Netflix hat die Verfilmung von Mel Brooks' legendärer Hitler-Parodie „The Producers“ aus dem Jahr 2005 in sein Flatrate-Programm aufgenommen. Die Satire, die ursprünglich als Film von 1968 begann und später als Broadway-Musical triumphierte, feiert den 100. Geburtstag des Humor-Altmeisters Mel Brooks, der am 28. Juni 1926 als Melvin Kaminsky in Brooklyn geboren wurde.
Die Handlung: Ein Flop soll zum Erfolg werden
Die Geschichte dreht sich um zwei jüdische Broadway-Produzenten in den 1950er Jahren: den durchtriebenen Max Bialystock (Nathan Lane) und seinen blassen Buchhalter Leo Bloom (Matthew Broderick). Sie wollen einen garantierten Flop auf die Bühne bringen, um die Investoren zu prellen und sich mit dem Geld nach Brasilien abzusetzen. Auf der Suche nach dem miesesten Musical-Stoff stoßen sie auf „Frühling für Hitler“, ein Stück des psychopathischen Hitler-Verehrers Franz Liebkind (Will Ferrell). Entgegen allen Erwartungen wird die Produktion mit einem tuntig dargestellten Diktator jedoch zum Hit und als geniale Satire gefeiert.
Musical-Erfolg und Tony-Rekord
Im Jahr 2001 brachte Brooks seinen Klamauk aus den 60ern als Broadway-Musical heraus. Die Hitler-Parodie wurde zur Sensation und gewann insgesamt 12 Tony-Trophäen. Damit hält „The Producers“ bis heute den Rekord für die meisten Tony Awards, noch vor „Hamilton“, das 2016 elf Tonys holte. Die Verfilmung von 2005 unter der Regie der Theaterregisseurin Susan Stroman basiert auf Brooks' Drehbuch und zeigt die Stars der Broadway-Show: Nathan Lane, Matthew Broderick, Gary Beach und Roger Bart.
Uma Thurman als Sexbombe Ulla
Der Film lebt vor allem von Uma Thurman („Pulp Fiction“, „Kill Bill“), die als ehrgeiziges Showgirl Ulla aus Schweden eine sogenannte Sexbombe darstellt. Ulla und andere schrille Showstars spielen die ahnungslosen Akteure in dem absurden Broadway-Stück, das möglichst nach der Premiere abgesetzt werden soll. Die Parodie auf einen schwulen Führer mit einer Revue voller Tänzer in Nazi-, Perlen- und Panzerkostümen entpuppt sich als Riesenhit – und damit fangen Max' und Leos Probleme erst richtig an.
Hintergrund und Bedeutung
Mel Brooks, der auch Kultfilme wie „Frankenstein Junior“ oder „Spaceballs“ machte, wurde als Sohn jüdischer Einwanderer aus Europa geboren (Vater aus Danzig, Mutter aus Kiew). Die Idee zu „The Producers“ hatte er vor rund 60 Jahren. Für das Originaldrehbuch gewann er 1969 einen Oscar und schlug unter anderem Stanley Kubrick, der für „2001: Odyssee im Weltraum“ nominiert war. Der Film von 1968 firmiert im deutschsprachigen Raum als „Frühling für Hitler“ und ist etwa bei Joyn verfügbar.
Gags bis zum Abspann
In Liedtexten des Musicals fallen Sätze wie „Frühling für Hitler und Vaterland, Winter für Frankreich und Pol'n!“ oder „Sei nicht blöd, du kleiner Bazi, komm zu uns und werde Nazi“ (Original: „Don't be stupid, be a smarty, come and join the Nazi party“). Der über zweistündige Film endet nicht mit dem Abspann – selbst dort hören die Gags nicht auf. Die Satire bleibt ein zeitloses Beispiel dafür, wie Humor die dunkelsten Kapitel der Geschichte verarbeiten kann.



