Die Tenniswelt staunt: Serena Williams, die 23-malige Grand-Slam-Siegerin aus den USA, kehrt rund vier Jahre nach ihrem Rücktritt auf den Platz zurück. Die 44-Jährige hat ihr Comeback im Profitennis angekündigt und wird in der kommenden Woche beim WTA-Turnier in London antreten. Die Veranstalter gaben bekannt, dass sie eine Wildcard erhalten hat – allerdings nicht im Einzel, sondern im Doppel. „Die Königin kehrt zurück“, hieß es in einem Beitrag in den sozialen Medien. Williams selbst postete ein Video, in dem sie auf einem Tennisplatz zu sehen ist und ihr Handy in die Hand nimmt, begleitet von den Worten: „Ich schätze, ihr habt alle schon die Neuigkeiten gehört.“ In London wird sie an der Seite der Kanadierin Victoria Mboko spielen.
Leidenschaft für den Wettbewerb
WTA-Vorsitzende Valerie Camillo zeigte sich begeistert: „Serena ist eine der größten Athletinnen aller Zeiten, deren Vermächtnis weit über den Tennisplatz hinausreicht. Ihre Rückkehr ist Ausdruck ihrer Leidenschaft für den Wettbewerb, und ich kann es kaum erwarten, sie gegen eine neue Generation von Spitzenspielerinnen antreten zu sehen.“ Williams führte die Weltrangliste insgesamt 319 Wochen an und gewann 73 Titel auf der WTA-Tour.
Vorbereitung auf Wimbledon
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur plant Williams auch in der Folgewoche, in Berlin aufzuschlagen. Beide Turniere dienen als Vorbereitung auf den Rasenklassiker von Wimbledon Ende Juni. Der Zeitpunkt ihres Comebacks legt nahe, dass die frühere Weltranglistenerste auch beim dritten Grand-Slam-Turnier der Saison antreten wird, wo sie siebenmal im Einzel triumphierte.
Reaktionen aus der Tenniswelt
Martina Navratilova, die zuvor älteste ehemalige WTA-Weltranglistenerste, die nach dem Karriereende ein Comeback wagte – im Alter von 43 Jahren und 10 Monaten –, sagte: „Serena hat das Spiel auf ein neues Level gehoben, und es ist großartig für den Sport, dass sie weiterhin Grenzen verschiebt und zurückkehrt.“ Williams gilt für viele als die beste Tennisspielerin der Geschichte, auch wenn die Australierin Margaret Court einen Major-Titel mehr auf dem Konto hat. Williams hatte sich bei den US Open 2022 von der großen Tennisbühne verabschiedet, knapp ein Jahr später bekam sie ihr zweites Kind.
Comeback-Gerüchte und Dopingkontrollen
Bereits vor Monaten war bekannt geworden, dass die US-Amerikanerin von der International Tennis Integrity Agency (ITIA) in den internationalen Dopingkontrollpool aufgenommen wurde. Ein Comeback bei einem offiziellen Turnier ist erst nach sechs Monaten im Testpool möglich, was Medienberichten zufolge ab dem 22. Februar der Fall war. Williams hatte sich nach ersten Comeback-Gerüchten zunächst zu Wort gemeldet und ihnen eine Absage erteilt. „Oh mein Gott, Leute, ich komme NICHT zurück. Dieses Lauffeuer ist verrückt“, schrieb sie auf der Plattform X. Später drückte sie sich in einer Fernsehshow jedoch um eine klare Aussage: „Das ist weder ein Ja noch ein Nein. Ich weiß es nicht, ich werde einfach abwarten, was passiert.“
Ihre ältere Schwester Venus ist sporadisch noch auf der Tour aktiv. Bei den Australian Open im Januar war die 45-Jährige mit einer Wildcard angetreten, schied jedoch in der ersten Runde aus.



