Schmilzt die Straße bei 40 Grad? Asphalt und Reifen im Hitzetest
Schmilzt die Straße bei 40 Grad? Asphalt und Reifen im Check

Deutschland ächzt unter einer Hitzewelle mit Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke. Viele Autofahrer fragen sich: Kann die Straße bei dieser Hitze schmelzen? Und drohen Reifenplatzer? Die gute Nachricht: Ganz so schnell geht weder die Straße kaputt noch schmelzen die Reifen. Trotzdem kann extreme Hitze für Autofahrer gefährlich werden.

Ab wann wird die Straße weich?

Asphalt schmilzt nicht wie Schokolade in der Sonne. Ab Oberflächentemperaturen von rund 60 Grad Celsius wird das im Asphalt enthaltene Bitumen allerdings weich. Dann können sich Spurrinnen oder Verformungen bilden – vor allem auf stark belasteten Straßen mit viel Lkw-Verkehr. In der Sonne kann sich die Fahrbahn problemlos auf mehr als 60 Grad aufheizen.

Noch gefährlicher sind sogenannte Blow-ups. Dabei wölben sich ältere Betonfahrbahnen plötzlich nach oben oder brechen sogar auf. Das Risiko steigt bereits ab etwa 30 Grad Außentemperatur deutlich an. Besonders betroffen sind ältere Autobahnabschnitte mit Betonbelag.

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Warum kühlt Thüringen Straßen mit Wasser?

Weil große Hitze den Asphalt beschädigen kann, geht Thüringen derzeit neue Wege. Im Unstrut-Hainich-Kreis kühlt ein Winterdienstfahrzeug Straßen mit Wasser, damit nicht das Bitumen an die Oberfläche steigt und die Fahrbahn beschädigt wird. Solche Maßnahmen kennt man bislang vor allem von Flughäfen.

Und warum gibt es in Spanien kaum Blow-ups?

In südlichen Ländern werden Straßen meist von Anfang an für deutlich höhere Temperaturen ausgelegt. Außerdem kommen dort häufig andere Asphaltmischungen und Bauweisen zum Einsatz. Viele deutsche Betonautobahnen stammen dagegen aus Zeiten, als Hitzewellen mit fast 40 Grad noch die Ausnahme waren.

Wie viel Hitze halten Reifen aus?

Auch Autoreifen sind erstaunlich robust. Auf heißem Asphalt können sich die Pneus auf bis zu 100 Grad erhitzen, ohne Schaden zu nehmen. Kritisch wird es erst, wenn der Luftdruck nicht stimmt. Zu wenig Luft führt dazu, dass sich der Reifen stärker verformt und zusätzlich aufheizt. Im schlimmsten Fall kann es dann zum Reifenplatzer kommen.

Deshalb raten Experten: Gerade bei Hitze regelmäßig den Reifendruck prüfen – und zwar immer am kalten Reifen. Wer mit korrekt befüllten Sommerreifen unterwegs ist, muss sich selbst bei extremer Hitze normalerweise keine Sorgen machen.

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