Die Handball-Bundesliga in Leipzig ist vorerst Geschichte. Der SC DHfK verabschiedete sich mit einem 26:25-Sieg gegen GWD Minden aus der höchsten Spielklasse. Beide Klubs treffen sich in der kommenden Saison in der 2. Liga wieder.
Leipzig reißt Minden mit in die 2. Liga
Für den Tabellenletzten Leipzig ging es im letzten Saisonspiel um nichts mehr – für den Vorletzten GWD Minden dagegen um alles. Ein Punkt oder gar ein Sieg hätte den Klassenerhalt bedeuten können, wenn der punktgleiche Rivale HSG Wetzlar zeitgleich gegen den SC Magdeburg leer ausgeht. Leipzigs Trainer Frank Carstens (54) sagte vor dem Anpfiff: „Mir ist es immer lieber, wenn es in einem Spiel um etwas geht.“ Dass er ausgerechnet seinen früheren Klub Minden, bei dem er jahrelang arbeitete, in die Zweitklassigkeit schicken könnte, dürfte ihm ein unbehagliches Gefühl bereitet haben. Allerdings stand Carstens auch in Wetzlar an der Seitenlinie. Dort trainiert nun Runar Sigtryggsson, der in Leipzig im vergangenen Sommer entlassen wurde – eine zusätzliche Brisanz.
Emotionaler Abschied in der Quarterback Immobilien Arena
Leipzig brannte darauf, sich anständig aus der Bundesliga zu verabschieden. Vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften Quarterback Immobilien Arena zeigten die Hausherren eine leidenschaftliche Leistung. Sekunden vor dem Anpfiff machte Blaer Hinriksson noch zwei Klimmzüge an der Torlatte. Franz Semper warf den ersten Angriff jedoch am rechten Pfosten vorbei. Dafür traf Urgestein Lucas Krzikalla zum 1:0. Der Rechtsaußen, der den Klub mit acht weiteren Spielern verlassen wird, wurde nach dem Spiel in die klubeigene „Hall of Fame“ aufgenommen – ein Moment, der für reichlich Tränen sorgte.
Spielverlauf: Von der Führung zum Nervenkrimi
Leipzig legte ein 3:0 vor, lag aber schnell 3:4 hinten – bezeichnend für die Saison der Sachsen. Das Spiel blieb 20 Minuten lang eng, dann häuften sich die Fehler der Gäste. Leipzig nutzte das zu schnellen Gegenstößen und zog auf 17:12 davon (24. Minute durch Dean Bombac). Die Nerven lagen blank: Nach einem gepfiffenen Siebenmeter für Minden kam es am Kreis zu einer Rudelbildung – ein im Handball seltenes Bild. Zur Pause führte Leipzig 18:14. Damit wäre Minden mit Leipzig abgestiegen, zumal Wetzlar bis dahin ein 17:17 gegen Magdeburg hielt.
Minden kämpft sich zurück, Leipzig bleibt cool
Minden gab sich nicht geschlagen. Niclas Heitkamp, ein Ex-Leipziger, traf zum 22:22 (44. Minute). Leipzigs starker Torwart Domenico Ebner (künftig Lemgo) verhinderte, dass das Spiel komplett kippte. In der Schlussphase landete der letzte Angriff der Mindener am rechten Pfosten. Leipzig gewann 26:25 und riss Minden mit in die 2. Liga. Die knappe Niederlage von Wetzlar gegen Magdeburg (30:31) änderte daran nichts mehr.



