Die deutschen Tennis-Profis Daniel Altmaier und Yannick Hanfmann haben zum Auftakt der Hartplatz-Saison in Kanada starke Leistungen gezeigt. Altmaier setzte sich in Montreal gegen den Chilenen Alejandro Tabilo mit 6:4 und 7:5 durch, während Hanfmann in Toronto den Argentinier Federico Coria mit 6:3 und 6:4 besiegte. Beide Spieler zogen damit souverän in die zweite Runde ein.
Erfolgreicher Start für die deutschen Herren
Daniel Altmaier, der in der Weltrangliste auf Platz 59 steht, zeigte gegen Tabilo eine konzentrierte Vorstellung. Nach einem frühen Break im ersten Satz ließ er nichts mehr anbrennen und sicherte sich den Satz mit 6:4. Im zweiten Durchgang kämpfte er sich nach einem zwischenzeitlichen Rückstand zurück und verwandelte beim Stand von 6:5 seinen ersten Matchball. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Spiel. Es war wichtig, hier gut zu starten und Selbstvertrauen für die kommenden Wochen zu tanken“, sagte Altmaier nach der Partie.
Yannick Hanfmann, der in der Weltrangliste auf Position 47 geführt wird, hatte weniger Mühe. Gegen Coria dominierte er das Geschehen von Beginn an und ließ dem Argentinier kaum Chancen. Mit starken Aufschlägen und präzisen Grundschlägen sicherte er sich den Einzug in die nächste Runde in 1 Stunde und 25 Minuten. „Ich fühle mich gut auf dem Platz. Die Bedingungen hier sind ideal für mein Spiel“, erklärte Hanfmann.
Deutsche Frauen scheitern früh
Während die Herren überzeugen konnten, endete das Turnier für die deutschen Tennis-Damen bereits in der ersten Runde. In Montreal und Toronto schieden Tamara Korpatsch, Laura Siegemund und Eva Lys jeweils aus. Korpatsch verlor gegen die an Position 13 gesetzte Amerikanerin Madison Keys mit 3:6 und 2:6. Siegemund unterlag der Kanadierin Leylah Fernandez mit 4:6 und 3:6, und Lys musste sich der Russin Anastasia Potapowa mit 1:6 und 4:6 geschlagen geben.
Die deutschen Damen hatten im Vorfeld mit Verletzungen und Formschwankungen zu kämpfen. Korpatsch, die in der Weltrangliste auf Platz 71 steht, zeigte gegen die stark aufspielende Keys eine kämpferische Leistung, musste sich aber letztlich der größeren Erfahrung ihrer Gegnerin beugen. Siegemund, die nach einer Knieverletzung erst vor wenigen Wochen ihr Comeback gab, fehlte es an Matchpraxis. Lys, die als Qualifikantin ins Hauptfeld kam, konnte ihre starke Form aus der Qualifikation nicht ins Hauptfeld übertragen.
Ausblick auf die nächsten Runden
In der zweiten Runde treffen die deutschen Herren auf namhafte Gegner. Altmaier fordert in Montreal den an Position 5 gesetzten Norweger Casper Ruud, während Hanfmann in Toronto auf den an Position 8 gesetzten Polen Hubert Hurkacz trifft. Beide Partien versprechen Spannung und bieten den Deutschen die Chance, gegen Top-10-Spieler zu bestehen.
Die ATP-Turniere in Kanada sind Teil der Vorbereitung auf die US Open, die Ende August in New York beginnen. Für die deutschen Tennis-Profis sind die Matches in Montreal und Toronto wichtige Gradmesser für ihre Form. Während die Herren mit Siegen Selbstvertrauen tanken konnten, müssen die Damen ihre Leistungen in den kommenden Wochen verbessern, um bei den US Open konkurrenzfähig zu sein.
Insgesamt zeigt sich, dass das deutsche Tennis im Herrenbereich aktuell besser aufgestellt ist als im Damenbereich. Mit Alexander Zverev, der in Montreal als an Position 2 gesetzter Spieler erst in der zweiten Runde eingreift, und den beiden Überraschungssiegern hat der deutsche Tennisverband gleich mehrere Optionen für die kommenden Turniere. Zverev, der nach seinem Halbfinaleinzug bei den French Open eine Pause einlegte, wird als einer der Favoriten auf den Titel gehandelt.
Die Frauen dagegen müssen weiter an ihrer Konstanz arbeiten. Korpatsch, Siegemund und Lys haben in dieser Saison bereits gute Ergebnisse erzielt, doch gegen die Weltspitze fehlt ihnen oft die letzte Konsequenz. Die Verantwortlichen im Deutschen Tennis Bund sehen jedoch Potenzial und setzen auf die Entwicklung der jungen Spielerinnen.



