Amazon verschärft KI-Kurs: Manager sabotieren Software
Amazon: Manager sabotieren KI-Software – Strategie verschärft

Der Versandriese Amazon will in den USA eine KI-Software für die Personalplanung in Dutzenden Sortierzentren einsetzen. Doch viele Führungskräfte rebellieren gegen die algorithmischen Vorgaben. Wie das Online-Nachrichtenportal „Business Insider“ berichtet, ignorieren zahlreiche Manager die Empfehlungen der Künstlichen Intelligenz. Als Reaktion darauf verschärft Amazon seine Strategie: Ausnahmen sollen künftig umfassender überwacht und KI-Vorschläge verbindlicher befolgt werden. „Eine konsequente Durchsetzung ist das Endziel für 2026“, heißt es in einem internen Planungsdokument, das dem Portal vorliegt.

Manager setzen KI-Empfehlungen außer Kraft

Seit Einführung der Software haben einige Lagerleiter die Empfehlungen außer Kraft gesetzt, Ingenieure gebeten, automatisierte Funktionen zu deaktivieren, oder auf andere Weise die Vorschläge umgangen. Das zeigen interne Slack-Unterhaltungen und Planungsunterlagen. Einige Manager waren demnach der Ansicht, dass der Betrieb mehr Personal erforderte, als das Programm vorsah. In den Chats heißt es, die Software reagiere häufig zu stark auf kurzfristige Schwankungen und könne den jeweiligen Kontext vor Ort nicht ausreichend berücksichtigen. Zudem sei unklar, ob Unterschiede zwischen den Beschäftigten, etwa hinsichtlich Alter oder körperlicher Fitness, angemessen in die Berechnungen einfließen.

Konflikt zwischen menschlicher Erfahrung und Algorithmus

Die Unterlagen verdeutlichen den grundsätzlichen Konflikt zwischen menschlicher Erfahrung und algorithmischer Steuerung. Während einige Führungskräfte den Lagerbetrieb für zu dynamisch halten, als dass Algorithmen jede Situation zuverlässig erfassen könnten, kam Amazon zu dem Schluss, dass zu viel menschliches Ermessen die Wirksamkeit der Systeme beeinträchtige und verhindere, dass sie wie vorgesehen funktionieren. Mit der Software will Amazon nach eigenen Angaben jährlich Hunderte Millionen US-Dollar einsparen. Bislang werde das Programm nur an wenigen US-Standorten eingesetzt, um Führungskräfte bei der Anpassung der Personalbesetzung an das schwankende Paketaufkommen zu unterstützen, teilte der Konzern „Business Insider“ mit. Die geäußerte Kritik stamme zudem aus einem „internen Dokument aus der frühen Phase“ und spiegle nicht den aktuellen Entwicklungsstand des Systems wider.

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Strengere Kontrollen und verbindliche Vorgaben

Den internen Unterlagen zufolge wertet Amazon die Umgehungsmaßnahmen als Beleg dafür, dass bloße Empfehlungen das Verhalten der Manager nicht verändern. Nun sind schrittweise strengere Kontrollen vorgesehen, darunter Beschränkungen, wie weit Führungskräfte von den Empfehlungen des Algorithmus abweichen dürfen. Eine „Reduzierung manueller Eingriffe von Managern in die Personalbesetzung“ zählt ebenfalls zu den Erfolgskennzahlen für 2026. „Eine konsequente Durchsetzung ist unser wirksamster Hebel, und wir setzen künftig noch stärker darauf“, schreibt Amazon in einem der Dokumente.

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