Christian Straßburger (37), Kommentator bei Magenta TV, hat BILD seine Vorbereitungs-Zettel für das WM-Halbfinale Spanien gegen Frankreich (2:0) gezeigt. Die kleinen Zettel enthalten Fakten über Spieler und Formationen. „Die kleinen Zettel sind meine Grundarbeit – wie alt ist der Spieler? Wo spielt er? Was hat er vorher gemacht?“, erklärt Straßburger. Er filtert Informationen aus Datenmappen von Dienstleistern und wählt aus, was ihn und die Zuschauer interessiert. Die Zettel klebt er auf ein großes Blatt und ordnet sie in der taktischen Formation an.
Vorbereitung auf ein WM-Spiel
Straßburger betont, dass die Zettel bewusst klein sind, damit das Spiel im Vordergrund steht: „Ich will nicht das Gefühl haben, ihnen zu jeder Zeit unbedingt noch was erzählen zu müssen. Am allerliebsten verwende ich gar keine der Informationen, das heißt dann nämlich, dass es ein tolles Spiel ist.“ Während der Übertragung hat er einen Assistenten, den er selbst auswählen darf – aktuell Daniel Flottmann (41) aus dem Trainerteam von Werder Bremen II. „Wir kennen uns schon lange, er lässt mich das Spiel verstehen. Ich selbst habe nie hoch gespielt“, so Straßburger.
Zusammenarbeit mit dem Assistenten
Die Kommunikation während des Spiels erfolgt über eine Stummtaste: „Wir drücken eine Taste, die uns für die Zuschauer auf stumm schaltet. Dann reden wir miteinander. Meist stelle ich ihm dann Fragen: Warum wechselt der? Stellt der die Taktik um? Ich bitte ihn, dass er mir das nochmal aufschreibt und als Notiz rüberreicht. Ich baue die Information dann ein, wenn es passt.“ Ausgegangen sind ihm die Informationen noch nie. „Wir bereiten so viel vor, meistens sind rund 30 bis 40 Prozent der Infos für die Tonne. Und sollte es doch mal eng werden, dann schweige ich lieber, als dass ich auf Teufel komm‘ raus was erzähle“, sagt der Kommentator.
Unterschied zwischen Liga und WM
Straßburger arbeitet seit rund zehn Jahren bei Live-Fußballspielen am Mikrofon, aktuell für Sky und Magenta. Die Vorbereitung auf ein Zweit- oder Drittligaspiel und auf ein WM-Spiel sei zu 90 Prozent gleich. „Wobei ich beim deutschen Fußball natürlich mehr drin bin. Über die Mannschaften lese ich täglich, da hat die Vorbereitung keinen Anfang und kein Ende. Hier beim Turnier mache ich England gegen Panama und muss mich erstmal in den 26er-Kader von Panama einlesen. Florian, ein guter Freund von mir, hilft da bei der Vorbereitung. Der sagt mir, wenn ein Panama-Spieler irgendwas Besonderes bei Instagram macht oder so was in der Art.“
Was passiert mit den Zetteln?
Auf die Frage, was mit seinen Info-Zetteln nach dem Spiel passiert, antwortet Straßburger: „Ich habe viele noch zu Hause. Die hole ich vielleicht raus, wenn ich älter bin.“



