Fußball nach Investoren-Stopp: Eine Chance, die genutzt werden muss
Investoren-Stopp: Fußball muss Chance nutzen

Fifa-Präsident Gianni Infantino hat nach massivem öffentlichem Druck seine umstrittenen Investoren-Pläne zurückgezogen. Das berichtet der SPIEGEL in einem Kommentar von Peter Ahrens. „Gianni Infantino kapituliert vor dem vehementen Widerstand und zieht die Investoren-Pläne der Fifa zurück“, schreibt der Autor. Der Weltfußball habe nun einen guten Moment, innezuhalten.

Was genau hinter den Plänen steckte, bleibt in dem Kommentar offen. Klar ist jedoch: Die Absicht, externe Finanzpartner in das Geschäft der Fifa einzubinden, hatte heftige Reaktionen ausgelöst. Nationale Verbände, Fans und selbst Politik hatten sich gegen den Vorstoß gestellt. Infantino blieb letztlich keine andere Wahl, als das Vorhaben zu stoppen.

Der Rückzug ist ein seltener Erfolg für die Kritiker des Fifa-Präsidenten. In den vergangenen Jahren hat sich Infantino immer wieder über Einwände hinweggesetzt und seinen Kurs durchgesetzt. Dass er nun einknickt, werten Beobachter als Zeichen für den gewachsenen Druck.

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Die Chance für eine Neubesinnung

Der Kommentar von Peter Ahrens sieht in dem Rückzug ausdrücklich eine Chance. „Es wäre ein guter Moment für den Weltfußball, innezuhalten“, heißt es. Nach Jahren der Expansion mit neuen Wettbewerben, vollen Terminkalendern und wachsender finanzieller Abhängigkeit von Sponsoren und Investoren könnte eine Phase der Selbstreflexion folgen.

Doch die Hoffnung allein wird nicht reichen. Der Kommentar fordert nicht weniger als ein Umdenken in der Fußballwelt. Es geht offenbar darum, den Sport wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen und die Interessen der Fans und Spieler zu berücksichtigen. Ob die Funktionäre dazu bereit sind, ist offen.

Ein Skandal bleibt

Bemerkenswert ist die Bildunterschrift des zugehörigen Artikels: „Fifa-Präsident Infantino: Ein Verbleib im Amt wäre ein Skandal.“ Dieser Satz bringt die Stimmung auf den Punkt. Der Rückzug der Investoren-Pläne mag eine Niederlage sein, doch die grundsätzliche Kritik an der Person Infantino bleibt bestehen.

Viele werfen dem Schweizer einen autoritären Führungsstil vor. Die Konzentration der Macht in seinem Amt, die wiederholten Affären und die mangelnde Transparenz haben das Vertrauen in die Fifa stark beschädigt. Ein einzelner Rückzieher kann daran nichts ändern.

Der Fußball steht am Scheideweg

Peter Ahrens macht in seinem Kommentar deutlich, dass es jetzt auf die kommenden Schritte ankommt. Der Widerstand der vergangenen Wochen habe gezeigt, dass die Basis Veränderungen will. Die Verantwortlichen sollten nicht annehmen, dass mit dem Stopp der Investoren-Pläne alles erledigt ist. Im Gegenteil: Die Bewegung könnte gestärkt daraus hervorgehen.

Der Weltfußball hat nun eine historische Chance, seine Strukturen zu reformieren. Mehr Mitbestimmung der Mitgliedsverbände, unabhängige Kontrollmechanismen und ein nachhaltigerer Umgang mit den Ressourcen des Spiels – all das wären sinnvolle Ziele. Doch sie müssen eingefordert und durchgesetzt werden.

Die Uhr tickt. Wenn Infantino weiterhin an der Spitze bleibt, wird er beweisen müssen, dass er aus der Niederlage gelernt hat. Gelingt ihm das nicht, könnte der Druck auf ihn weiter wachsen. Der Kommentar lässt keinen Zweifel daran, dass ein Festhalten am Status quo ein großer Fehler wäre.

Für die Fans ist der Rückzug ein Signal: Ihre Stimme zählt. Sie haben gezeigt, dass die Fifa nicht über ihre Köpfe hinweg entscheiden kann. Diese neugewonnene Stärke sollte genutzt werden, um den Fußball gerechter zu machen.

Der Moment ist günstig. Ob der Weltfußball ihn ergreift, entscheidet sich nicht in den Chefetagen der Verbände, sondern auch im Engagement der Basis. Die Hoffnung stirbt zuletzt – doch sie braucht Taten.

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