Das Sparen von Stand-by-Strom kann teuer werden: Wer seinen Fernseher direkt nach dem Ausschalten vom Netz trennt, riskiert bei OLED-Geräten bleibende Schäden. Besonders betroffen sind Modelle von Samsung und LG, aber auch Philips, Sony und Panasonic verbauen empfindliche OLED-Displays aus Südkorea. Der Technikjournalist Richard W. Schaber warnt vor dieser Stromspar-Falle.
Warum OLED-Fernseher eine Ruhepause brauchen
Nach dem Ausschalten führen moderne OLED-TVs automatisch Auffrischungsprogramme durch, die die empfindlichen Leuchtelemente pflegen. Wird der Fernseher während dieser Phase vom Strom getrennt, wird die Pflege unterbrochen. Die Folge: Das Risiko für eingebrannte Punkte, Flecken oder Streifen steigt deutlich. Dieser sogenannte Burn-in-Effekt ist dauerhaft und kann durch kein späteres Ein- und Ausschalten behoben werden.
Die Hersteller haben die Gefahr zwar minimiert, dennoch sollten Besitzer die Pflegeprogramme nicht unterbrechen. Eine halbe Stunde Wartezeit reicht in der Regel aus, damit der Fernseher sein Programm abschließen kann. Erst danach ist das Ziehen des Steckers unbedenklich.
Sparpotenzial an anderer Stelle nutzen
Tatsächlich spart das Abschalten des Stand-by bei modernen OLED-Geräten kaum Geld. Die Stand-by-Leistung ist minimal. Wer wirklich Stromkosten senken möchte, sollte stattdessen in ältere Haushaltsgeräte investieren. Der Austausch einer 40 Jahre alten Tiefkühltruhe bringt weit mehr Einsparungen als das ständige Ein- und Ausstecken des Fernsehers.
Die Botschaft ist klar: OLED-Fernseher sollten nach dem Ausschalten mindestens eine halbe Stunde in Ruhe gelassen werden, damit sie ihre Pflegeprogramme abschließen können. Wer den Stecker zu früh zieht, riskiert teure Schäden – und spart am Ende nichts.



