Bei der Schwimm-EM in Paris haben die deutschen Wasserspringer Lou Massenberg und Jonathan Schauer für den nächsten Höhepunkt gesorgt. Das Duo aus Halle sicherte sich im Synchronwettbewerb vom 3-m-Brett mit 423,84 Punkten die Goldmedaille. Damit holte Deutschland die zweite Goldmedaille bei diesen Europameisterschaften. Bereits am Samstag hatte sich Moritz Wesemann vom 1-m-Brett zum Europameister gekrönt.
Überlegener Sieg mit fehlerfreier Serie
Massenberg und Schauer zeigten von Beginn an eine herausragende Leistung. Sie waren das einzige Duo, das vom ersten bis zum sechsten Sprung ohne Fehler blieb. Besonders der letzte Sprung mit einem Schwierigkeitsgrad von 3,8 gelang ihnen überragend. Am Ende ließen sie die unter neutraler Flagge startenden Russen Jewgeni Kusnezow und Nikita Schleicher (408,99 Punkte) sowie die Italiener Stefano Belotti und Matteo Santoro (386,07) deutlich hinter sich.
Der Erfolg war umso bemerkenswerter, als dass die Konkurrenz stark besetzt war. Doch die beiden Deutschen zeigten Nervenstärke und Präzision. Nach dem letzten Sprung kannte die Freude keine Grenzen mehr: Athleten und Betreuer fielen sich in die Arme.
„Hört sich surreal an“ – Reaktionen der Sieger
Der 21-jährige Jonathan Schauer stand nach dem größten Erfolg seiner Karriere noch unter dem Eindruck des Moments: „Europameister, das hört sich im ersten Moment surreal an. Ich werde wohl erst mal eine Nacht drüber schlafen müssen.“ Auch sein Partner Lou Massenberg zeigte sich überwältigt: „Es war ein unglaublicher Wettkampf. Wir wollten so etwa 400 Punkte schaffen, jetzt sind es ein paar mehr. Und Gold ist natürlich die Krönung von allem.“
Für Schauer war es die erste EM-Medaille überhaupt. Massenberg dagegen baute seine beeindruckende Bilanz auf insgesamt elf EM-Medaillen aus. Der 25-Jährige hatte zuvor unter anderem 2019 den europäischen Titel im Team gewonnen und 2018 sowie 2022 im Mixed-Synchronwettbewerb an der Seite von Tina Punzel triumphiert, die inzwischen ihre Karriere beendet hat.
Deutsches Team stark: Vier Medaillen insgesamt
Mit dem Sieg von Massenberg und Schauer stehen die deutschen Wasserspringer bei der Schwimm-EM nun bei vier Medaillen. Neben Wesemanns Gold und dem neuen Titel holte auch Vizeweltmeisterin Pauline Pfeif gemeinsam mit Elena Wassen Silber vom Turm. Am Sonntag komplettierten Lena Hentschel und Luis Avila Sanchez die Bilanz mit Bronze im Mixed-Synchronwettbewerb vom 3-m-Brett.
Die Erfolge zeigen die Breite und Qualität des deutschen Wasserspringens. Die Mannschaft hat sich bei diesen Titelkämpfen als eine der führenden Nationen in Europa präsentiert. Die Vorfreude auf weitere Wettkämpfe ist groß, und die Fans dürfen gespannt sein, ob die Serie anhält.



