Jan Ullrich adelt Pogacar: "Eddy Merckx unserer Zeit" und Rücktrittsprognose
Ullrich: Pogacar ist Eddy Merckx unserer Zeit

Für Jan Ullrich ist Tadej Pogacar der "größte" Radprofi der Gegenwart. Im Interview mit RTL/Sky sagte der deutsche Radsportlegende: "Man kann sagen, er ist der Eddy Merckx unserer Zeit, der Beste aller Besten." Nach Pogacars fünftem Tour-de-France-Sieg ist sich Ullrich sicher: "Solange er die Tour de France angeht und sie gewinnen will, wird es schwierig für andere, zu gewinnen."

Pogacar schreibt Geschichte mit fünftem Toursieg

Der Slowene Tadej Pogacar hat in diesem Jahr die Frankreich-Rundfahrt nach Belieben dominiert und zog damit in den elitären Kreis der Fünfsieger ein. Zu diesem exklusiven Club gehören der Belgier Eddy Merckx, die Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie der Spanier Miguel Indurain. Pogacar ist mit seinen 25 Jahren der jüngste Fahrer, der diesen Meilenstein erreicht hat.

Ullrich glaubt jedoch nicht, dass Pogacar dort lange verweilen wird. "Er ist noch hungrig", sagte der 52-Jährige. Pogacar habe eine außergewöhnliche Fähigkeit, dem Druck standzuhalten. "Er hat noch nie einen großen Fehler gemacht und wird auch nie krank", so Ullrich, der selbst 1997 die Tour gewann.

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Ullrich prognostiziert Pogacars Karriereende

Der ehemalige Radstar listete die wenigen Ziele auf, die Pogacar noch nicht erreicht hat: "Was er noch nicht gewonnen hat, ist Olympiagold, die Spanien-Rundfahrt, die er vielleicht sogar im September mitfährt, und Paris-Roubaix." Aus diesen verbleibenden Herausforderungen leitete Ullrich eine Prognose ab: "Dann kann es durchaus sein, dass er nach der Olympiade 2028 sagt, er beendet seine Karriere." Das würde bedeuten, dass Pogacar noch etwa vier Jahre auf höchstem Niveau fährt.

Pogacars Dominanz zeigt sich in beeindruckenden Zahlen: In diesem Jahr gewann er sechs Etappen der Tour de France und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf über fünf Minuten aus. Sein Team UAE Emirates kontrollierte das Rennen von der ersten bis zur letzten Etappe.

Ullrichs emotionale Rückkehr zur Tour

Jan Ullrich war in diesem Jahr zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder bei der Tour de France als Fan. 2006 hatte er das Rennen nach der Aufdeckung von Dopingvergehen verlassen müssen. Mit seinen Kindern erkundete er am Rande der 14. Etappe im Elsass die Teambusse. "Meine Söhne waren beeindruckt", sagte Ullrich in der ARD. "Die haben gesagt: 'Die Leute haben mehr Autogramme von dir geholt als von Pogacar.'" Diese Anekdote zeigt, dass Ullrich beim französischen Publikum trotz seiner dopingbelasteten Vergangenheit weiterhin beliebt ist.

Ullrich selbst sieht Pogacar als Vorbild für eine neue Ära des Radsports. Der Slowene fahre nicht nur außergewöhnlich stark, sondern auch mit einer Leichtigkeit, die an die Größen der Vergangenheit erinnere. "Er hat das Zeug, den Rekord von Eddy Merckx zu brechen", so Ullrich. Merckx hält mit 34 Etappensiegen bei der Tour de France den Rekord; Pogacar liegt bereits bei 17 Siegen.

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