Nach Sex-Doping: Nächste Frau greift nach dem Derby-Sieg
Nach Sex-Doping: Nächste Frau greift nach Derby-Sieg

Der 6. Juli 2025 markierte eine Zeitenwende im deutschen Galopp-Rennsport. Zum ersten Mal in der Geschichte gewann mit Nina Baltromei (27) eine Frau im Sattel von Hochkönig das Derby. Der Hengst kehrt am Samstag nach Hamburg zurück – als Star im Großen Hansa-Preis. Denn im Derby darf ein Pferd nur einmal antreten, nämlich im Alter von drei Jahren. Baltromei ist auf der Horner Rennbahn dieses Jahr dagegen nur Zuschauerin. Bei einem schweren Trainingssturz hatte sich die Auszubildende vor vier Wochen den 12. Brustwirbel gebrochen und steckt noch in der Reha. Darum wird der Engländer Jack Mitchell (37) Hochkönig reiten.

Nächste Herausforderin: Sibylle Vogt

Doch im 157. Derby am Sonntag (15.43 Uhr) um 650.000 Euro Sieg- und 195.000 Euro Züchterprämien schickt sich nun die nächste Frau an, das begehrte Blaue Band zu gewinnen: Sibylle Vogt (31). Vor einem Jahr musste die Amazone zuschauen. Der Grund: Bei einer Dopingprobe in Frankreich war Vogt positiv auf Kokain getestet worden! Bei der Verhandlung überraschte sie mit einer ungewöhnlichen Erklärung: Vogt gab an, sie habe am Tag vor dem Doping-Test Sex mit einer Person gehabt, die Kokain konsumiert habe. Auch ihr Sex-Partner bestätigte die Version offiziell. Doch sie wurde sechs Monate gesperrt.

Comeback mit Erfolg

Nach Ablauf der Sperre reitet die Schweizerin furchtlos und schnell wie nie zuvor. Und ist aktuell mit 27 Siegen die Nummer 3 der Jockey-Rangliste. Im Derby reitet sie den chancenreichen Englishman. Der Hengst hat die wichtigste Vorprüfung, das Union-Rennen in Köln, gewonnen. Allerdings mit dem Franzosen Enzo Crublet (23). Doch Trainer Marcel Weiß überzeugte Besitzer Manfred Ostermann, für das Rennen des Jahres umzusatteln.

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Das Feld und die Favoriten

Ursprünglich waren 100 Pferde für das Derby genannt worden. Übriggeblieben sind davon noch 19 Hengste, die sich am Sonntag auf die 2400 Meter lange Strecke zum Ruhm machen. Ein eindeutiger Favorit ist nicht auszumachen: Dank einer Wildcard kommt der Vierte des englischen Derbys, Bay of Brilliance, von der Insel. Die Satteldecke mit der Nummer 1 trägt Gostam, den Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh trainiert. Reiter Eduardo Pedroza (51) ist der letzte Vertreter seiner Generation. Der achtmalige Derby-Sieger Andrasch Starke (52) hat seine Karriere beendet und wurde am Freitag bei einer Ehrung feierlich verabschiedet.

Wandel in der Besitzerstruktur

Bis vor wenigen Jahren dominierten Pferde aus den Rennställen großer Gestüte wie Röttgen, Schlenderhan oder Fährhof. Möbel-Unternehmer Ostermann ist dieses Jahr mit dem Gestüt Ittlingen der Einzige. Dafür sind immer mehr Starter Käufe von Besitzergemeinschaften wie Liberty Racing. Deren Chef, der Bestsellerautor Lars-Wilhelm Baumgarten, hatte ursprünglich sieben Pferde des Jahrgangs gekauft – vier davon laufen Sonntag im Derby: die Nummer 3 Salitos, Kairos, Chiefland und Abacus. Auch dies ist eine Zeitenwende.

Ein verrücktes Rennen

Doch eine Sache hat sich trotz allem seit den Tagen des erfolgreichsten deutschen Trainers Heinz Jentzsch (†92/starb 2012) nicht geändert: „Das Derby ist ein total verrücktes Rennen. An diesem Tag drehen alle durch.“

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