Erste Fachstelle gegen digitale queerfeindliche Gewalt in Berlin
Fachstelle gegen digitale queerfeindliche Gewalt in Berlin

In Berlin hat die erste Fachstelle für digitale queerfeindliche Gewalt ihre Arbeit aufgenommen. Die Einrichtung mit dem Namen QueerSafe bietet queeren Menschen, die von Hasskommentaren, Deepfakes, Doxing oder anderen Formen digitaler Gewalt betroffen sind, Beratung und Unterstützung an. Die Eröffnung fand am Donnerstag in Berlin statt.

Hilfe für Betroffene digitaler Gewalt

Die Fachstelle ist beim Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg angesiedelt. Projektleiter Thomas Schwarz betonte: „Wir lassen uns nicht verjagen. Digitale Gewalt ist kein Randphänomen, sondern betrifft viele queere Menschen. Wir wollen Betroffenen konkrete Hilfe bieten und sie stärken.“ Die Beratung erfolgt per Telefon, E-Mail oder persönlich in den Räumen der Fachstelle.

Anstieg queerfeindlicher Angriffe im Netz

Laut einer Studie des LSVD hat sich die Zahl queerfeindlicher Hasskommentare in sozialen Medien in den letzten zwei Jahren verdoppelt. Besonders häufig betroffen sind transidente Personen. Die Fachstelle soll auch präventiv arbeiten und Workshops zu digitaler Selbstverteidigung anbieten.

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„Viele Betroffene wissen nicht, wie sie sich gegen Doxing oder Deepfakes wehren können“, erklärte Alex Gastell, Mitarbeiter bei QueerSafe. „Wir klären auf und helfen bei der rechtlichen Verfolgung.“ Die Fachstelle wird vom Berliner Senat gefördert und zunächst für drei Jahre finanziert.

Beratung und Begleitung

Das Angebot umfasst psychosoziale Beratung, rechtliche Information und Begleitung bei Anzeigen. Zudem sollen anonymisierte Daten gesammelt werden, um das Ausmaß digitaler queerfeindlicher Gewalt besser zu dokumentieren. Florian Winkler-Schwarz, Geschäftsführer des LSVD Berlin-Brandenburg, sagte: „Wir brauchen eine systematische Erfassung, um die Dimension des Problems sichtbar zu machen und politische Forderungen zu untermauern.“

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