
Im pessimistischsten Szenario gelingt es der Fed, die Inflation durch höhere Leitzinsen auf zwei Prozent zu senken. Dies würde zwar die Wirtschaft schwächen, aber den US-Dollar aufwerten und den Goldpreis belasten. Wisdomtree hält dieses Szenario für das unwahrscheinlichste, schließt es aber nicht aus. In diesem Fall müssten Anleger mit einem Rückgang auf 4600 bis 4650 US-Dollar (rund 3973 bis 4016 Euro) je Feinunze rechnen.
Muster am Goldmarkt: Erst fallen, dann steigen
Die Studienautoren beobachten ein wiederkehrendes Muster: Nach geopolitischen Schocks gerät Gold zunächst unter Druck, erholt sich aber später wieder. Dies zeigte sich etwa während der Dotcom-Blase, dem Schwarzen Montag 1987 oder dem Russland-Ukraine-Krieg. Grund ist, dass Anleger in Krisen zunächst Gold verkaufen, um Liquidität zu beschaffen. Sobald der Verkaufsdruck nachlässt, entfaltet das Edelmetall wieder seine Rolle als sicherer Hafen.
Strukturelle Veränderungen am Goldmarkt
Langfristig bedeutender als kurzfristige Prognosen sind laut Studie die strukturellen Veränderungen der Nachfrage. Neben Privatanlegern, institutionellen Investoren und Zentralbanken treten zunehmend chinesische Versicherungsgesellschaften, indische Pensionsfonds und Emittenten digitaler Vermögenswerte wie Tether als Käufer auf. Auch börsengehandelte Goldfonds gewinnen an Bedeutung. Sollte sich diese Entwicklung verfestigen, könnte sich der Goldpreis dauerhaft auf einem höheren Niveau einpendeln.
Hinweis: Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren und ersetzen keine fachliche Beratung. Investments sind mit Risiken verbunden, ein Totalverlust ist möglich.



