Digitale Sicherheit beginnt beim Router: Standard-Passwörter sind ein Risiko
Kaum ein Gerät wird so stiefmütterlich behandelt wie der Router – selbst von den Herstellern, die ihre Geräte oft mit generischen und leicht zu erratenden Standard-Passwörtern ausliefern. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Berlin warnt eindringlich vor dieser Praxis und empfiehlt dringende Maßnahmen für mehr Sicherheit im Heimnetzwerk.
Drei kritische Passwörter, die sofort geändert werden müssen
Bei einem neuen Router sollten Sie nicht nur ein, sondern gleich drei verschiedene Passwörter ändern, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein. Diese umfassende Anpassung mag zunächst wie zusätzliche Arbeit erscheinen, ist aber für den Schutz Ihrer digitalen Privatsphäre unerlässlich.
Das Router-Administrator-Passwort schützt die Benutzeroberfläche vor unbefugtem Zugriff. Über diese Oberfläche können Einstellungen verändert und das gesamte Netzwerk kontrolliert werden.
Das WLAN-Passwort, auch als Netzwerkschlüssel bekannt, regelt den Zugang zum drahtlosen Funknetzwerk. Ein schwaches Passwort hier ermöglicht es Fremden, sich in Ihr Netzwerk einzuklinken.
Der WLAN-Netzwerkname (SSID) gibt oft Aufschluss über Hersteller und Modell des Routers. Diese Informationen können Angreifern wertvolle Hinweise liefern, welche Sicherheitslücken möglicherweise ausgenutzt werden können.
So erstellen Sie wirklich sichere Passwörter
Das BSI gibt klare Empfehlungen für die Erstellung sicherer Passwörter:
- Für Router-Passwörter: Mindestens 8 Zeichen, besser 12 oder mehr – je länger, desto sicherer
- Für WLAN-Passwörter: Mindestens 20 Zeichen verwenden
- Kombinieren Sie verschiedene Zeichenarten: Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen
- Vermeiden Sie persönliche Informationen wie Familiennamen, Haustiernamen, Geburtsdaten oder ähnliche leicht zu erratende Kombinationen
- Hängen Sie keine einfachen Zahlen an gängige Wörter an
Wichtiger Hinweis: Verzichten Sie auf Umlaute (ä, ö, ü) und das Eszett (ß). Diese Sonderzeichen können auf internationalen Tastaturen Probleme verursachen oder bei nicht-deutschsprachigen Diensten falsch kodiert werden, was zu Anmeldefehlern führen kann.
Praktische Hilfsmittel für die Passwort-Verwaltung
Um den Überblick über starke Passwörter zu behalten, empfiehlt das BSI die Nutzung von Passwort-Managern. Diese Programme helfen nicht nur bei der Verwaltung, sondern unterstützen auch bei der Erstellung sicherer Passwörter. Beliebte Beispiele sind:
- Bitwarden – ein Open-Source-Passwort-Manager
- KeePass – ein lokaler Passwort-Safe
- iCloud Schlüsselbund – die integrierte Lösung von Apple
Der Netzwerkname: Individuell, aber nicht verräterisch
Bei der Wahl Ihres WLAN-Netzwerknamens sollten Sie einen Mittelweg finden: Einerseits individuell genug, um Ihr Netzwerk leicht zu identifizieren, andererseits unverbindlich genug, um keine Rückschlüsse auf Ihre Person oder Ihr Router-Modell zuzulassen.
Eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme: Sie können die öffentliche Anzeige Ihres Netzwerknamens (SSID) in den Router-Einstellungen verbergen. Dadurch wird Ihr Netzwerk für potenzielle Angreifer unsichtbar, während autorisierte Geräte weiterhin problemlos verbinden können. Diese Einstellungsoption findet sich in der Benutzeroberfläche praktisch aller modernen Router.



