Schwimm-EM: DSV-Frauen fehlen über 10 km, auch Märtens krank
Schwimm-EM: DSV-Frauen fehlen über 10 km, auch Märtens krank

Bei den European Aquatics Championships in Belgrad verzichtet der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) bei den Frauen auf eine Teilnahme über die 10-Kilometer-Distanz im Freiwasserschwimmen. Das gab der Verband am Rande der Wettkämpfe bekannt. Damit werden keine deutschen Starterinnen in dieser anspruchsvollen Disziplin vertreten sein. Zudem ist ein weiterer Krankheitsfall im Team aufgetreten: Auch Lukas Märtens ist erkrankt.

Keine DSV-Frauen in Belgrad

Die Entscheidung des DSV bedeutet eine krankheitsbedingte Absage für das 10-Kilometer-Rennen der Frauen. Über die näheren Umstände, welche Sportlerinnen betroffen sind und wie sich das Infektgeschehen entwickelt, machte der Verband zunächst keine Angaben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass mehrere Athletinnen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Die 10-Kilometer-Strecke im Freiwasser gilt als eine der härtesten Herausforderungen im Schwimmsport. Sie erfordert nicht nur eine exzellente physische Verfassung, sondern auch taktisches Geschick und eine gute Einschätzung von Strömungen und Wassertemperatur.

Für das deutsche Aufgebot ist diese Absage schmerzlich. In der Vergangenheit haben deutsche Freiwasserschwimmerinnen und -schwimmer regelmäßig auf dem Podium gestanden. Namen wie Thomas Lurz, der zwischen 2004 und 2012 mehrere Welt- und Europameistertitel über die 10 Kilometer gewann, sind untrennbar mit dieser Disziplin verbunden. Auch die Frauen hatten zuletzt gute Ergebnisse erzielt. Nun müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer in Belgrad jedoch ohne die deutschen Athletinnen auskommen.

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Lukas Märtens angeschlagen

Besonders bitter ist die Erkrankung von Lukas Märtens. Der Freistilschwimmer zählt zu den bekanntesten deutschen Athleten und gilt als Medaillenhoffnung für Paris. Er hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und zählt in seiner Paradedisziplin über 400 Meter Freistil zur Weltspitze. Medienberichten zufolge laboriert er an einem Infekt, der seinen Einsatz bei den laufenden Europameisterschaften gefährdet. Eine offizielle Stellungnahme des DSV zu Märtens Gesundheitszustand steht noch aus. Sicher ist nur, dass er nicht bei den Freiwasserwettbewerben an den Start gehen wird, denn dort war er ohnehin nicht nominiert.

In der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele sind solche Krankheitsfälle besonders ungünstig. Die EM in Belgrad dient vielen Athleten als letzter Härtetest vor dem Saisonhöhepunkt in Paris. Ein Start hätte wertvolle Wettkampfpraxis gegeben und wichtige Erkenntnisse über das eigene Leistungsniveau geliefert. Der DSV hofft nun, dass die betroffenen Athletinnen und Athleten schnell wieder fit werden und die weitere Vorbereitung planmäßig verlaufen kann.

Situation im deutschen Team

Die Krankheitswelle wirft Fragen auf. Wie konnte es zu den Infektionen kommen? Haben die Hygienemaßnahmen ausgereicht? Der DSV will diese Fragen derzeit nicht beantworten. Man sei mit der ärztlichen Abteilung im engen Austausch, hieß es lediglich. Für die anstehenden Wettbewerbe in Belgrad bedeutet das vor allem eines: Die Verantwortlichen müssen umplanen. Spätestens bis zu den nächsten Rennen wird sich zeigen, ob weitere Absagen nötig sind.

Die European Aquatics Championships laufen noch bis zum 23. Juni. Neben dem Freiwasserschwimmen stehen in Belgrad auch Beckenwettbewerbe und Synchronschwimmen auf dem Programm. Im Freiwasser werden auch die 5-Kilometer-Distanz und die 10-Kilometer-Staffel ausgetragen, bei denen möglicherweise deutsche Starter am Start sein werden. Für das deutsche Team gilt es nun, die verbleibenden Wettkämpfe zu nutzen und die Gesundheit der Sportler in den Mittelpunkt zu stellen. Die Frauen über 10 Kilometer haben ihre EM jedoch bereits verpasst – eine Entscheidung, die krankheitsbedingt nicht zu ändern ist.

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