Nach der enttäuschenden 0:2-Niederlage gegen Jena greift Union-Trainer Mauro Lustrinelli zu ungewöhnlichen Methoden: Der 50-jährige Schweizer gibt seinen Spielern persönliche Nachhilfe. Besonders Oliver Burke (28) steht im Fokus. Der Schotte, der in der abgelaufenen Saison mit 37 km/h der schnellste Spieler war, verliert im Dribbling noch zu viele Bälle und zeigt vor dem Tor Nerven – wie zuletzt in Jena, als er allein vor Torhüter Marius Liesegang (26) scheiterte.
Lustrinelli setzt auf Kommunikation und Körpereinsatz
Lustrinelli, der eine neue Spielphilosophie etablieren soll, fordert von seinen Spielern lautstarke Kommunikation während der Übungen. Er sucht aber auch selbst das Gespräch. So erklärte er Ilyas Ansah (21): „Ily, immer schauen, wo er im Rücken ist. Wenn du ihn nicht sehen kannst, ist es die falsche Position.“ Nach dem offiziellen Training schnappte sich Lustrinelli Burke für eine fast 15-minütige Einzelsession. Mit vollem Körpereinsatz demonstrierte der Trainer die Schussbewegung, ohne Ball. „Er erklärt mir, wie ich besser werde“, sagte Burke nach der Einheit.
Weitere Einzelgespräche mit Burcu und Querfeld
Auch Livan Burcu (21) erhielt spontan Tipps von Lustrinelli, während er mit Nachwuchskeeper Fritz Gagzow (17) Torschüsse übte. Burcu setzte die Ratschläge sofort um. Leopold Querfeld (22) unterhielt sich noch fast zehn Minuten mit dem Trainer, nachdem alle anderen den Platz verlassen hatten. Trotz der beiden enttäuschenden Testspiele (1:1 in Chemnitz, 0:2 in Jena) herrscht nach Aussage des Trainers keine Krisenstimmung. Beim Aufräumen machte Lustrinelli mit Zeno van den Bosch (22) einen Spaß und kickte die Bälle locker in die Balltasche, während der Belgier sie aufhielt – ein Beweis, dass der Coach selbst noch kicken kann.



