Finnischer Cyberexperte baut Drohnenabwehr mit 3D-Druck und Störsendern für Nato-Ostflanke
Drohnenabwehr mit 3D-Druck und Störsendern für Nato

Innovative Drohnenabwehr: Finnischer Cyberexperte setzt auf 3D-Druck und Störsender

Im idyllischen Tuusula, nördlich von Helsinki, simuliert das Team des finnischen Cyberexperten Mikko Hyppönen einen Drohnenangriff bei eisigen minus 13 Grad. Hyppönen, eine Legende im Bereich Cybersicherheit, entwickelt mit seinem Unternehmen Sensofusion fortschrittliche Drohnenabwehrsysteme für die Nato-Ostflanke. Sein Ansatz kombiniert moderne Technologien wie 3D-Drucker und Störsender mit historischen Taktiken aus dem Zweiten Weltkrieg, um Europa vor Bedrohungen aus der Luft zu schützen.

Historische Inspiration: Von der Polka zur modernen Störtechnik

Das Drohnenabwehrsystem Airfence 7 knüpft an eine alte finnische Innovation aus dem Winter- und Fortsetzungskrieg gegen die Sowjetunion an. Damals machten die Finnen ferngesteuerte Minen unbrauchbar, indem sie auf deren Funkfrequenz die Säkkijärvi-Polka in Dauerschleife abspielten. Hyppönen erklärt: „Was wir heute mit Jamming-Technologien machen, ist genau dasselbe. Wir suchen die Frequenz und ‚schreien‘ quasi ein lauteres Störsignal darauf. Die Idee ist identisch, nur die Mittel haben sich weiterentwickelt.“

Vom Cybersicherheits-Experten zum Rüstungsprofi

Hyppönen, der seit den 1990er Jahren Regierungen und Unternehmen weltweit zu Cyberangriffen berät, betrat vor fünf Jahren unerwartet die Rüstungsindustrie. Er betont: „In den letzten Jahren hat sich das Ansehen dieser Branche völlig verändert. Wir haben Krieg in Europa und brauchen eine bessere, modernere Verteidigung. Ich empfand es als Pflicht, meine Fähigkeiten hier einzusetzen.“ Sein Weg begann in einer Schule in Finnland, wo er als Jugendlicher erstmals programmierte und so seine Karriere startete.

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Technologische Herausforderungen und Lösungen

Der Ukrainekrieg zeigt, wie rasant sich Drohnentechnologien entwickeln. Während die Mehrheit der Drohnen per Funk gesteuert wird, setzt Russland vermehrt Glasfaserdrohnen ein, die ohne Funksignal auskommen. Hyppönens Team arbeitet im Labor in Vantaa an verschiedenen Abwehrformen, darunter Event-Kameras, die Bewegungen unabhängig von Lichtverhältnissen erkennen. Ahti Helminen, Softwareingenieur, erläutert: „Diese Kameras funktionieren nachts genauso gut wie tagsüber und zeigen deutlich, wenn sich etwas bewegt – ideal zur Drohnenerkennung.“

3D-gedruckte Abfangdrohnen und On-Demand-Fabriken

Für Drohnen, die nicht mit Störsignalen lahmgelegt werden können, setzt Sensofusion auf Abfangdrohnen aus dem 3D-Drucker. Diese fliegen mit bis zu 350 km/h und rammen feindliche Drohnen, um sie zum Absturz zu bringen. Hyppönen erklärt den Vorteil: „Wir verkaufen keine einzelnen Abwehrdrohnen, sondern Abwehrdrohnenfabriken.“ In mobilen Containern mit acht bis zwölf 3D-Druckern können täglich Hunderte Drohnen produziert werden, was Flexibilität in sich ständig ändernden Bedrohungslagen bietet.

Zukunftsperspektiven: Drohnenwall und Börsengang

Mehrere EU- und Nato-Staaten planen einen Drohnenwall entlang der Ostflanke, ein mehrschichtiges Abwehrsystem, in das Airfence 7 integriert werden könnte. Die Nachfrage nach solcher Technik ist hoch, mit Einheitspreisen von 160.000 Euro. Sensofusion plant zudem einen Börsengang noch in diesem Jahr, um das Wachstum voranzutreiben. Hyppönen resümiert: „Von hier aus sind es zwei Stunden bis zur russischen Grenze. Wir sind Nachbarn eines unberechenbaren Landes – das müssen wir ernst nehmen.“

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