Als Anna und Markus Huber aus Nördlingen am ersten Tag der BR-Radltour 2026 in die Pedale treten, beginnt für sie ein ganz besonderes Abenteuer: Die beiden haben ihre Flitterwochen aufs Fahrrad verlegt. Statt einer Fernreise erkunden sie auf der Tour durch das Donau-Ries ihre Heimatregion.
Ein ungewöhnliches Ja-Wort
Das Ehepaar hatte sich im Frühjahr das Ja-Wort gegeben. „Eine klassische Hochzeitsreise in den Süden war für uns nie eine Option“, erklärt Markus Huber. „Wir wollten die Zeit nach unserer Hochzeit aktiv nutzen und zugleich die schönen Ecken Bayerns entdecken, die wir im Alltag oft übersehen.“ Als sie von der BR-Radltour hörten, die in diesem Jahr unter anderem durch Nördlingen führt, war die Idee geboren.
Anna Huber ergänzt: „Wir haben uns bewusst für die Radtour als Hochzeitsreise entschieden, weil wir gemeinsam etwas erleben und unsere Region kennenlernen möchten. Es ist die perfekte Kombination aus Sport, Natur und Zweisamkeit.“ Das Paar trainierte im Vorfeld mehrere Wochen und legte gemeinsame Ausfahrten im Ries zurück, um sich auf die Strapazen vorzubereiten.
Die BR-Radltour 2026: Eine Tour durchs Ries
Die BR-Radltour wird vom Bayerischen Rundfunk organisiert und findet seit Jahrzehnten jedes Jahr in einer anderen bayerischen Region statt. In diesem Jahr führt die Strecke durch das malerische Donau-Ries, mit Nördlingen als einer der zentralen Stationen. Nach Angaben der Veranstalter umfasst die Tour sechs Tagesetappen mit einer Gesamtlänge von rund 450 Kilometern. Täglich werden zwischen 60 und 80 Kilometer zurückgelegt, wobei auch Höhenmeter und landschaftliche Highlights auf dem Programm stehen.
Während der Tour werden die Radlerinnen und Radler von einem Begleitfahrzeug unterstützt, und abends warten jeweils Etappenorte mit einem bunten Rahmenprogramm. Die Streckenführung ist so gewählt, dass sowohl erfahrene Radsportler als auch Familien auf ihre Kosten kommen. Laut Veranstalter sind in diesem Jahr rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet, so viele wie selten zuvor.
Tourismus und Wirtschaft profitieren
Die BR-Radltour ist nicht nur für die Aktiven ein Erlebnis, sondern auch für die gastgebenden Kommunen. Hotels, Gasthöfe und Cafés entlang der Strecke verzeichnen eine hohe Nachfrage. Nördlingens Tourismuschefin zeigt sich erfreut: „Wir freuen uns, dass die Radltour durch unsere Stadt führt. Das bringt unsere schöne Altstadt den Teilnehmern näher und stärkt die lokale Wirtschaft.“ Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen den Aufenthalt, um den berühmten Rieskratzer und die historische Stadtmauer zu besichtigen.
Für Anna und Markus Huber ist die Tour darüber hinaus eine Reise zu den Wurzeln ihrer Beziehung. „Wir haben uns vor zwei Jahren bei einer Radtour im Ries kennengelernt“, verrät Anna. „Deshalb ist es nur passend, dass unsere Hochzeitsreise uns aufs Rad zurückbringt.“ Das Paar plant nach der BR-Radltour noch eine Woche Urlaub im Donau-Ries, um die Region in Ruhe zu genießen – natürlich mit dem Fahrrad.
Der Alltag auf dem Sattel
Jeder Tag der BR-Radltour beginnt für das Ehepaar früh: Nach einem gemeinsamen Frühstück im Etappenort geht es auf die Strecke. Während der Fahrt wechseln sich die beiden mit dem Windschattenfahren ab, die Verpflegungspausen nutzen sie für Gespräche mit anderen Teilnehmern. „Man kommt ins Gespräch und tauscht Tipps aus“, erzählt Markus. „Es ist wie eine große Radlfamilie.“ Die Etappen führen vorbei an Obstwiesen, durch idyllische Dörfer und hinauf zu Aussichtspunkten, die einen weiten Blick über das Ries ermöglichen.
Doch nicht alles ist leicht: An einem Regentag fordert eine Steigung den Flitterwöchnern alles ab. „Wir haben uns gegenseitig motiviert und am Ende gemeinsam den Berg bezwungen“, sagt Anna. Dieser Moment habe ihre Verbindung weiter gestärkt.
Die BR-Radltour endet in diesem Jahr in einem großen Fest am Zielort, bei dem alle Etappensiegerinnen und -sieger geehrt werden. Für die Flitterwöchner gibt es aber einen eigenen Preis: Sonderurkunden für das außergewöhnlichste Hochzeitspaar der Tour. Ein würdiger Abschluss für eine unvergessliche Woche auf dem Sattel.



