French-Open-Märchen: Chwalinska erreicht als Qualifikantin das Finale
Chwalinska erreicht French-Open-Finale als Qualifikantin

Die polnische Tennisspielerin Maja Chwalinska hat ihren beeindruckenden Lauf bei den French Open fortgesetzt und mit dem Einzug ins Finale einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Die 24-Jährige setzte sich gegen die Russin Diana Schnaider mit 7:6 (7:4) und 6:4 durch und ist damit erst die zweite Qualifikantin, die ein Grand-Slam-Finale erreicht. Dieses Kunststück gelang zuvor Emma Raducanu bei den US Open 2021, die damals sogar den Titel gewann.

Ein Finale der Überraschungen

Um den Titel zu gewinnen, muss die Weltranglisten-114. Chwalinska im Endspiel am Samstag jedoch die klare Favoritin Mirra Andrejewa besiegen. Die 19-jährige Russin hatte zuvor das brisante Halbfinale gegen die Ukrainerin Marta Kostjuk mit 6:1 und 6:3 gewonnen und damit ebenfalls erstmals in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Finale erreicht.

Chwalinskas schwieriger Weg zurück

Chwalinska spielte in ihrer Juniorenzeit gemeinsam mit Polens Tennisstar Iga Swiatek auch im Doppel. Doch dann entwickelten sich die Karrieren der beiden völlig unterschiedlich: Während Swiatek sechs Grand-Slam-Titel gewann, hatte Chwalinska mit zahlreichen Verletzungen und einer depressiven Phase zu kämpfen. Mit ihrem geduldigen und taktisch vielseitigen Spiel brachte sie auch die von Sascha Bajin trainierte Schnaider zur Verzweiflung. „Da sind so viele Bälle dabei, die so verlockend sind, um draufzugehen – und dann so eine Enttäuschung hervorrufen“, analysierte Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport.

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Kein Handschlag bei Kostjuk gegen Andrejewa

Nach dem zweiten Halbfinale verzichtete Kostjuk wie erwartet auf den Handschlag mit Andrejewa am Netz. Damit setzen ukrainische Tennisprofis ein Zeichen des Protests gegen den russischen Angriffskrieg in ihrer Heimat. „Ich werde niemals jemandem glauben, der auf der Weltbühne dieses Sports steht und behauptet, er habe keinerlei Einfluss oder Ähnliches, denn ich habe das selbst erlebt“, erklärte Kostjuk nach der Partie. Die an Nummer acht gesetzte Andrejewa, die von der ehemaligen spanischen Topspielerin Conchita Martínez trainiert wird, zeigte erneut eine starke Leistung und geht als Favoritin ins Finale.

Kostjuk zeigt Nerven

Im Gegensatz zu Andrejewa zeigte Kostjuk in ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinale Nerven. Die 23-Jährige verlor nach 16 Siegen in Folge erstmals wieder ein Match, was sie auf 34 unerzwungene Fehler zurückführte. Sie hatte zudem Probleme mit dem Wind, bevor das Dach geschlossen wurde. Das Publikum unterstützte größtenteils die Ukrainerin, doch auch diese Hilfe half wenig. Kostjuk hatte nach ihrem Auftaktmatch in Paris öffentlich gemacht, dass eine Rakete hundert Meter von ihrem Elternhaus ein Gebäude zerstört habe. Auf der Pressekonferenz zeigte sie ein Bild auf ihrem Handy, das die Zerstörung zeigen soll. Sie versuche, wann immer es möglich sei, „an die Schrecken des Alltagslebens der Menschen“ in ihrer Heimat zu erinnern, sagte Kostjuk.

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