Der Frankfurter Anton Segner schreibt eine der ungewöhnlichsten Geschichten des Weltsports. Seit drei Wochen trägt der Hesse das schwarze Trikot der legendären All Blacks, der Rugby-Nationalmannschaft Neuseelands. Am Samstag feierte er seinen zweiten Einsatz beim 40:21-Sieg gegen Irland im Eden Park von Auckland.
Vom Austauschschüler zum All Black
Segner, der als Jugendlicher nach Neuseeland kam, erfüllte sich einen Traum. Nach über 60 Monaten Aufenthalt im Land wurde er als Spieler Nummer 1237 in die All Blacks aufgenommen. Bereits beim vorherigen Spiel gegen Italien (47:17) war er zur Halbzeit eingewechselt worden. Seine Eltern verfolgten die Partien von der Tribüne aus und werden in der kommenden Woche mit ihm in Neuseeland seinen 25. Geburtstag feiern.
„Langsam wird mir bewusst, was passiert ist“
Der „Loose Forward“ (Stürmer in der dritten Reihe) genießt seine neue Rolle. „Langsam wird mir erst richtig bewusst, was passiert ist. Ich genieße jeden einzelnen Schritt auf diesem Weg“, sagte Segner. Besonders stolz ist er darauf, den legendären Haka, den Kriegstanz der Maori, mit aufzuführen. „Das ist etwas ganz Besonderes. Ich versuche einfach, wie ein Schwamm zu sein und so viel Wissen wie möglich von diesen Jungs aufzusaugen.“
Stolz in der deutschen Rugby-Gemeinde
Segners Erfolg erreicht auch sein Geburtsland. „Ich bekomme unglaublich viele Nachrichten und Glückwünsche. Die Menschen schreiben mir, wie stolz sie auf mich sind und wie stolz ganz Rugby-Deutschland auf mich ist“, berichtete er. Er betont die globale Ausstrahlung der All Blacks: „Ich glaube, es zeigt, dass die All Blacks weit mehr sind als nur die Rugby-Nationalmannschaft Neuseelands. Sie haben weltweit eine enorme Ausstrahlung und genießen überall großen Respekt – sogar in Ländern ohne große Rugby-Tradition wie Deutschland.“



