Wiso Steuer im Test: Lohnt sich die Steuersoftware? Autorin zieht Fazit
Wiso Steuer Test: Autorin zieht Fazit

Eine Redakteurin der Funke Mediengruppe hat die kostenpflichtige Steuersoftware Wiso Steuer von Buhl getestet – und zieht ein vorläufiges Fazit. Jahrelang nutzte sie das kostenlose Elster-Portal, nun wagt sie den Wechsel. Der Test zeigt: Die Software punktet mit klarer Führung, aber der KI-Assistent SteuerGPT liefert nicht durchweg verlässliche Antworten.

Steuererklärung mit Wiso: Struktur statt Formulardschungel

Der erste Eindruck war positiv: Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und führt Schritt für Schritt durch die Steuererklärung. Statt selbst das richtige Formular zu suchen, arbeitet der Nutzer Themenbereiche ab – von persönlichen Angaben über Einkünfte bis zu besonderen Lebenssituationen wie Kindern oder Versicherungen. „Viele Fragen lassen sich zunächst mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ beantworten. Erst wenn ein Bereich relevant ist, folgen detaillierte Eingabefelder“, beschreibt die Autorin. Das Programm erinnert automatisch an absetzbare Kosten wie Homeoffice-Tage oder Arbeitsmittel, die bei Elster leicht vergessen werden.

Die Werbung verspricht eine Fertigstellung „in wenigen Minuten“ – das setzt jedoch voraus, dass Daten aus dem Vorjahr übernommen werden können. Da die Autorin erstmals Wiso nutzte, dauerte die Eingabe rund zwei Stunden. Davon entfiel ein Großteil auf das Herunterladen von Abrechnungen und Scannen von Belegen. „Die zwei Stunden fühlten sich trotzdem weniger mühsam an als frühere Steuererklärungen mit Elster“, so ihr Eindruck.

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Datenabruf und Prüffunktion überzeugen

Wiso bietet an, bereits gemeldete Steuerdaten vom Finanzamt abzurufen – etwa die Lohnsteuerbescheinigung. Der Nutzer muss den Zugriff freigeben, dann landen die Daten automatisch an der richtigen Stelle. „Das erspart das Abtippen, aber kontrollieren muss man die Angaben trotzdem“, betont die Autorin. Individuelle Ausgaben wie Rechnungen für Arbeitsmittel oder Handwerkerleistungen müssen weiterhin selbst ergänzt werden.

Praktisch ist die laufende Berechnung: Während der Eingabe zeigt die Software die voraussichtliche Erstattung oder Nachzahlung an. Vor der Abgabe prüft das Programm auf fehlende Angaben und mögliche Optimierungen. „Die Meldungen lassen sich einzeln öffnen und bearbeiten – das gibt Sicherheit“, so die Testerin. Allerdings bleibt die angezeigte Summe zunächst eine Berechnung der Software; das letzte Wort hat das Finanzamt.

SteuerGPT: Hilfreich, aber nicht unfehlbar

Der integrierte KI-Assistent SteuerGPT überzeugte nicht vollständig. Beim ersten Versuch funktionierte die Funktion nicht – ein Problem, das andere Redaktionskollegen nicht hatten. Beim zweiten Versuch half SteuerGPT der Autorin, die richtige Stelle für ihre VG-Wort-Ausschüttungen zu finden. Doch die Antwort enthielt eine verwirrende Passage: Der Assistent verwies auf einen Sonderfall (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung bei geerbten Rechten), der für den konkreten Fall irrelevant war. „SteuerGPT war für mich vor allem als Navigationshilfe nützlich. Bei einer konkreten steuerlichen Einordnung würde ich mich nicht allein auf die Antwort verlassen“, resümiert die Autorin. Sie rät zu präzisen Fragen und einer Gegenprüfung anhand verlässlicher Quellen.

Kosten und Alternativen: Was taugt der Preis?

Wiso Steuer kann kostenlos getestet werden; bezahlt wird erst bei der Übermittlung. Der Einzelkauf kostet 45,99 Euro, das Vorteils-Abo 35,99 Euro pro Jahr. Mit einer Lizenz lassen sich Steuererklärungen für bis zu fünf Personen erstellen. Das Abo verlängert sich automatisch, ist aber jederzeit kündbar. Die Autorin hält den Preis für ihren Fall für gerechtfertigt: „Die derzeit 45,99 Euro für den Einzelkauf wären mir die klarere Führung und die zusätzlichen Hilfen wahrscheinlich wert.“ Allerdings will sie vor einer endgültigen Entscheidung noch die kostenlose Alternative Check24 Steuer ausprobieren, die bei Tests ebenfalls gut abschnitt.

Unabhängige Tests bestätigen den positiven Eindruck: IMTEST (ebenfalls Funke Mediengruppe) bewertete Wiso Steuer 2026 mit der Note 1,66 und Platz 1 unter fünf getesteten Steuer-Apps. Check24 Steuer erhielt die Note 1,79 und wurde als Preistipp ausgezeichnet. Auch „Finanztip“ empfiehlt Wiso als umfassende Lösung, hebt aber Check24 als starke kostenlose Alternative hervor.

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Fazit: Vorläufiges Ja – aber mit Einschränkungen

Die Autorin würde Wiso Steuer nach dem Test wieder verwenden, betont aber, dass ihr Urteil vorläufig ist: Die Steuererklärung wurde noch nicht abgeschickt. Ob die Übermittlung reibungslos läuft und die berechnete Erstattung eintrifft, wird erst der Steuerbescheid zeigen. „Trotzdem würde ich nach meinem bisherigen Test Geld für Wiso Steuer ausgeben. Bevor ich endgültig beim kostenpflichtigen Angebot bleibe, werde ich wahrscheinlich noch die kostenlose Alternative von Check24 ausprobieren.“