Tadej Pogacar hat die 111. Tour de France mit einer beeindruckenden Vorstellung gewonnen. Der 27-jährige Slowene sicherte sich seinen fünften Gesamtsieg beim wichtigsten Radrennen der Welt – und das mit einer Deutlichkeit, die bei manchen Fans und Experten für Unmut sorgt. Dabei zeigte Pogacar nicht nur außergewöhnliche Stärke, sondern auch Teamgeist, etwa als er auf der Königsetappe seinen jungen Teamkollegen Isaac del Toro unterstützte.
Pogacars Dominanz: Fünf Etappensiege und ein Gesamttriumph
Auf der zweiten Etappe hatte sich Pogacar noch riesig über den Tagessieg von del Toro gefreut und ihn später in den Alpen tatkräftig unterstützt. In all diesen Fällen hätte Pogacar vermutlich selbst den Etappensieg erringen können, doch er begnügte sich mit fünf Tageserfolgen bei dieser Rundfahrt. Selbst auf der Schlussetappe in Paris kämpfte er bis kurz vor dem Zielstrich um den Sieg, den letztlich Mathieu van der Poel für sich entschied.
Die Konkurrenz war dem Überflieger frühzeitig abhandengekommen. Jonas Vingegaard und andere konnten bei den explosiven Antritten des Weltmeisters nicht mithalten, zudem stürzten der Däne und der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz folgenschwer. So fuhr Pogacar in einer eigenen Liga und greift nun sämtliche Rekorde bei der Tour de France an – und das mit nur 27 Jahren.
Kritik an der Langeweile: Ein seltsamer Vorwurf
Bereits vor dem Finale in Paris war ob seiner Überlegenheit ein genervtes Raunen zu vernehmen. „Langweilig sei es, wenn ein Fahrer alles und jeden in Grund und Boden fährt“, so der Tenor. Doch diesen Vorwurf findet der Kommentator Jörg Leopold fehl am Platz. „Natürlich gab es schon spannendere Tour-Ausgaben, aber den Dominator dafür zu kritisieren, dass er dominiert, ist einigermaßen seltsam“, schreibt Leopold.
Pogacar fährt Rennen, um zu gewinnen – das hat er immer wieder betont. Und dabei fehlen ihm nur noch wenige Siege, um alles abgeräumt zu haben, was der Radsport zu bieten hat. Sein Status als bester Fahrer seiner Generation und vielleicht sogar der beste aller Zeiten (sofern er sauber bleibt) ist durch diesen fünften Triumph weiter zementiert.
Respekt statt Kritik: Ein Ausnahmetalent würdigen
Leopold plädiert dafür, Pogacar nicht für seine Dominanz zu tadeln, sondern ihn zu respektieren. „Wenn man ihn dafür nicht gleich bewundern will, sollte man ihn zumindest respektieren – und sich Kritik daran sparen, dass er einfach nur besser ist als alle anderen.“ Der Slowene hat mit seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France erneut bewiesen, dass er in einer eigenen Liga fährt. Statt über Langeweile zu klagen, sollten Fans und Experten lieber die außergewöhnliche Leistung eines Ausnahmetalents würdigen.
Pogacars Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit, taktischer Klugheit und einer außergewöhnlichen physischen Verfassung. Er hat in diesem Jahr nicht nur die Tour de France dominiert, sondern auch andere große Rennen für sich entschieden. Mit 27 Jahren hat er noch viele Jahre vor sich, um seine Sammlung an Siegen und Rekorden zu erweitern. Die Radsportwelt sollte sich glücklich schätzen, einen solchen Athleten zu erleben – und ihm die Anerkennung zollen, die er verdient.



