Welthandballer Mathias Gidsel (27) bewies im Testspiel der Füchse Berlin gegen die SG Uckermark einmal mehr seine Vielseitigkeit: Der dänische Rückraumstar, bekannt als Torgarant und Publikumsliebling, wagte sich in der zweiten Halbzeit unerwartet ins Tor. Beim lockeren 57:26-Erfolg in der ausverkauften Sporthalle „Neue Zeit“ in Schwedt sorgte dieser Positionswechsel für Begeisterung bei den Fans. Die Füchse, die innerhalb von drei Tagen ihr drittes Testspiel absolvierten, zeigten keinerlei Ermüdungserscheinungen und präsentierten sich spielfreudig und kreativ.
Vierfacher Kempa und Torwart-Paraden
Bereits vor dem Anpfiff standen die Anhänger Schlange für Autogramme. Auf dem Feld zauberten die Berliner spektakuläre Spielzüge, darunter einen vierfachen Kempa-Trick. Aitor Ariño (33), Hákun West av Teigum (24), Mathias Gidsel und Tobias Grøndahl (25) kombinierten so geschickt, dass Ariño auf av Teigum passte, der den Ball über die gesamte Deckung zu Grøndahl spielte, welcher in der Luft noch einmal auf Gidsel ablegte – das Tor des Tages. Bester Werfer der Partie war Kreisläufer Jonas Kofler (21) mit zehn Treffern. Der junge Österreicher aus der zweiten Mannschaft stand erneut im Kader von Trainer Nicolej Krickau (29).
In der zweiten Halbzeit wurde es noch kurioser: Nachdem Torhüter-Neuzugang Andreas Palicka (39) bei einem Siebenmeter als Schütze scheiterte, übernahmen Gidsel und Leo Prantner (23) die Torhüterposition. Gidsel zeigte dabei einige Paraden, darunter einen gehaltenen Heber beim Siebenmeter. Ob dies ernsthafte Konkurrenz für die etatmäßigen Keeper Lasse Ludwig (23) und Palicka bedeutet, darf bezweifelt werden, doch die Aktion unterhielt das Publikum.
Trainer Krickau scherzt über Torhüter-Experiment
Trainer Nicolej Krickau nahm die ungewöhnlichen Szenen mit Humor. „Wir waren natürlich super unzufrieden mit Lasse Ludwigs Torhüterleistung in der ersten Halbzeit, deshalb haben wir es in der zweiten Halbzeit mit Mathias Gidsel und Leo Prantner versucht. Das war besser, vor allem Leo“, scherzte Krickau. Mit Blick auf Palickas missglückten Siebenmeter-Ausflug fügte er hinzu: „Weil wir in der vergangenen Saison einige Siebenmeter verworfen haben, wollten wir heute Andreas Palicka ausprobieren. Dabei hat er deutlich gezeigt, warum er nicht unsere Lösung ist.“ Ernsthaft ergänzte der Trainer: „Das Spiel hat Spaß gemacht. Wie an allen drei Tagen war es schön, mit den lokalen Vereinen in Kontakt zu treten. Wir hoffen, dass wir zu schönen Erlebnissen bei den Zuschauern, besonders den Kindern, beitragen konnten.“
Weitere Kunststücke: Pirouette und Schulterwurf
Der vierfache Kempa war nicht das einzige Highlight. Lauro Pichiri (21) zeigte mit einer Pirouette seine Beachhandball-Vergangenheit. Gegen Ende kletterte Tim Freihöfer auf die Schultern von Frederik Simak (28) und erzielte von dort den letzten Treffer – eine Szene von Seltenheitswert. Die Füchse Berlin begeisterten mit Spielwitz und unkonventionellen Aktionen ihre Fans und machten deutlich, dass die Vorbereitung auf die neue Saison mit viel Spaß und Kreativität verbunden ist.



