Feuerwehr München erweitert Drohnenflotte: Dritte automatisierte Einheit startet in Kirchheim
Münchner Feuerwehr setzt dritte automatisierte Drohne ein

Feuerwehr München erweitert Drohnenflotte: Dritte automatisierte Einheit startet in Kirchheim

Nach äußerst positiven Test-Erfahrungen mit vollautomatisierten Drohnen geht die Feuerwehr München jetzt in die nächste Phase: Ein drittes Gerät wird in Kirchheim stationiert und im Landkreis München eingesetzt. Die Verantwortlichen betonen, dass diese Erweiterung die Einsatzfähigkeit deutlich verbessert und die Sicherheit erhöht.

Blitzschnelle Einsatzvorbereitung und präzise Lageerkundung

Die Besonderheit der vollautomatisierten Drohnen liegt in ihrer unglaublichen Reaktionsgeschwindigkeit. Im Durchschnitt sind die Systeme innerhalb von nur acht Sekunden alarmiert und heben nach weiteren 33 Sekunden ab. Sie fliegen in einer Höhe von 100 bis 120 Metern über dem Einsatzort und erreichen diesen durchschnittlich vier Minuten vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte.

Die Drohnen nehmen aus der Luft hochauflösende Fotos, Videos und vor allem wertvolle Wärmebilder von Großbränden oder Unfällen auf. Diese Daten senden sie noch vor Ankunft der Feuerwehrleute direkt an die Leitstelle, wo die Einsatzleitung sofort fundierte Entscheidungen über das notwendige Vorgehen treffen kann.

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Erfolgreiche Pilotphase mit 29 Einsätzen

Bereits seit Dezember unterstützen zwei Drohnen die Münchner Feuerwehr bei ihrer wichtigen Arbeit. In dieser Zeit flogen sie bei insgesamt 29 Einsätzen voraus, darunter:

  • 18 Brandeinsätze verschiedener Größenordnung
  • 5 spezielle Lageerkundungen bei komplexen Situationen
  • 4 Verkehrsunfälle mit besonderen Anforderungen

Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen: „Die Drohnen haben sich in der Praxis hervorragend bewährt und bieten uns völlig neue Möglichkeiten der Einsatzvorbereitung.“

Technische Verbesserungen und zukünftige Pläne

Die neue, im Kirchheimer Gemeindeteil Heimstetten stationierte Drohne bringt eine wichtige technische Neuerung mit sich: Während bisher der Pilot die Adresse des Einsatzortes manuell eingeben musste, wird diese Information bei der neuen Einheit direkt vom Einsatzleitrechner übermittelt. Diese Automatisierung spart wertvolle Zeit und minimiert Fehlerquellen.

Projektleiter Christian Schnepf von der Feuerwehr München erläuterte: „Besonders die Phase der Erkundung wird durch die Drohnen optimal unterstützt. Das hilft uns enorm bei der Planung und Koordination der Einsatzkräfte vor Ort.“

Bislang läuft der Pilotbetrieb ausschließlich tagsüber. Sollte das Projekt nach der sechsmonatigen Testphase fortgesetzt werden, ist die Ausweitung auf einen rund um die Uhr verfügbaren 24-Stunden-Betrieb geplant. Dies würde die Einsatzbereitschaft weiter deutlich erhöhen.

Bundesweites Interesse und Kostenstruktur

Das Münchner Pilotprojekt ist deutschlandweit das erste in dieser Größenordnung und hat bereits Aufmerksamkeit in anderen Metropolen erregt. „Frankfurt, Hamburg, Berlin – wir bekommen interessierte Nachfragen zum Verlauf aus vielen Großstädten“, berichtete Schnepf. Die Bilanz nach der ersten Projekthälfte sei durchweg positiv und zeige das große Potenzial dieser Technologie.

Die Kosten für das halbjährige Pilotprojekt bewegen sich im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Stadt München trägt einen wesentlichen Teil dieser Ausgaben, während der Freistaat Bayern einen weiteren Anteil übernimmt. Diese Investition wird von allen Beteiligten als sinnvoll und zukunftsweisend bewertet.

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