Pankow plant vier neue Windräder – Senat hinkt hinterher
Pankow plant vier neue Windräder – Senat hinkt

Der Berliner Bezirk Pankow will vier neue Windräder errichten – und zwar ohne auf die langwierigen Planungen des Senats zu warten. Das berichtet die Bezirksreporterin Laura Wagener in einem Kommentar. Die Windkraftanlagen sollen auf gepachteten Flächen entstehen und dem Bezirk dringend benötigte Einnahmen bringen.

Pankow handelt eigenständig beim Windkraftausbau

Bis 2032 müssen in Berlin 446 Hektar Fläche für Windenergie ausgewiesen werden, wie es das Bundesgesetz vorschreibt. Der schwarz-rote Senat arbeitet seit 2024 daran, entsprechende Flächen zu identifizieren – und zieht dabei auch Waldflächen und Landschaftsschutzgebiete in Betracht. Kritiker bemängeln, dass dafür Bäume gefällt werden müssten. „Wälder roden, um Windräder zu bauen – die Rechnung geht nicht auf“, so Wagener.

Während der Senat sich bis Ende 2027 Zeit lässt, um seine Pläne festzuzurren, schreitet Pankow zur Tat. Der Bezirk will Land an Windradbetreiber verpachten und damit seine klammen Finanzen aufbessern. Pachteinnahmen im sechsstelligen Bereich seien realistisch, schreibt die Autorin.

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Finanzielle Vorteile und Bürgerbeteiligung geplant

In anderen Regionen Deutschlands profitieren Kommunen bereits von der Energiewende: Sie produzieren Ökostrom und nehmen teils Millionen ein – durch Pachteinnahmen, Gewerbesteuer, Gewinnbeteiligungen und Abgaben. „Diesen Geldsegen könnte Pankow gut gebrauchen – die Kasse ist dick im Minus“, heißt es in dem Kommentar.

Die grüne Bürgermeisterin plant zudem, ein Windrad in Bürgerhand zu geben. Wer Anteile erwirbt, wird am Profit beteiligt. „Toller Nebeneffekt: Die Akzeptanz gegenüber Windrädern kann so steigen“, schreibt Wagener.

Windkraft als klimafreundliche Lösung

Abseits der finanziellen Vorteile betont die Autorin die ökologische Bedeutung: „Windkraft zählt weltweit zu den klimafreundlichsten Arten, um Strom zu erzeugen.“ Pankow ist seit 2008 der einzige Berliner Bezirk, in dem bereits Windräder stehen. „Zeit, das zu ändern“, so Wagener. Der Vorstoß des Bezirks sei ein positives Beispiel für eine Energiewende von unten.

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