Mit seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France hat Tadej Pogacar Radsport-Geschichte geschrieben. Der 27-jährige Slowene triumphierte 2020, 2021, 2024, 2025 und 2026 und zog damit mit Legenden wie Eddy Merckx, Miguel Indurain, Bernard Hinault und Jacques Anquetil gleich. Die Radsport-Welt reagiert begeistert – allen voran die ehemaligen Tour-Sieger Jan Ullrich und Lance Armstrong.
Ullrich: „Er ist der Eddy Merckx unserer Zeit“
Der deutsche Ex-Profi Jan Ullrich, der die Tour 1997 gewann, zeigte sich tief beeindruckt. In einem Interview mit ntv/RTL/Sky sagte er: „Man kann sagen, er ist der Eddy Merckx unserer Zeit, der Beste aller Besten. Solange er die Tour de France angeht und sie gewinnen will, wird es schwierig, für andere zu gewinnen.“ Ullrich betonte zudem Pogacars ungebrochenen Ehrgeiz: „Er ist noch hungrig.“ Als drei große offene Ziele, die dem Slowenen noch bleiben, nannte Ullrich Olympia-Gold, die Vuelta a España sowie das berüchtigte Kopfsteinpflasterrennen Paris-Roubaix. Damit unterstrich er, dass Pogacar nicht nur auf der Tour, sondern auf vielen Terrains dominieren könnte.
Armstrong: „Er würde den Boden mit mir wischen“
Auch Ullrichs langjähriger Rivale Lance Armstrong zollte Pogacar höchsten Respekt. Der Amerikaner, der zwischen 1999 und 2005 sieben Tour-Siege errungen hatte, denen später wegen Dopings aberkannt wurden, äußerte sich in seinem Podcast „The Move“ voller Bewunderung: „Dieser Junge ist der Größte aller Zeiten. (...) Leute wollen oft mit mir über meine Karriere und die Geschichte der Tour sprechen, wo ich da stehe. Dieser Kerl würde den Boden wischen mit Lance Armstrong.“ Armstrong fügte hinzu: „Er ist der Beste aller Zeiten. Ich würde sogar sagen, dass er der dominanteste Athlet der ganzen Welt ist.“ Diese Aussage wiegt umso schwerer, wenn man bedenkt, dass Armstrong selbst jahrelang als unantastbar galt.
Historischer Erfolg im Vergleich zu den Größten
Pogacar reiht sich mit fünf Tour-Triumphen in eine exklusive Liste ein. Der Belgier Eddy Merckx, der Spanier Miguel Indurain sowie die Franzosen Bernard Hinault und Jacques Anquetil haben ebenfalls fünf Gesamtsiege vorzuweisen. Nur Armstrong hat mit sieben Siegen mehr, doch seine Erfolge wurden aufgrund von Doping gestrichen. Pogacar, der für sein aggressives Fahrverhalten und seine Allround-Fähigkeiten bekannt ist, könnte in den kommenden Jahren noch weitere Rekorde brechen. Sein jüngster Sieg in der Saison 2026 unterstreicht seine anhaltende Dominanz im Peloton. Mit erst 27 Jahren hat er noch viele Jahre vor sich, um seine Sammlung zu erweitern.
Die Helden von gestern loben den Champion von heute
Die Anerkennung durch Ullrich und Armstrong zeigt, wie sehr Pogacar die Radsport-Welt beeindruckt hat. Ullrich, der 1997 selbst die Tour gewann und jahrelang mit Armstrong rivalisierte, erkennt in Pogacar einen Fahrer, der die Ära prägt. Armstrong, dessen eigene Karriere von Dopingskandalen überschattet wird, scheint keinen Hehl daraus zu machen, dass er Pogacar für den besseren Fahrer hält. Beide ehemaligen Stars sind sich einig: Pogacar ist ein Ausnahmetalent. Zudem bleibt abzuwarten, ob Pogacar seinen Olympia-Traum verwirklichen kann – 2024 in Paris verpasste er knapp die Goldmedaille. Auch die Vuelta und Paris-Roubaix, zwei Klassiker, die noch nicht in seiner Vita stehen, sind große Herausforderungen.
Für die Konkurrenz bedeutet dies: Solange Pogacar fit und motiviert ist, wird es schwer, ihn von der Spitze zu verdrängen. Ullrichs Worte fassen es treffend zusammen: „Der Beste aller Besten.“



