Großbritannien führt Kilometersteuer für Elektroautos ab April 2028 ein
Briten planen Kilometersteuer für E-Autos ab 2028

Britische Regierung beschließt Kilometersteuer für Elektroautos

Großbritannien führt zum April 2028 die sogenannte Electric Vehicle Excise Duty (eVED) ein, eine kilometerabhängige Abgabe für Elektroautos und Plug-in-Hybride. Das geht aus einer Antwort des britischen Finanzministeriums auf eine öffentliche Konsultation hervor. Ziel der Abgabe ist es, die sinkenden Einnahmen aus der Kraftstoffsteuer zu kompensieren, die durch die zunehmende Elektrifizierung des Straßenverkehrs wegfallen.

Nach Einschätzung der Regierung könnten die Einnahmen aus der Kraftstoffsteuer bis 2050 nahezu vollständig versiegen. Während Fahrer von Verbrennern über die Kraftstoffsteuer nutzungsabhängig zahlen, sollen E-Autofahrer künftig ebenfalls fahrleistungsabhängig zur Kasse gebeten werden. Die Regierung betont jedoch, dass Elektroautos steuerlich deutlich günstiger bleiben als vergleichbare Verbrenner.

Höhe der Abgabe und Berechnungsgrundlage

Die eVED ist an die jährliche Fahrleistung gekoppelt. Für reine Elektroautos sind drei Pence pro Meile vorgesehen, was etwa 2,2 Cent pro Kilometer entspricht. Bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 12.900 Kilometern ergibt sich eine Abgabe von rund 285 Euro. Für Plug-in-Hybride gilt mit 1,5 Pence pro Meile der halbe Satz, da diese Fahrzeuge zusätzlich Kraftstoffsteuer auf Benzin oder Diesel zahlen.

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Grundlage für die Abgabe ist zunächst eine Schätzung der Jahresfahrleistung. Die Halter geben bei der jährlichen Verlängerung der Fahrzeugsteuer den aktuellen Kilometerstand an und prognostizieren die Fahrleistung für das kommende Jahr. Nach Jahresende erfolgt ein Abgleich mit dem tatsächlichen Kilometerstand, wobei Nachzahlungen oder Gutschriften Abweichungen ausgleichen. Perspektivisch soll die Kilometererfassung auf freiwilliger Basis automatisiert werden.

Entschärfte Version und Förderung der Elektromobilität

Die nun vorgestellte eVED-Version ist eine entschärfte Fassung der ursprünglichen Pläne. So wurde die zunächst vorgesehene zusätzliche Kilometerkontrolle für Fahrzeuge unter drei Jahren gestrichen. Für Flotten- und Leasingunternehmen werden Sammelabrechnungen, geschätzte Fahrleistungen und gebündelte Zahlungsprozesse eingeführt, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

In den ersten drei Jahren sollen rund 80 Prozent der Einnahmen aus der eVED wieder in die Förderung der Elektromobilität fließen. Insgesamt will die Regierung in den kommenden zehn Jahren mehr als 7,5 Milliarden Pfund investieren.

Auswirkungen auf den E-Auto-Absatz

Trotz der neuen Abgabe rechnet die britische Regierung nicht mit einem Einbruch bei den Neuzulassungen von E-Autos. Laut Regierungsprognose dürfte die eVED den Absatz von Elektroautos lediglich um rund zwei Prozent dämpfen. Die jährlichen Neuzulassungen sollen bis Anfang der 2030er-Jahre von rund einer halben Million auf etwa 1,6 Millionen mehr als verdreifachen.

Bedeutung für Deutschland

In Deutschland gewinnt die Debatte um eine Besteuerung von E-Autos mittelfristig an Fahrt. Mit dem wachsenden Anteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge sinken auch hier die Einnahmen aus der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Konkrete Pläne der Bundesregierung für eine kilometerabhängige Pkw-Abgabe gibt es bislang nicht, doch das britische Modell könnte als Blaupause für eine künftige Reform der Straßenverkehrsbesteuerung dienen.

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